30. Juli 2020 / 18:06 Uhr

Nach Eröffnung des Strafverfahrens: FIFA-Präsident Gianni Infantino weist Vorwürfe zurück

Nach Eröffnung des Strafverfahrens: FIFA-Präsident Gianni Infantino weist Vorwürfe zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gianni Infantino streitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ab.
Gianni Infantino streitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ab. © imago images/Bildbyran
Anzeige

Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass die Schweizer Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino eröffnet hat, äußerte sich der 50-Jährige nun - und wies entsprechende Anschuldigungen von sich.

Anzeige

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Vorwürfe der Schweizer Justiz erneut zurückgewiesen. Bei den fraglichen Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber, wegen derer die Schweizer Staatsanwaltschaft am Donnerstag ein Strafverfahren gegen beide eröffnet hatte, sei er seiner "wesentlichen Aufklärungspflicht auch im Sinne der FIFA" nachgekommen, sagte Infantino einer Mitteilung des Fußball-Weltverbands zufolge. Das werde er auch weiter tun. "Dieses war immer mein Anspruch und davon lasse ich mich nicht abbringen."

Anzeige
Mehr vom SPORTBUZZER

Wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft in Bern mitgeteilt hatte, wird Infantino wegen der geheimen Zusammenkünfte mit Lauber Anstiftung zum Amtsmissbrauch, Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses und Anstiftung zur Begünstigung vorgeworfen. Angeklagt wird auch ein ebenfalls bei den Treffen anwesender Oberstaatsanwalt.

"Lassen Sie es mich noch einmal klarstellen: Die Treffen mit dem Bundesanwalt sollten zur lückenlosen Aufklärung beitragen", sagte Infantino. "Zum damaligen Zeitpunkt waren über zwanzig Verfahren gegen ehemalige FIFA-Mitglieder anhängig." Der Weltverband schrieb in der Mitteilung, die FIFA und der FIFA-Präsident "werden umfassend mit den Behörden kooperieren."

Auch Lauber im Visier

Infantino ergänzte, dass sich FIFA-Offizielle "mit Justizbehörden in anderen Rechtssystemen auf der ganzen Welt getroffen" hätten und dies nie ein Problem gewesen sei. "Insbesondere in den USA hat diese Zusammenarbeit zu über 40 strafrechtlichen Verurteilungen geführt. Dementsprechend unterstütze ich den Justizprozess weiterhin voll und ganz."

Auch gegen Lauber soll nun ein Strafverfahren eröffnet werden. Er ist aber noch bis Ende Januar 2021 im Amt und deshalb vor Strafverfolgung geschützt. Deshalb beantragte der eigens eingesetzte außerordentliche Staatsanwalt beim Parlament die Aufhebung seiner Immunität.

Von Deutschland in die Welt: Sportler als Botschafter

Deutsche Sportstars wie Bastian Schweinsteiger, Boris Becker oder Franz Beckenbauer haben es zu Weltruhm gebracht. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeichnet den Verlauf ihrer Karrieren nach. Zur Galerie
Deutsche Sportstars wie Bastian Schweinsteiger, Boris Becker oder Franz Beckenbauer haben es zu Weltruhm gebracht. Der SPORTBUZZER zeichnet den Verlauf ihrer Karrieren nach. ©

Blatter fordert Suspendierung

Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter hat unterdessen auch interne Ermittlungen und Konsequenzen für Infantino gefordert. "Der Fall ist klar. Jetzt muss auch die FIFA-Ethikkommission ein Verfahren gegen Gianni Infantino einleiten und ihn suspendieren", sagte Blatter am Donnerstag.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!