07. März 2021 / 21:35 Uhr

Nach Fan-Kritik an Rose-Wechsel: Eberl verteidigt sich in offenen Brief an Gladbach-Mitglieder

Nach Fan-Kritik an Rose-Wechsel: Eberl verteidigt sich in offenen Brief an Gladbach-Mitglieder

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Marco Rose (links) wird Borussia Mönchengladbach im Sommer Richtung Borussia Dortmund verlassen. Nun hat sich Sportdirektor Max Eberl an die Fans gewandt.
Trainer Marco Rose (links) wird Borussia Mönchengladbach im Sommer Richtung Borussia Dortmund verlassen. Nun hat sich Sportdirektor Max Eberl an die Fans gewandt. © IMAGO/Moritz Müller/dpa/Montage
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Der bevorstehende Wechsel von Gladbach-Trainer Marco Rose zu Borussia Dortmund schlägt weiter hohe Wellen. Trotz des Sturzes auf Rang zehn und Forderungen aus der Fanszene, sich sofort von Rose zu trennen, hält Sportdirektor Max Eberl weiter an dem Coach fest und denkt nicht an eine vorzeitige Trennung. In einem offenen Brief hat sich Eberl nun an die Fans gewandt.

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In aller Ausführlichkeit hat Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl sein Festhalten an Trainer Marco Rose trotz dessen bevorstehenden Wechsels zu Liga-Konkurrent Borussia Dortmund erklärt. In einem emotionalen offenen Brief wandte sich Manager am Sonntagabend direkt an die Mitglieder, von denen zuletzt zahlreiche die sofortige Entlassung des Coaches gefordert hatten. Rose steht in der Kritik, weil der die Borussia vom Niederrhein per Vertragsklausel in Richtung BVB verlässt und gleichzeitig auch die Leistungen des Teams zuletzt schwächer wurden. Seit der Wechsel-Ankündigung Roses Mitte Februar verlor Gladbach alle Pflichtspiele und stürzte auf Rang zehn in der Bundesliga ab. "Ich trage die Verantwortung und mir geht es nur und ausschließlich um das Wohl und Wehe des Vereins", verteidigte Eberl nun seine Entscheidung trotz des Negativ-Laufs weiter am Trainer festhalten zu wollen.

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Eberl kritisierte gleichzeitig auch, dass sich einige Gladbach-Anhänger wegen des Festhaltens an Rose vom Verein in dieser Saison lossagen würden: "Wenn ich lese, dass Fans 'der Stecker gezogen' wurde, weil unser Trainer uns verlässt und sie sich nicht mehr für die laufende Saison interessieren, weil dieser Trainer noch auf unserer Bank sitzt, dann fehlt mir das Gefühl von Zusammenhalt und Kampfgeist für Borussia", schreibt der Gladbach-Verantwortliche und appellierte an den Zusammenhalt. "Sich einer Situation ergeben und die Segel streichen, das kann ich nicht nachvollziehen. Mein 'Stecker' wird niemals gezogen sein, so lange ich diesen Job zusammen mit allen machen darf. Aufgeben wird und darf niemals ein Thema sein."

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Gleichzeitig zeigte Eberl aber auch Verständnis für Fan-Kritik: "Ich habe auch Verständnis für die Enttäuschung und die Kritik, die dort geäußert wird. Enttäuschung über die Entscheidung unseres Trainers, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln (was ihm aber auf Grund des Vertrages möglich war), Enttäuschung über die Ergebnisse in den letzten Spielen, Kritik an meiner Entscheidung, mit Marco weiterzumachen", so der Sportdirektor.

Allerdings müsse diese Kritik auf sachlicher Ebene stattfinden, denn er und sein Team versuchten das Möglichste, um die Zukunft der Borussia erfolgreich zu gestalten: "Unser Verein steht über allem. So verstehen wir, Stephan Schippers und ich, unsere Arbeit immer. Wir und ich entscheiden an dem Tag, an dem Entscheidungen gefällt werden müssen, und nicht aufgrund von zwischenmenschlichen Gefühlen, nicht aufgrund von Rücksichtnahme auf andere, nicht auf Druck von außen und auch nicht aus eigener Eitelkeit heraus", schreibt der Manager. "Der wichtigste Punkt bleibt: Wir wollen für Borussia Mönchengladbach die besten Entscheidungen treffen." Und wie Eberl bereits am Samstag nochmals deutlich machte, ist es nach seiner Meinung die richtige Entscheidung, den Weg bis Saisonende mit Trainer Rose zu gehen.