11. Juni 2014 / 14:31 Uhr

Nach Fanprotesten: VfB Stuttgart sagt Testspiel gegen RB Leipzig ab

Nach Fanprotesten: VfB Stuttgart sagt Testspiel gegen RB Leipzig ab

Matthias Roth
SPORTBUZZER-Nutzer
Sportdirektor Fredi Bobic kommt mit seinen Stuttgartern nicht zu RB Leipzig. USER-BEITRAG
Sportdirektor Fredi Bobic kommt mit seinen Stuttgartern nicht zu RB Leipzig. © dpa
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Leipzig. Abgesagt: Der VfB Stuttgart tritt nach Fanprotesten nicht gegen RB Leipzig an.

Leipzig. Erneut hat sich ein Verein von seinen Fans den Testspielgegner diktieren lassen: Nach LVZ-Informationen hat der VfB Stuttgart das Vorbereitungsspiel gegen RB Leipzig abgesagt. Die Partie sollte am 23. Juli in Dessau ausgetragen werden. Vorausgegangen waren Proteste der schwäbischen Anhänger gegen den Vergleich.

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"Das Konstrukt RB Leipzig ist eben kein Fußballverein und sportlicher Kontrahent im herkömmlichen Sinne, sondern einzig und allein das Marketingprodukt eines sich selbst als allgegenwärtig und allmächtig generierenden Brauseherstellers", erklärten die Ultras vom "Schwabensturm".

Weitere Fans riefen eine Online-Petition ins Leben und machten damit Druck auf den Verein aus der Hauptstadt Baden-Württembergs. "Helft uns allen! Tradition muss den Kommerz schlagen. Gegen Produkte im deutschen Fußball. VfB muss das geplante Testspiel am 23.6. gegen RB Leipzig absagen. Gemeinsam gegen den Kommerz!", heißt es darin. Mehr als 1.700 Menschen unterzeichneten das Schreiben an die VfB-Vereinsspitze und kommentierten es heftig. "Leipzig braucht kein Mensch, auch nicht der Osten! Und ich unterschreib hier aus Karlsruhe, sagt ja wohl alles", postete etwa ein Rafael R.

Stuttgarts Media Director Stefen Lindenmaier nannte vor allem zwei Gründe für den Rückzug des VfB. "Das Spiel wurde bereits veröffentlicht bevor ein Vertrag zustande gekommen ist", sagte er auf Anfrage des Sportbuzzers. Am Ende habe auch das Gesamtpaket nicht gestimmt, deshalb habe der Erstligist nicht unterzeichnet. Am Geld sei die Partie jedenfalls nicht gescheitert. "Wir haben die Gesamtinteressen abgewägt", so Lindenmaier. Dabei hätten auch die Fans eine Rolle gespielt. Die Frage, ob der VfB Stuttgart sich von seinen Anhänger hat erpressen lassen, beantwortete Lindenmaier: "Nein, wir lassen uns von niemanden erpressen."

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Die Roten Bullen wollten den Vorfall dagegen nicht kommentieren. In der Vergangenheit waren bereits andere Verein, darunter Hessen Kassel, Union Berlin, Ergebirge Aue, 1. FC Nürnberg und 1860 München zu ihren bereits vereinbarten Freundschaftsspiele gegen RB auf Druck ihrer Anhänger nicht angetreten. Eine besondere Note bekommt der jüngste Rückzug, weil RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, der stets heimatverbundene RB-Trainer Alexander Zorniger und die RB-Nachwuchschefs Frieder Schrof und Thomas Albeck jahrelange für die Schwaben tätig waren. Zudem stammt Mittelfeldspieler Joshua Kimmich aus den Reihen des VfB.

Weitere Testspiele hat RB mit dem Topklub Paris St. Germain (19. oder 20.7.) und den Queens Park Rangers (26. Juli) in Gera vereinbart. Zudem testen die Bullen gegen Zwenkau und Markranstädt.

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