16. Juli 2021 / 21:31 Uhr

Nach fast vier Jahrzehnten: "Friesen-Präsi" Otto Deseke geht von Bord

Nach fast vier Jahrzehnten: "Friesen-Präsi" Otto Deseke geht von Bord

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Otto Deseke hört nach fast 40 Jahren als Spartenleiter Tischtennis beim TSV Friesen Hänigsen auf.
Otto Deseke hört nach fast 40 Jahren als Spartenleiter Tischtennis beim TSV Friesen Hänigsen auf. © Privat
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Otto Deseke gibt die Spartenleitung beim TSV Friesen Hänigsen nach fast vier Jahrzehnten ab. Dank seines Engagements wurden dem 65-Jährigen diverse Ehrungen zuteil. Den Tischtennis-Sport liebt er auch nach 50 Jahren weiterhin wie am ersten Tag.

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Mit 69 gemeldeten Aktiven zählt die Abteilung des TSV Friesen Hänigsen zu einer der größeren in Niedersachsen. 39 Jahre lang hat Otto Deseke die Geschicke als Spartenleiter geprägt. Anfang dieses Monats ging diese Ära zu Ende. Mit viel Herzblut und Freude übte der 65-Jährige sein Ehrenamt aus und erwarb sich weit über die Ortsgrenzen hinaus viele Sympathien. Nicht umsonst spricht Pressewart Gunter Wolf liebevoll von „unserem Präsi“. „Otto pflegte ein intensives Netzwerk, von dem die Sparte immer wieder profitiert hat“, sagt Wolf.

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Für sein Engagement bekam Deseke 1998 die Silberne Ehrennadel des Tischtennis Verbandes Region Hannover und zwei Jahre später die Silberne Ehrennadel des Regionssportbundes. 2007 wurde ihm zum Jubiläum von 25 Jahren im Amt als besondere Anerkennung die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen. Den Dank gibt der Geehrte an seine Mitstreiter weiter: „Wir hatten immer eine große Kontinuität im Vorstand und ein harmonisches Team.“

Mehr Sport aus der Region

Aufschwung durch Umzug 1989

Die nicht alltägliche Funktionärslaufbahn begann im Februar 1982. Im zarten Alter von 26, wenn für viele noch der Sport an erster Stelle steht. „Es gab damals einen redegewandten Lehrer bei uns. Der hat mich überzeugt und ich dachte mir, warum nicht?“, sagt Deseke. Der Umzug in die 1989 errichtete Hänigser Ballspielhalle sorgte für einen Aufschwung der Sparte, die im selben Jahr mit der Ausrichtung der Landesrangliste landesweit von sich reden machte. „Guido Hehmann, Jochen Schulz, alle niedersächsischen Größen waren dabei“, sagt der Vorsitzende. Durch die Halle gab es für die Sparte neue Möglichkeiten und die Zahl der Mitglieder wuchs. Um die Jahrtausendwende waren es 130 und bis zu acht gemeldete Jugendteams.

Leider muss sich Tischtennis die Spielstätte mit dem Handball teilen. So ist Donnerstag der einzige Trainingstag in der Woche, immerhin steht aber zweimal im Monat der Samstag für Punktspiele zur Verfügung. Trotz oder vielleicht gerade wegen der doch recht geringen Zeiten ist der Zusammenhalt fantastisch. So kommen die Hänigser gut durch die Corona-Zeit und blicken optimistisch in die Zukunft. „Es haben fast alle zur Stange gehalten, es gab nur drei Austritte“ sagt Deseke.

Feuer mit 17 Jahren entfacht

Tischtennis ist seit über 50 Jahren seine große Leidenschaft. Wie viele Kinder spielte er zunächst Fußball. Als C-Jugendlicher merkte er mit 13 Jahren, dass es „mit dem Fußball bei mir nichts mehr wird“. Mit einem Kumpel probierte er sich beim Tischtennis aus, schnell war das Feuer entfacht. Mit 17 folgte der Sprung in die erste Mannschaft, wo er 20 Jahre lang eine feste Größe war und viele Turniere spielte. Damit ist längst Schluss, obwohl die Zeit dazu jetzt vorhanden wäre. „Ein Turnierreisender werde ich mit Sicherheit nicht mehr“, sagt der Ruheständler.

Er liebe den Sport wie am ersten Tag, spielen wird er künftig nur noch in der fünften Mannschaft in der 3. Kreisklasse. Gern erinnert sich der „Ex-Präsi“ an die persönlichen Erfolge. Der vielleicht größte sei 1992 ein Erfolg im Regionspokal gegen die schier übermächtige SG Limmer gewesen, zu dem Deseke beim Stand von 7:7 den Siegpunkt beisteuerte. Unvergesslich bleibt auch ein Jahr zuvor der Triumph im Endspiel gegen ein Team des SC Hemmingen-Westerfeld.

2019 waren die Hänigser gleich mit vier Mannschaften bei den Pokalendspielen in Berenbostel dabei. Der scheidende Spartenleiter saß natürlich auf der Tribüne und fieberte mit. Auf dem Erinnerungsfoto hält er sich an der Seite. Irgendwie sinnbildlich für die Zeit im Ehrenamt. Deseke packte an, stellte aber nie seine eigene Person in den Mittelpunkt.