13. Oktober 2021 / 17:02 Uhr

Nach Fehlstart: Rostock Piranhas schmeißen zwei Stürmer raus

Nach Fehlstart: Rostock Piranhas schmeißen zwei Stürmer raus

Ben Brümmer
Ostsee-Zeitung
Der DEL-erfahrene Jack Combs konnte sein Potenzial nicht ausschöpfen und muss die Rostock Piranhas verlassen.
Der DEL-erfahrene Jack Combs konnte sein Potenzial nicht ausschöpfen und muss die Rostock Piranhas verlassen. © Imago
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Der Eishockey-Oberligist aus Rostock zieht nach dem misslungenen Saisonstart Konsequenzen und hat die Zusammenarbeit mit den Angreifern Jack Combs und Jonathan Galke beendet. Beide blieben weit unter den Erwartungen. Klub-Vize Christian Trems hat Ersatz angekündigt.

Unruhe im Team der Rostock Piranhas: Nach dem Fehlstart in der Eishockey-Oberliga Nord, bei dem die Raubfische nach fünf Partien ohne Punktgewinn auf dem letzten Tabellenplatz weit hinter den Erwartungen liegen, haben die Ostseestädter nun Konsequenzen gezogen. Die Verträge von Sturmroutinier Jack Combs (33) und Offensivtalent Jonathan Galke (22) wurden mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Das teilten die Hanseaten am Mittwoch mit.

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„Wir stehen aktuell mit dem Rücken zur Wand“, stellt REC-Vizepräsident Christian Trems fest. „Es ist keine Zeit für Experimente. Das Team muss abliefern. Das ist unsere Pflicht gegenüber den Fans und Sponsoren.“

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Der in Kempen geborene Galke, der sich erst vor der laufenden Saison den Rostockern anschloss und zuvor vier Spielzeiten lang in Kanada auf Torjagd ging, wusste beim REC nicht zu überzeugen. In vier absolvierten Ligapartien gelangen der Sturmhoffnung weder ein Treffer noch eine Vorlage. „Wir spielten schon länger mit dem Gedanken, die Zusammenarbeit mit Jonathan zu beenden. Schon in der Saisonvorbereitung blieb er blass“, sagt Trems und verdeutlicht: „In unserer aktuellen Situation dürfen wir uns einfach keine Fehler mehr erlauben. Gerade jetzt müssen alle Spieler 100 Prozent geben.“

Mit bereits 35 gefangenen Gegentreffern stellen die Piranhas momentan auch die schwächste Defensive der Liga. Zuletzt unterlagen die Rostocker Kufencracks zudem auch gegen vermeintlich schwächere Gegner, wie die Black Dragons Erfurt (4:5) und dem Krefelder EV (3:4). „Das sind Begegnungen, die müssen wir einfach gewinnen“, meint der Vize. Weitere deutlichere Niederlagen gegen die Tilburg Trappers (4:9), Hannover Scorpions (4:11) und Herner EV Miners (3:6) stehen ebenfalls in der Negativbilanz des REC. „Man kann gegen diese Teams verlieren. Die Art und Weise, wie wir diese Niederlagen kassiert haben. ist jedoch nicht akzeptabel“, wird Trems deutlich.

Mit 18 erzielten Toren liegen die Ostseestädter zwar im Ligadurchschnitt, die erhoffte Offensivstärke zeichnete sich jedoch nicht ab. Mit Jack Combs haben die Hanseaten einen weiteren Stürmer vor die Tür gesetzt. Der 33-jährige Routinier galt bei seinem Wechsel an die Küste als Hoffnungsträger und wurde als spektakuläre Neuverpflichtung vorgestellt. Der US-Amerikaner glänzte in der Saison 2016/17 mit 27 Treffern noch als Erstliga-Toptorjäger.

Bei den Rostockern konnte er an die beeindruckenden Leistungen nie anknüpfen: In vier Liga-Partien blieb der Angreifer torlos und steuerte lediglich drei Vorlagen bei. „Diese Ausbeute ist bei einem Spieler seiner Klasse natürlich viel zu wenig“, meint Trems, „Der Abgang ist natürlich extrem ärgerlich. Es hat leider nicht funktioniert. Aber bei Spielen war Jack gedanklich gar nicht auf dem Eis.“


Bereits bei den entscheidenden Partien im saisonvorbereitenden Nord-Ost-Pokal sowie beim Ligaauftakt in Tilburg fehlte der Stürmer den Hansestädtern, weil er Vater geworden ist und sich in seiner Heimat aufhielt. „Seine Familie wohnt weit weg. Man steckt nicht in den Menschen drin. Nicht jeder kann mit dieser Situation umgehen“, sagt Trems und fügt hinzu. „Wären wir in einer anderen Ausgangssituation, dann wäre alles vielleicht ganz anders gelaufen. So wie der Zustand jetzt ist, hilft er uns aber absolut nicht weiter.“

In den bevorstehenden Oberligaspielen erhofft sich der Vizepräsident eine deutliche Reaktionen seiner Spieler. Ersatz für die beiden entlassenen Akteure soll bereits im Anflug sein. „Wir führen Gespräche mit Kandidaten“, verrät Trems. Namen nennen möchte er nicht. „Die Lage ist allerdings nicht einfach. Der Spielermarkt ist abgegrast“, sagt er. Wenn alles gut läuft, könnte aber bis zum Wochenende bereits ein Neuzugang vorgestellt werden.