20. Mai 2021 / 22:11 Uhr

Nach fünf Jahren: Endlich mal wieder ein entspanntes Wolfsburger Saisonfinale...

Nach fünf Jahren: Endlich mal wieder ein entspanntes Wolfsburger Saisonfinale...

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zuletzt voller Brisanz: Die 34. Spieltage des VfL Wolfsburg.
Zuletzt voller Brisanz: Die 34. Spieltage des VfL Wolfsburg. © DPA/Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg kann den 34. Spieltag am Samstag gegen Mainz so entspannt wie lange nicht angehen, denn erstmals seit fünf Jahren geht's für den Fußball-Bundesligisten eigentlich um nichts mehr.

Darauf mussten der VfL und seine Fans lange warten: Erstmals seit fünf Jahren erlebt der Wolfsburger Fußball-Bundesligist am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 ein entspanntes Saisonfinale. In den Jahren zuvor gab es immer einen Grund zu zittern oder zu hoffen. Diesmal ist es anders, denn die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Spielzeit hat die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss ist, bereits sicher - mehr geht nicht.

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In den vergangenen Jahren waren die 34. Spieltage aus VfL-Sicht immer ziemlich turbulent. In der Saison 2016/17 hatten die Wolfsburger bis kurz vor Schluss um den Klassenerhalt gebangt. Ein Unentschieden zum Abschluss beim Hamburger SV hätte die Rettung bedeutet, doch kurz vor Schluss sorgte Luca Waldschmidt mit seinem Kopfballtor für das 2:1 der Hamburger. Der VfL musste in die Relegation, rettete sich dort gegen Nachbar Eintracht Braunschweig. Im Jahr darauf ein spannendes Szenario am letzten Spieltag, für den VfL waren Klassenerhalt, Relegation und Direktabstieg möglich. Es gab einen 4:1-Sieg gegen Köln – weil Freiburg zeitgleich gegen Augsburg gewann, reichte das nicht für die Rettung, sondern nur für die Relegation, die die Wolfsburger gegen Holstein Kiel meisterte.

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Erfreulicher, aber nicht weniger spektakulär war es in den Jahren darauf. 2019 sicherte sich der VfL durch das Wahnsinns-8:1 gegen Augsburg am letzten Spieltag noch Rang sechs (Konkurrent Frankfurt verlor mit 1:5 beim FC Bayern), der die Teilnahme an der Europa League bedeutete. Und in der vergangenen Saison gaben die Wolfsburger ebenjenen Platz sechs am 34. Spieltag durch ein 0:4 gegen die Münchner noch her, da 1899 Hoffenheim mit 4:0 in Dortmund gewann und vorbeizog.

Doch das ist alles Geschichte, in diesem Jahr kann der VfL den Saisonabschluss ruhig angehen - das erste Mal nach fünf Jahren. Das freut auch Glasner. "Ich bin froh, dass wir die Champions League fixiert haben. Den Nervenkitzel hätte ich nicht noch die ganze Woche gebraucht, wenn wir noch einen Sieg benötigt hätten oder woanders hinschauen müssten", so der Österreicher. Der VfL habe sich nicht von seinem Weg abbringen lassen. Das habe dafür gesorgt, "dass wir ein Spiel vor Schluss dafür belohnt wurden. Das hat die Woche schon deutlich angenehmer gemacht." Gleichwohl erwartet Glasner gegen Mainz, "dass wir auch dieses Spiel angehen, um es zu gewinnen". Aber worum geht's überhaupt noch? Zweiter in der Rückrunden-Tabelle will der VfL bleiben, Zweiter in der Heimtabelle kann er noch werden - und auf Platz drei der Gesamtwertung würde Glasner auch wieder gern springen. Dafür muss der VfL aber mehr Punkte holen als Dortmund gegen Leverkusen.

Fit sind die Profis nach den Feierlichkeiten in der Nacht auf Montag jedenfalls. "Am Montag und Dienstag haben wir noch die Nachwehen unserer Feier gespürt", gab Glasner zu und sagt: "Wir haben den Erfolg jetzt realisiert, es ist ein gutes Gefühl und eine gute Stimmung." Der Großteil der Party habe im Bus stattgefunden, nach der Ankunft im Ritz Carlton Hotel "ging es noch ein bisschen weiter", wie Glasner schilderte. Er selbst sei auch etwas länger dabei geblieben, "aber ich war nicht der Letzte."

Zur Einordnung: In der Saison 2015/16, der bisher letzten Champions-League-Saison des VfL, war früh klar, dass der letzte Spieltag entspannt wird. Nach einem 0:2 gegen Augsburg am 31. Spieltag hätte der VfL als Zehnter noch in die Europa League kommen, aber auch noch auf den Relegationsplatz abrutschen können. Es folgte ein herbes 1:5 in Dortmund, wonach sicher war, dass weder Europa noch Relegation möglich sind - am Ende war's Rang acht. Jetzt ist die Königsklasse sicher. Mit 61 Zählern liegt Wolfsburger auf Platz vier, liegt uneinholbar vor Frankfurt. "Es ist viel Druck abgefallen, vor allem nach dieser Leistung, die wir in Leipzig gezeigt haben. Das hat gezeigt, dass wir zu Recht da oben stehen", so Glasner.