18. Juli 2021 / 23:16 Uhr

Nach Hoeneß-Attacke – auch Matthäus kritisiert Kroos-Spielweise: "Verliert Geschwindigkeit"

Nach Hoeneß-Attacke – auch Matthäus kritisiert Kroos-Spielweise: "Verliert Geschwindigkeit"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus ist mit dem Spiel von Toni Kroos nicht einverstanden.
Lothar Matthäus ist mit dem Spiel von Toni Kroos nicht einverstanden. © dpa/Getty/Montage
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Erst Uli Hoeneß, jetzt Lothar Matthäus: In einer Kolumne für den "Kicker" hat nun auch der Rekordnationalspieler die Spielweise von Toni Kroos kritisiert. Der Mittelfeld-Star von Real Madrid verschleppe zu oft das Tempo.

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Toni Kroos steht weiter in der Kritik. Nach der heftigen Attacke von FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß in der vergangenen Woche hat sich nun auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nicht zufrieden mit der Spielweise des Weltmeisters von 2014 gezeigt. Kroos, der seine Karriere in der Nationalmannschaft nach der 0:2-Niederlage im EM-Achtelfinale gegen England für beendet erklärt hatte, verliere laut Matthäus zu viel Tempo im Aufbauspiel. "Man hat bei der EM gesehen, dass es nicht nur um die Geschwindigkeit des Spielers, sondern auch die des Balles geht", analysierte der Ex-Bayern-Star in einem Beitrag für den Kicker (Montagsausgabe). "Das macht er eigentlich ganz gut mit ein, zwei Kontakten, aber wo er die Bälle hin spielt, da verliert er wieder Geschwindigkeit, weil es kaum Raumgewinn gibt und so das Tempo verschleppt wird."

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Eine ähnliche Meinung, nur verbal deutlich härter ausgedrückt, vertrat Hoeneß am vergangenen Sonntag im "Doppelpass" von Sport1. Der ehemalige FCB-Präsident stufte die Spielweise des zurückgetretenen Kroos als nicht mehr zeitgemäß ein. "Toni Kroos hat in dem Fußball nichts mehr verloren", sagte der 69-Jährige. Kroos sei in der Schlussphase im Achtelfinale gegen England nicht einmal über die Mittellinie gegangen, "seine Art zu spielen ist total vorbei". Hoeneß bescheinigte dem Star von Real Madrid und früheren Bayern-Profi zu viele Querpässe. Kroos antwortete daraufhin ebenfalls bissig via Twitter: "Uli Hoeneß ist ein Mann mit großem Fußballsachverstand – auch wenn es für RTL nicht gereicht hat –, wenig Interesse für Polemik und mit sich komplett im Reinen. Ähnlich wie sein Greenkeeper."

Matthäus: Kroos "verschwand" einige Male bei Real Madrid

Matthäus, der den Mittelfeldspieler schon kurz nach dem EM-Aus kritisiert hatte, bezog sich mit seiner neuerlichen Kritik auf eine Bewertung des Sportmagazins, das Kroos gemeinsam mit Manchester-City-Profi Ilkay Gündogan als "Internationale Klasse" einstufte – zum Missfallen des Weltmeisters von 1990. "Ich habe persönlich nichts gegen Toni Kroos, aber ich bin mit seiner Spielweise nicht einverstanden", meckerte Matthäus. Kroos habe zwar bei Real Madrid "gute" und teilweise auch "überragende" Spiele gemacht, "aber dann verschwand er auch wieder. Deswegen ist Toni Kroos für mich nicht mehr 'Internationale Klasse'".

Kroos hatte nach dem frühen Aus bei der EM seinen Rücktritt aus dem DFB-Team verkündet. Der 31-Jährige hatte sein Debüt für die Nationalmannschaft im März 2010 gefeiert und seither 106 Länderspiele (17 Tore) absolviert. Der gebürtige Greifswalder gehört zu den erfolgreichsten deutschen Spielern der Geschichte. In seiner Zeit beim FC Bayern (2007 bis 2014) sowie bei Real Madrid (seitdem) konnte Kroos vier Mal die Champions League gewinnen; außerdem wurde er unter anderem drei Mal deutscher und zwei Mal spanischer Meister, gewann drei Mal den DFB-Pokal und wurde fünf Mal Klub-Weltmeister. Seit Vertrag bei Real läuft noch bis 2023.