26. Mai 2021 / 21:11 Uhr

Nach holprigem Start: Recken gewinnen Abwehrschlacht gegen HSG Nordhorn-Lingen

Nach holprigem Start: Recken gewinnen Abwehrschlacht gegen HSG Nordhorn-Lingen

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Nicht spektakulär, aber erfolgreich: Die Recken gewinnen bei der HSG Nordhorn-Lingen.
Nicht spektakulär, aber erfolgreich: Die Recken gewinnen bei der HSG Nordhorn-Lingen. © IMAGO/Werner Scholz
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Zwei bittere Niederlagen gegen Kellerkinder setzte es für die TSV Hannover-Burgdorf zuletzt. Auch bei der akut abstiegsbedrohten HSG Nordhorn-Lingen taten sich die Recken extrem schwer. Doch nicht zuletzt dank eines torhungrigen Johan Hansen drehte das Team von Carlos Ortega das Spiel.

Die Recken der TSV Hannover-Burgdorf können es in der Bundesliga nur noch auf die spannende Art und Weise. Oft genug mit einem negativen Ende, am Mittwochabend bei der HSG Nordhorn-Lingen aber mal wieder mit einem Siegertänzchen nach der Schlusssirene. Die Recken gewannen im Emsland beim akut abstiegsgefährdeten Gastgeber mit 22:20 und feierten den ersten doppelten Punktgewinn nach zuletzt drei sieglosen Spielen. Die eigenen diffusen Abstiegssorgen dürften damit vom Tisch sein. „Das tut richtig gut, hier zu gewinnen“, sagte Linksaußen Vincent Büchner. „Wir waren viel konzentrierter als zuletzt und haben deswegen auch viel weniger Fehler gemacht.“

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Büchner zog den Vergleich zu der peinlichen Pleite gegen Abstiegskandidat Ludwigshafen und zur unglücklichen, aber auch unnötigen Pleite in Minden am Pfingstsonntag. Lange sah es auch in Lingen nach einem erneuten Rückschlag aus. Nach der 1:0-Führung durch den starken Filip Kuzmanovski machte sich wieder ein allgemeiner Krampf breit im Recken-Spiel. Die Ausnahmen in der ersten Hälfte: Torwart Urban Lesjak hielt stark, und vorne netzte Rechtsaußen Johan Hansen immer wieder ein, meist per Siebenmeter.

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Peinliche Pleite drohte

Die Recken mussten im Rückraum erneut ohne ihren Kapitän Fabian Böhm (K1-Quarantäne) und Alfred Jönsson (Bänderriss im Knöchel) auskommen.

Nordhorn ging mit 4:1 in Führung, Hannover hatte starke Probleme im Abschluss. Immer wieder ließen die Recken auch Überzahlspiele ungenutzt. Beim 4:8 und 12:15 drohte es erneut, ein peinlicher Auftritt zu werden. Aber das Team von Carlos Ortega fing sich, stand hinten jetzt sehr sicher und gewann immer wieder Bälle für Gegenstöße. Hansen gelang der Ausgleich zum 15:15. Und hinten hielt Domenico Ebner den zweiten Siebenmeter in Folge. Doch Nordhorn war noch nicht geknackt, die HSG wehrte sich.

Cehte und Büchner bringen den Sieg

Der Unterschied zur Vergangenheit: In der Schlussphase blieb Hannover diesmal cool, machte selber keine Fehler und profitierte von den Patzern der Gastgeber, die nicht umsonst weit unten im Keller stehen. Nejc Cehte traf zum 21:20, Büchner 100 Sekunden vor dem Ende zum 22:20. Das reichte, weil Nordhorn nichts Gefährliches mehr produzierte. Hannover spielte den Vorsprung über die Zeit. „Es war kein Spiel der Angriffsreihen“, sagte Büchner mit Blick auf das niedrige Ergebnis. „Dafür haben wir es umso besser in der Abwehr gemacht.“

Mit dem Sieg machte das Team Ilija Brozovic ein passenden Geschenk. Der Kreiläufer feierte am Mittwoch mit frisch geschorenem Schädel seinen 30. Geburtstag. Sportlich kam er mit seinen Recken knapp ungeschoren davon.