06. April 2021 / 13:14 Uhr

Nach homophoben und rassistischen Äußerungen: Hertha BSC schmeißt Torwarttrainer Zsolt Petry raus

Nach homophoben und rassistischen Äußerungen: Hertha BSC schmeißt Torwarttrainer Zsolt Petry raus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Torwart-Trainer Zsolt Petry wurde nach seinen homophoben und rassistischen Äußerungen bei Hertha BSC freigestellt.
Torwart-Trainer Zsolt Petry wurde nach seinen homophoben und rassistischen Äußerungen bei Hertha BSC freigestellt. © IMAGO/Metodi Popow
Anzeige

Hertha BSC zieht die Konsequenz: Der Hauptstadt-Klub trennt sich von seinem Torwarttrainer Zsolt Petry, der am Osterwochenende mit homophoben und rassistischen Äußerungen in seiner Heimat Ungarn negativ aufgefallen war.

Anzeige

Ein deutliches Zeichen für ein weltoffenes Bild - und Null Toleranz! Hertha BSC hat seinen Torwarttrainer Zsolt Petry am Dienstag freigestellt. Das gaben die Berliner bekannt. Der 54-Jährige fiel am Osterwochenende negativ mit einem Interview gegenüber der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet auf. Er verbreitete homophobe und rassistische Äußerungen.

Anzeige

"Auch unter Würdigung von Übersetzungsfeinheiten und der Tatsache, dass einige Aussagen von Zsolt im Interview ohne Rücksprache vor der Veröffentlichung weggelassen wurden, mussten wir letztlich feststellen, dass die getätigten Äußerungen insgesamt nicht den Werten von Hertha BSC entsprechen", teilte Berlins CEO Carsten Schmidt per Pressemitteilung mit. Petry selbst sagte, er sei weder homophob noch fremdenfeindlich. "Meine Aussage zur Einwanderungspolitik bedaure ich sehr und möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten", sagte er.

Petry hatte am Montag mit fragwürdigen Aussagen zu den Themen Homosexualität und Zuwanderung für Irritationen gesorgt. Er kritisierte in einem Interview mit der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung Magyar Nemzet vom Ostermontag den Einsatz des ungarischen Torhüters Peter Gulacsi von RB Leipzig für einen Verein, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt. Er verstehe nicht, was seinen Landsmann Gulacsi dazu bewogen habe, "sich für Homosexuelle, Transvestiten und Menschen sonstiger geschlechtlicher Identität einzusetzen", sagte Petry.

Der 54-Jährige, der mit Unterbrechungen seit 2015 bei den Berlinern arbeitet, vertrete selbst eine konservative Linie. Auch beim Thema Migration. "Ich verstehe gar nicht, wie Europa moralisch so tief sinken konnte, wie jetzt. (...) Europa ist ein christlicher Kontinent, ich sehe den moralischen Niedergang nicht gerne, der den Kontinent niederfegt", sagte Petry: "Die Liberalen blasen die Gegenmeinungen auf: Wenn du die Migration nicht gut findest, denn schrecklich viele Kriminelle haben Europa überlaufen - dann werfen sie dir sofort vor, dass du ein Rassist bist."