17. September 2018 / 14:01 Uhr

Nach Joker-Tor: Mehmedi will weitere Argumente für VfL-Startelf liefern

Nach Joker-Tor: Mehmedi will weitere Argumente für VfL-Startelf liefern

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auf lange Sicht möchte ich nicht der Joker sein: Admir Mehmedi (l.) empfahl sich mit seinem Treffer gegen Hertha für die Startelf. 
"Auf lange Sicht möchte ich nicht der Joker sein": Admir Mehmedi (l.) empfahl sich mit seinem Treffer gegen Hertha für die Startelf.  © dpa
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Admir Mehmedi rettete dem VfL Wolfsburg mit seinem Treffer in der Nachspielzeit einen Punkt beim 2:2-Unentschieden gegen Hertha BSC. Jetzt will der Schweizer Nationalspieler mehr – und mit Leistung weiter auf sich aufmerksam machen. 

Der Eidgenosse Admir Mehmedi ist ein eher ruhiger Zeitgenosse. Wenn der Schweizer redet, strahlt er dabei eine enorme Besonnenheit aus. Man könnte sogar fast meinen: Gelassenheit. Hinsichtlich seiner aktuellen Rolle beim VfL Wolfsburg läge man mit letzterem aber falsch. Denn der 27-Jährige, in den ersten vier Pflichtspielen viermal eingewechselt, würde gern mehr spielen. Das untermauert er nicht nur verbal, sondern gegen Hertha BSC auch mit dem Treffer zum 2:2-Endstand – und kündigt an, noch besser zu werden.

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Mit seinen insgesamt 99 Minuten Einsatzzeit in den ersten vier Partien der Wolfsburger im DFB-Pokal und in der Bundesliga kommt er inklusive Nachspielzeit in der Summe auf rund ein komplettes Fußballspiel, also ein Viertel des Möglichen. Zu wenig für die Ansprüche des 59-maligen Schweizer Nationalspielers. „Die Joker-Rolle habe ich nicht so gern, und auf lange Sicht möchte ich das auch nicht sein“, sagt Mehmedi. Er sieht aber auch ein, „dass es die Jungs in den ersten beiden Ligaspielen gut gemacht haben“ – und, dass Bruno Labbadia („Er ist der Trainer, er entscheidet“) keinen Anlass sah, etwas zu verändern. Aktuell hat Landsmann Renato Steffen auf dem rechten Flügel die Nase leicht vorn.

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Doch Mehmedi ist kein Spieler, der schmollt, wenn er mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen muss. Auch das ist ja gerade ein wesentlicher Grund, warum der VfL so erfolgreich in die Saison gestartet ist; dass die Spieler, die nah an der Startelf dran sind, ein Daniel Ginczek, ein Yunus Malli, nicht aufmucken - und dann, wenn sie eingewechselt werden, zeigen, was sie drauf haben. Gegen Schalke war es Ginczek, der als Joker traf, nun gegen Hertha Malli und Mehmedi. „Eine große Schnauze zu haben oder negativ zu sein, das bringt der Mannschaft nichts, das bringt einem selber nichts. Das ist Leistungssport“, so Mehmedi.

Entscheidend: Leistung

Die einzige Währung, mit der die drei hochveranlagten Einwechselspieler einen Platz in der ersten Elf erstehen können, sei: Leistung. „Klar ist man enttäuscht, wenn man nicht von Anfang an spielt. Aber um Gottes Willen, man kann sich mit Leistung empfehlen und schlussendlich will der Trainer ja auch gewinnen“, verdeutlicht Mehmedi, der sich als einer der Gewinner der Vorbereitung mittlerweile auf einem guten Weg sieht, nachdem sein Start in Wolfsburg noch „äußerst unglücklich“ verlaufen war.

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Erleichterung in den Gesichtern der VfL-Profis. Maxi Arnold herzt Admir Mehmedi nach seinen späten Ausgleichstreffer in der 94. Minute.  Zur Galerie
Erleichterung in den Gesichtern der VfL-Profis. Maxi Arnold herzt Admir Mehmedi nach seinen späten Ausgleichstreffer in der 94. Minute.  ©

Vor seiner langwierigen Verletzung (Bänderriss im Mittelfuß), die sich der Winterzugang schon im März zugezogen hatte und die das Saison-Aus bedeutete, hatte er gerade mal fünf Ligaspiele absolviert. „Die waren auch von der Mannschaft nicht gut - und dann bist du verletzt, und die Leute denken, da ist nicht viel gekommen von mir.“ Doch gerade gegen Ende der Vorbereitung nahm Mehmedi Fahrt auf, „da habe ich einmal gegen Ajax und doppelt gegen Neapel getroffen. Das war schon eine Tendenz nach oben“, sagt er.

"Ich kann der Mannschaft definitiv helfen"

Zuletzt in der Länderspielpause traf der Schweizer zum 6:0 gegen Island, spielte eine Halbzeit gegen England – jeweils ebenfalls als Joker. Zumindest kann Mehmedi mit dieser Situation inzwischen besser umgehen als früher. „Ich habe eine gewisse Erfahrung, früher bin ich fast durchgedreht, wenn ich nicht gespielt habe“, erklärt er. Ändern würde er seinen Status trotzdem gern. „Ich muss jetzt dran bleiben, weiter arbeiten. Denn ich kann noch besser Fußballspielen. Ich fühle mich von Woche zu Woche besser – und kann der Mannschaft mit meinen Qualitäten definitiv helfen.“

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