10. April 2021 / 19:00 Uhr

Nach Klüver-Abgang: Auch André Petersen verlässt den Oldenburger SV

Nach Klüver-Abgang: Auch André Petersen verlässt den Oldenburger SV

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Andre Petersen wird den Oldenburger SV nach 10 Jahren verlassen.
Andre Petersen wird den Oldenburger SV nach 10 Jahren verlassen. © Agentur 54°
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Den Mittelfeldspieler zieht es zum Hamburger SV III, wo er zukünftig mit Marcell Jansen und Piotr Trochowski zusammenspielen wird.

Die Oldenburger Wohngemeinschaft kickt künftig auf getrennten Plätzen. Während es Mats Klüver wie berichtet zum SV Todesfelde zieht, läuft André Petersen in der kommenden Saison für die Oberliga-Mannschaft des Hamburger SV auf.

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Dass Petersen den Verein verlässt, war intern schon länger klar. Bereits in den letzten zwei Jahren war es dem quirligen Mittelfeldspieler immer weniger möglich, zum Training nach Oldenburg zu pendeln. Denn der Polizist arbeitet in Elmshorn, lebt in Hamburg-Eppendorf und hat dort mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt.

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Petersen ist die Entscheidung nicht leicht gefallen - Teil seines Lebens wird ihm fehlen

Im Gespräch mit den Lübecker Nachrichten sagt Petersen: „Ich spiele jetzt schon seit über zehn Jahren für den OSV, also eine absolute Herzensangelegenheit für mich. Deshalb ist mir das Ganze auch verdammt schwer gefallen am Ende. Aber nach den zwei Saisons, in denen ich immer gependelt bin, war das alles nicht immer zu 100% zufriedenstellend.“ Seine Jungs, die er zum Teil sein ganzes Leben lang kennt, werde er vermissen. Wenngleich er mit einem von ihnen – Mats Klüver – ja auch weiterhin unter einem Dach lebt.


Statt Wölk und Janner, Jansen und Trochowski beim Hamburger SV

Den 26-jährigen André Petersen zieht es nun in die Hamburger Oberliga. Nach mehreren Gesprächen mit verschiedenen Vereinen entschied sich Oldenburgs Nummer 10 für einen Wechsel zum Hamburger SV III. Der Kontakt sei über OSV-Kapitän Kevin Wölk zustande gekommen, der HSV-Spielführer Torben Wacker gut kenne. „Ab Juli darf ich mit ein paar Legenden wie Marcell Jansen und Piotr Trochowski zusammen kicken“, ist Petersen voller Vorfreude.

Neben der Mannschaft überzeugte ihn auch das Trainingsgelände

Vor allem die Rahmenbedingungen haben Petersen überzeugt. „Die Mannschaft spielt und trainiert auf dem NLZ-Gelände des HSV in Norderstedt. Die Kabine, das ganze Trainingsgelände dort ist einfach super modern, also an Möglichkeiten weit über Oberliga-Niveau. Trainings- und Spielzeiten passen aktuell super zu meinem Beruf, sodass ich endlich wieder regelmäßig trainieren kann. Und die Truppe ist dazu auch super drauf. Ich habe schon ein paar Mal mittrainiert, es macht mega viel Spaß bisher!“

Vier Abgänge hat der OSV schon zu verkraften

Für den OSV ist Petersen bereits der vierte feststehende Abgang nach Chris Bita (wechselt zu Phönix Lübeck II), Moritz Haye (Eutin 08) und Mats Klüver (SV Todesfelde). Insbesondere die Abgänge des sich zuletzt immer besser entwickelnden Youngsters Haye, sowie des unter anderem auch vom SV Eichede umworbenen Mats Klüver dürften den OSV stark treffen. Dass mit André Petersen ein weiterer Leistungsträger den Verein verlässt, dürfte manch OSV-Sympathisanten endgültig die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

Trainer Albrecht sieht es gelassen und die Mannschaft gut aufgestellt

Auf die Frage, wie der Verein diese schwerwiegenden Abgänge kompensieren will, übt sich Trainer Florian Albrecht in Gelassenheit: „Es ist ja nicht so, dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Das war sowohl bei Mats, als auch bei André irgendwo zu erwarten. Natürlich wiegen die zwei Abgänge aus der Zentrale schwer. Aber zum einen befinden wir uns in Gesprächen mit einigen externen Spielern. Zum anderen traue ich auch dem einen oder anderen aus unserem Kader den nächsten Schritt zu. Wir haben den Kader auch mit Bedacht im letzten Jahr breiter aufgestellt. Ich bin positiv gestimmt. Wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf. “Von weiteren Abgängen sei darüber hinaus nicht auszugehen. „Der restliche Kader hat zugesagt. Es bleibt bei diesen vier Abgängen“, betont „Ebbe“ Albrecht gegenüber den LN.

Albrecht hat Verständnis für Petersens Entscheidung

Genau wie bei Klüver, der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Oldenburger war, spricht Albrecht auch bei Petersen von einem „herben sportlichen Verlust“, versteht dessen Beweggründe jedoch auch. „Sein Aufwand war sehr groß. Oftmals konnte er es sich beruflich nicht mehr einrichten, zu uns zu kommen. Von daher ist es verständlich, dass er sich etwas in seiner Nähe sucht. Wir danken ihm für seine Zeit beim OSV und wünschen ihm alles Gute. Für ihn steht die Tür immer offen. Er hat teilweise überragende Spiele abgeliefert und seine Qualität bewiesen. Aber das ist jetzt leider nicht mehr vereinbar.“