26. September 2021 / 15:48 Uhr

Nach Krawallen: Hansa-Führung kritisiert die Polizei

Nach Krawallen: Hansa-Führung kritisiert die Polizei

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hansa-Chef Robert Marien
Hansa-Chef Robert Marien © Lutz Bongarts
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Innenminister Renz bringt nach Ausschreitungen Sanktionen ins Gespräch. 1200 Polizisten und Polizistinnen waren rund ums Spiel im Einsatz.

Die 0:2-Niederlage des FC Hansa gegen Schalke wurde von heftigen Ausschreitungen begleitet, bei denen Pyrotechnik und Steine geworfen, vier Einsatzkräfte leicht verletzt wurden und ein Polizeiwagen in Brand geriet. Hansa distanzierte sich am Sonntag auf Anfrage von den Krawallen, kritisierte aber gleichzeitig auch die Polizei und warf ihr „Fehlverhalten“ vor.

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Der Verein habe noch in der Nacht zu einem gemeinsamen Auswertungstermin mit den Sicherheitsbehörden eingeladen, um die Geschehnisse intern zu besprechen und zu analysieren, heißt es in einem schriftlich verbreiteten Statement des Zweitligisten: „Dazu gehört es dann auch, das jeweils eigene Verbesserungspotenzial und auch eigenes Fehlverhalten zu reflektieren. Ein Wettrennen um das schnellste Statement – ohne sich vorab ein Gesamtbild verschafft zu haben – ist der Aufarbeitung sicherlich alles andere als dienlich.“ Es ei aber „komplett unstrittig, dass Steinwürfe und brennende Autos Grenzüberschreitungen darstellen, von denen man sich zu distanzieren hat“, teilte der Verein weiter mit.

Die Polizei hatte zuvor eine Mitteilung herausgegeben, auch Innenminister Torsten Renz hatte sich geäußert. „Verletzte Einsatzkräfte und brennende Polizeifahrzeuge haben nichts mehr mit gelebter Fankultur zu tun. Das sind keine Fans, das sind Straftäter, die sportbegeisterte und friedliebende Fußballfans diskreditieren. Auch, wenn außerhalb des Stadions die Polizei zuständig ist, erwarte ich vom Verein und den Fanvertretern, dass sie sich ganz klar von diesen Aktionen distanzieren (...) und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen“, sagte der CDU-Politiker.

In Bildern: Hansa Rostock - FC Schalke 04

Die Hansa-Fans machten sich kurz vor dem Anpfiff oberkörperfrei. Zur Halbzeit zogen sie ihre Shirts wieder an. Zur Galerie
Die Hansa-Fans machten sich kurz vor dem Anpfiff oberkörperfrei. Zur Halbzeit zogen sie ihre Shirts wieder an. ©

Bei den Ausschreitungen wurden mehr als zehn Strafanzeigen aufgenommen, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Raub, räuberischer Erpressung, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen sowie Besitz von Betäubungsmitteln. Rund 1200 Polizeikräfte waren im Einsatz.

Bereits am Mittag hatten sich insgesamt etwa 300 Hansa- und Schalke-Anhänger in Warnemünde Auseinandersetzungen geliefert. Die Schalke-Anhänger mussten ihre Personalien angeben und die Heimreise nach Gelsenkirchen antreten. Schon am Vormittag war die Polizei zu Einsätzen ausgerückt, um Fan-Gruppen voneinander zu trennen. Im Stadtteil Dierkow verfolgten Beamte 20 Fahrzeuge mit Hansa- und Schalke-Anhängern, die sich nach Polizeierkenntnissen zu Auseinandersetzungen treffen wollten. Kurz vor Ende des Spiels wurden hinter der Südtribüne des Stadions Polizisten mit Steinen beworfen.