13. September 2021 / 20:00 Uhr

Nach Kündigung von SV Wacker: Sechsstellige Summe für Mariannenpark nötig

Nach Kündigung von SV Wacker: Sechsstellige Summe für Mariannenpark nötig

Antje Henselin-Rudolph / Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Luftbild / Luftaufnahme vom Gelände vom SV Wacker am Sportplatz im Mariannenpark in Leipzig
Luftaufnahme vom Mariannenpark: Aus dem Platz vorn rechts soll ein Kunstrasen werden. Der Bau steht jedoch seit Monaten still. © André Kempner
Anzeige

Der Mariannenpark soll weiterhin dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Doch dafür muss das Gelände erst einmal auf Vordermann gebracht werden, und das wird teuer. Das Sportamt der Stadt Leipzig rechnet mit einer sechsstelligen Summe. Es ist nicht das einzige Problem.

Leipzig. Nachdem die Stadt Leipzig den Pachtvertrag des SV Wacker Leipzig für den Mariannenpark zum 30. September gekündigt hat, steht eine große Frage im Raum: Was wird aus dem Gelände, das schon einmal bessere Tage gesehen hat?

Anzeige

Fest steht: Die Anlage soll auch künftig dem Vereinssport zur Verfügung stehen. Das bestätigte Sportamtsleiterin Katja Büchel gegenüber dem SPORTBUZZER. Die Art der Vergabe der Flächen sei allerdings derzeit noch offen.

DURCHKLICKEN: So sieht es aktuell im Mariannenpark aus

Der Leipziger Mariannenpark hat schon bessere Zeiten erlebt. Im September 2021 sieht man dem Gelände deutlich an, dass hier schon längere Zeit niemand mehr Hand angelegt hat. Zur Galerie
Der Leipziger Mariannenpark hat schon bessere Zeiten erlebt. Im September 2021 sieht man dem Gelände deutlich an, dass hier schon längere Zeit niemand mehr Hand angelegt hat. © André Kempner

Ein Grund dafür ist der Zustand der drei Rasenplätze sowie des Sozialgebäudes. Die müssen flott gemacht werden, bevor an eine erneute Verpachtung überhaupt zu denken ist. In der Pflicht ist hier die Kommune als Eigentümer. Und die wird tief ins Portemonnaie greifen müssen. „Die Schadenshöhe ist bisher nicht bezifferbar, da die Stadt Leipzig das Gelände noch nicht übergeben bekommen hat“, so Büchel. Ihr Amt rechnet nach eigenen Angaben derzeit mindestens mit einer mittleren sechsstelligen Summe.

Erste Interessenten

Ein weiterer Grund: Der SV Wacker hat angekündigt, gegen die außerordentliche Kündigung vorzugehen. „Eine Neuvergabe ist erst möglich, wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt“, teilte die Stadt hierzu mit. Beschreitet Wacker also tatsächlich den Rechtsweg, liegt der Mariannenpark erst einmal weiter brach. Nichtsdestotrotz hat die Stadt bestätigt, dass erste Interessenten bereits unaufgefordert an sie herangetreten sind. Um wen es sich dabei handelt, wollte die Kommune allerdings nicht sagen.

Ein Kandidat könnte Inter Leipzig sein. Der Club war bisher Mitnutzer des Geländes. Das aktuelle Geschehen wird von den dortigen Verantwortlichen beobachtet. Vorstandsmitglied Holger Herzberg sagte dazu auf Anfrage: „Natürlich haben wir die Kündigung an Wacker mitbekommen. Wir verfolgen die Entwicklung und werden uns dazu zu geeigneter Zeit äußern.“

Ausstehende Sponsorengelder

Aus dem Umfeld des Fußball-Oberligisten, der 2013 im Mariannenpark quasi geboren wurde, kann man freilich heraushören, dass durchaus Interesse besteht, die komplette Anlage zu nutzen. Bislang hat der FC International dort einen Vertrag zu einem der vier Plätze. Dieser befindet sich seit geraumer Zeit im Umbau zu einem Kunstrasen. Aktuell liegt das Projekt jedoch brach.


Mehr aus Leipzig

Woran liegt’s? „Es gibt Probleme mit dem Eigenmittelanteil des Vereins“, so Katja Büchel. Erwartete Sponsorengelder stünden aus. „Der Verein geht aber fest von einer Fertigstellung im März oder April 2022 aus. Es fehlt nur noch der Kunstrasenbelag auf dem bereits fertig gestellten Unterbau.“

Derzeit ist der FC Inter mangels anderer Alternativen vor Ort in Torgau zu Hause, trägt dort seine Heimspiele in der fünften Liga aus. Trainiert wird im Sportpark Tresenwald in Machern.