11. Oktober 2020 / 19:13 Uhr

Nach Last-Minute-Tor im AOK-Landespokal: Ludwigsfelder FC steht im Viertelfinale

Nach Last-Minute-Tor im AOK-Landespokal: Ludwigsfelder FC steht im Viertelfinale

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Riesenerleichterung: Der Ludwigsfelder FC feiert den entscheidenden Treffer der Partie.
Riesenerleichterung: Der Ludwigsfelder FC feiert den entscheidenden Treffer der Partie. © Foto: Julius Frick
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AOK-Landespokal: Der Ludwigsfelder FC leitet richtungsweisende Wochen mit einem Sieg bei Grün-Weiss Ahrensfelde ein.

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Als der Countdown der Partie weit heruntergetickt war und der Referee fast schon die Verlängerung einleitete, gab es einen jähen Wechsel des Plots auf dem Sportplatz: Steven Marx passte geschickt vor das Tor des SV 1908 Grün-Weiss Ahrensfelde, dort köpfte Christopher Lemke den Ball in der Nachspielzeit ins Tor des Außenseiters. Der erste und einzige Treffer der Achtelfinalpartie des AOK-Landespokals in der 93. Minute entschied das Duell für den Ludwigsfelder FC, der sich beim SV Grün-Weiss (Landesliga Nord) mit 1:0 (0:0) durchsetzte.

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„Unser Ziel war es, eine Runde weiterzukommen, dieses Ziel haben wir auch erreicht, deshalb sind wir zufrieden“, sagte Aaron Müller, der Trainer des Oberligisten, „wir hätten in der Anfangsphase durch eine gute Gelegenheit für Artem Cygankov schon früh das Spiel in unsere Richtung lenken können, aber das ist uns leider nicht gelungen“. LFC-Kapitän Christopher Lemke, der als einziger Akteur Jan Glinker, den früheren Torhüter des 1. FC Union Berlin, bezwungen hatte, befand: „Das Spiel war aus meiner Sicht ein typisches Pokalspiel. Ahrensfelde hat alles in die Waagschale geworfen und gut verteidigt. Wir hatten mehr Spielanteile, aber haben uns über die gesamte Spielzeit schwer getan, klare Chancen herauszuspielen.“

In Bildern: Ludwigsfelder FC siegt bei Grün-Weiss Ahrensfelde.

Der Ludwigsfelder FC (rote Trikots) setzt sich bei Grün-Weiss Ahrensfelde mit 1:0 durch. Zur Galerie
Der Ludwigsfelder FC (rote Trikots) setzt sich bei Grün-Weiss Ahrensfelde mit 1:0 durch. © Julius Frick

Dementsprechend sei die Freude groß gewesen, als der Ball in der letzten Sekunde des Spiels noch über die Linie gedrückt worden sei. „Insgesamt war es trotzdem ein verdienter Sieg für uns“, sagte der Spielgestalter über eine Partie, die mehr nach Pflichtaufgabe für einen Oberligisten klang, als es die Kräfteverhältnisse auf dem Spielfeld vor der stattlichen Kulisse von 249 Zuschauern tatsächlich widerspiegelten: Der gut aufgestellte, ambitionierte SV Grün-Weiss, der auf dem Weg ins Achtelfinale unter anderem den FSV Bernau, den derzeitigen Tabellensechsten der Brandenburgliga, mit 4:0 bezwungen hatte, verpflichtete im Sommer Ex-Profi Jan Glinker.

„Man konnte schon sehen, dass er genau weiß, was er macht. Er hat viel Ruhe ausgestrahlt. Ehrlich gesagt, musste er sich vor dem späten Tor aber gar nicht so häufig auszeichnen“, sagte Christopher Lemke, „mir persönlich ist es egal, wer im Tor steht. Wenn ich treffe, dann freue ich mich immer gleich. Das Gefühl war also tatsächlich nicht anders als sonst“.

Der Effekt war in jedem Fall enorm: Der LFC ist nun Teil des elitären Kreises der brandenburgischen Viertelfinalisten, die Wahrscheinlichkeit, dass in der kommenden Runde ein Viertligist ins Waldstadion kommt, ist groß: Unter den letzten acht Teams des Wettbewerbes befinden sich mit dem FC Energie Cottbus, dem FSV Union Fürstenwalde, dem FSV Luckenwalde und Babelsberg 03 auch vier Regionalligisten. „Mal schauen wer uns jetzt im Viertelfinale zugelost wird. Ein Derby gegen Luckenwalde wäre sicher interessant, aber lassen wir uns überraschen“, sagt Christopher Lemke .

In der Oberliga gegen Wacker Nordhausen und Carl Zeiss Jena II

Durch den Sieg im Pokalduell hat der Ludwigsfelder Club richtungsweisende Wochen in der NOFV-Oberliga Süd für den Verein mit einem Sieg eingeleitet: An den beiden kommenden Wochenenden stehen mit den Duellen bei Wacker Nordhausen (Sonntag, Start 14 Uhr) und zu Hause gegen den FC Carl Zeiss Jena II (25. Oktober, 14 Uhr) Duelle gegen zwei Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Spielplan, die beiden Gegner liegen auf den letzten Rängen der Tabelle. „Auf diesen Spielen liegt nun der Fokus“, sagt Trainer Aaron Müller. „Wir hoffen alle, dass uns dieser Sieg Selbstvertrauen gibt und uns positiv in die nächsten Wochen schauen lässt“, sagt Christopher Lemke, „mit zwei aufeinanderfolgenden ganz wichtigen Ligaspielen für uns. Wir müssen weiter hart arbeiten und uns für unseren Aufwand belohnen.“