01. März 2020 / 13:37 Uhr

Nach LFC-Heimniederlage: Volker Löbenberg entschuldigt sich beim Publikum

Nach LFC-Heimniederlage: Volker Löbenberg entschuldigt sich beim Publikum

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Bitterer Moment für den LFC: In dieser Szene muss der Club gegen den 1. FC Lok Stendal einen der drei Gegentreffer hinnehmen.
Bitterer Moment für den LFC: In dieser Szene muss der Club gegen den 1. FC Lok Stendal einen der drei Gegentreffer hinnehmen. © Julius Frick
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NOFV-Oberliga Nord: Der Ludwigsfelder FC unterliegt zu Hause Lok Stendal mit 0:3 – Rote Karte für Florian Matthäs.

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Die sportliche Bestandsaufnahme fiel dürftig aus, als Volker Löbenberg ans Mikrofon trat, die Presserunde nach der Partie in den Katakomben des Waldstadions geriet auch zu einer Abrechnung. „Wir haben alles gemacht, um zu verlieren, aber nichts investiert, um zu punkten“, monierte der Coach des Ludwigsfelder FC. „Darüber muss man reden. Ich bin jedenfalls sehr enttäuscht von der Leistung der Mannschaft. Wir können es viel besser, aber wenn man elementare Sachen wie Laufen und Rennen nicht beherzigt, dann verliert man gegen Stendal, die superorganisiert waren und die gezeigt haben, wie man im Abstiegskampf agieren muss.“

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Oder anders formuliert: Das Team aus der Autobauerstadt holpert derzeit in die Rückrunde. Am Sonnabendnachmittag ging bei der 0:3 (0:1)-Niederlage gegen den 1. FC Lok Stendal auch das zweite Pflichtspiel im Kalenderjahr 2020 verloren. Denis Neumann hatte den Traditionsclub aus Sachsen-Anhalt in der 34. Minute bei der Partie auf dem Kunstrasenplatz in Führung gebracht. Nach dem Seitenwechsel traf Tim Schaarschmidt zum 2:0 (58.), erneut Neumann erzielte den 3:0-Endstand (83.). In der Schlussphase musste der LFC nach einem Feldverweis für Florian Matthäs (76.) in Unterzahl agieren.

In Bildern: Der Ludwigsfelder FC unterliegt Lok Stendal mit 0:3.

Bittere Heimniederlage: Der Ludwigsfelder FC (weiße Trikots) unterlag Lok Stendal deutlich mit 0:3. Zur Galerie
Bittere Heimniederlage: Der Ludwigsfelder FC (weiße Trikots) unterlag Lok Stendal deutlich mit 0:3. © Julius Frick

Jörn Schulz, der Coach des 1. FC Lok, war folgerichtig hochzufrieden mit dem Auftritt seines Teams und dem Ausgang des Duells vor 102 Zuschauern. „Ich denke, es war ein richtig, richtig gutes Auswärtsspiel von uns, es hatte sich ja bereits in der letzten Woche gegen Torgelow angebahnt. Wir wissen, worum es geht. Wir haben viel investiert, wir haben viele Zweikämpfe geführt, wir waren eklig“, befand der Lok-Trainer, „ich glaube einfach aus meiner Sicht, dass wir das mehr wollten, das wir besser drin und zielstrebiger waren, das wir einfach und im Endeffekt sehr effektiv Fußball gespielt haben. Es ist ein verdienter Sieg für uns, der in Ordnung geht. Auf dieser Leistung können wir aufbauen. Nur so geht es im Abstiegskampf. Wir sind eine Mannschaft, bei der alle Spieler aus der Region kommen. Wir haben vielleicht nicht die fußballerische Ausbildung wie andere Mannschaften in dieser Liga, aber mit Teamgeist, mit Wille und Leidenschaft kann man auch hier bei dieser Mannschaft bestehen.“

Viel Motivation zog Stendal auch aus dem 6:1-Sieg des LFC in der Hinrunde. „Wir hatten beim Hinspiel ganz ganz böse auf die Mütze gekriegt gegen diese Mannschaft, das tat lange weh“, erinnerte sich Schulze, „ich brauchte heute nicht viel sagen, ich habe den Jungs einfach noch mal aufgezeigt, wie Ludwigsfelde gegen uns gespielt hat.“

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Volker Löbenberg sah sich dagegen nach der ideenarmen Darbietung sogar genötigt, beim Publikum um Verzeihung für den Auftritt seines Teams zu bitten. „Bei den Zuschauern und Fans möchte ich mich persönlich entschuldigen für die Leistung, die nicht annähernd meinen Ansprüchen genügt“, sagte der Trainer hörbar zerknirscht.

Der LFC hat durch die Niederlage gegen Stendal, das den Rückstand auf Ludwigsfelde bis auf einen Zähler verkürzt hat, Boden im Kampf um den Klassenerhalt verloren. „Wir haben den Abstiegskampf noch nicht verstanden, wir haben vor dem Spiel gedacht, wir sind da nicht drin“, kritisierte Volker Löbenberg. „Heute war auch so ein Spiel, wo man einen direkten Konkurrenten distanzieren oder auf Abstand halten konnte. Stendal wusste, worum es geht, sie waren präsent in den Zweikämpfen und wir haben uns vollkommen davon beeindrucken lassen. Wir haben uns unnötige gelbe Karten geholt, weil wir diskutiert haben, dann holen wir uns eine Rote Karte, weil wir unsportlich sind.“ Beim Gastspiel am kommenden Sonnabend in Torgelow beim FC Greif ist der Erfolgsdruck gestiegen (Start: 14 Uhr). „Ich hoffe, dass wir gegen Torgelow die Reißleine gezogen bekommen und dass jeder auch kapiert, um was es jetzt geht“, sagt Volker Löbenberg.