21. April 2021 / 00:28 Uhr

Nach ManCity: Alle englischen Top-Klubs wenden sich von der Super League ab

Nach ManCity: Alle englischen Top-Klubs wenden sich von der Super League ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Proteste gegen die Einführung der Super League waren vor allem in England heftig gewesen.
Die Proteste gegen die Einführung der Super League waren vor allem in England heftig gewesen. © IMAGO/PA Images
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Auch der FC Liverpool, Manchester United, der FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur wollen nicht länger Teil der umstrittenen Super League sein. Das kündigten die fünf Klubs am Dienstagabend an und folgen damit dem Beispiel von Premier-League-Tabellenführer Manchester City.

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Nach Manchester City haben auch alle anderen englische Vereine verkündet, ihre Teilnahme an der hochgradig umstrittenen Super League zurückzuziehen. Am späten Dienstagabend gaben dies fast zeitgleich der FC Liverpool, Manchester United, der FC Arsenal, FC Chelsea sowie Tottenham Hotspur bekannt und folgen damit den Citizens, die kurz zuvor ebenfalls bestätigten, nicht am neuen Wettbewerb teilnehmen zu wollen, der keine 48 Stunden zuvor von zwölf internationalen Spitzenvereinen aus der Taufe gehoben worden war - sehr zum Ärger der UEFA, der nationalen Verbände und der Konkurrenten aus den europäischen Ligen.

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Bei United hatte wenige Stunden vorher der langjährige und in Fankreisen viel gescholtene Vorstandschef Ed Woodward seinen Rückzug zum Jahresende bekannt gegeben. Zunächst blieb unklar, ob es eine Reaktion auf die bittere Kritik an der Gründung der Super League war, bei der die Red Devils nun doch nicht mitmachen werden. "Manchester United wird nicht an der European Super League teilnehmen", hieß es. "Wir haben Wir haben die Reaktionen unserer Fans, der britischen Regierung und anderer wichtiger Interessengruppen aufmerksam verfolgt. Wir sind weiterhin bestrebt, mit anderen in der Fußball-Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um nachhaltige Lösungen für die langfristigen Herausforderungen zu finden, denen sich der Fußball gegenübersieht."

Zuvor hatte City den Anfang gemacht und seine zunächst vertraglich vereinbarte Teilnahme am Wettbewerb wieder einkassiert. Prompt meldete sich UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der die Pläne zuvor scharf kritisiert hatte, zu Wort. Er sei "glücklich, Manchester City wieder in der europäischen Fußballfamilie willkommen zu heißen", sagte der Slowene. "Sie haben große Intelligenz bewiesen, den vielen Stimmen nicht zuletzt ihrer Fans Gehör zu schenken, die die wichtigen Vorteile des aktuellen Systems hervorgehoben haben."

Wie das britische Sport-Radio talksport berichtet, beraten die zwölf Spitzenklubs am Abend über die sofortige Auflösung der Liga, die als Konkurrenzprodukt zur Champions League der UEFA aufgebaut werden sollte. Neben den sechs genannte englischen Klubs, die nun nicht mehr dabei sind, sollen die spanischen Vereine Real Madrid, Atlético und FC Barcelona sowie die italienischen Vertreter Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand zur Liga gehören. Die Teilnahme am neuen Wettbewerb soll dabei bis auf wenige Plätze einem Kreis weniger Top-Vereine dauerhaft vorbehalten sein. Die Pläne stoßen jedoch auf breiten Widerstand bei Fans, Politik und Verbänden.

Bereits im Laufe des Dienstags hatte die Times berichtet, dass sich mindestens ein ungenannter englischer Klub mit dem Ausstieg aus der Planung beschäftigt. ManCity-Trainer Pep Guardiola kritisierte den Wettbewerb direkt. "Es ist kein Sport, wenn kein Verhältnis zwischen Anstrengungen und Erfolg besteht", so der frühere Bayern-Coach.