18. März 2019 / 13:11 Uhr

Nach Nazi-Eklat: Stürmer des Chemnitzer FC ab sofort wieder spielberechtigt

Nach Nazi-Eklat: Stürmer des Chemnitzer FC ab sofort wieder spielberechtigt

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Für diese Aktion wurde Frahn bestraft: Der Stürmer präsentiert das Shirt beim Jubeln. Darauf die Aufschrift: Support your local Hools.
Für diese Aktion wurde Frahn bestraft: Der Stürmer präsentiert beim Jubeln das Shirt mit der Aufschrift: "Support your local Hools". © Imago
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Nach der zunächst im Eilverfahren ausgesprochenen Sperre gegen Daniel Frahn, hat das Sportgericht des NOFV nun schriftlich geurteilt. Das Ergebnis: vier Spiele Zwangspause, zwei davon auf Bewährung sowie eine Geldstrafe.

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Chemnitz. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat Daniel Frahn vom Chemnitzer FC wegen unsportlichen Verhaltens für vier Meisterschaftsspiele gesperrt und eine Geldstrafe von 3000 Euro ausgesprochen. Zwei Partien setzte das Gericht für die Dauer von zwölf Monaten zur Bewährung aus. Die bereits verpassten Partien beim BFC Dynamo und dem Berliner AK werden angerechnet. Der Stürmer kann damit im nächsten Punktspiel nach der Länderspielpause wieder zum Einsatz kommen.

DURCHKLICKEN: Der CFC und seine Fans trauern um einen Neonazi

Schweigeminute vor dem Anpfiff: Ruhe in Frieden, Tommy, steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. Zur Galerie
Schweigeminute vor dem Anpfiff: "Ruhe in Frieden, Tommy", steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. ©

Frahn hatte am 9. März während der Begnung zwischen dem CFC und der VSG Altglienicke beim Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support Your Local Hools" präsentiert. Die Aktion stand in Zusammenhang mit der vor Spielbeginn abgehaltenen "Trauerzeremonie" für den kurz zuvor verstorbenen Neonazi Thomas Haller, der als Begründer der rechtsextremen Hooligan-Gruppierung HooNaRa ("Hooligans - Nazis - Rassisten"). Die Geschehnisse hatten in Sport und Politik bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Club gab an, erpresst worden zu sein.

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„Der Fußball darf keine Bühne für Hooligans, Nazis und Rassisten sein. Wer solche sportfremden Inszenierungen unterstützt, auch aus Gedankenlosigkeit oder Naivität, verstößt gegen Grundwerte des Sports und schadet dem Ansehen des Fußballs", sagte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des NOFV-Sportgerichts zur Begründung. "Spieler Frahn war aber zu Gute zu halten, dass er sich schuldeinsichtig zeigt, sein unbedachtes Verhalten öffentlich entschuldigt hat und dies bedauert, er eine vereinsinterne Geldstrafe bekommen hat und sich glaubhaft von jeglichem Nazigebahren und entsprechenden politischen Einstellungen distanziert hat.“

Der NOFV hatte Frahn zunächst im Eilverfahren auf unbestimmt Zeit gesperrt. Nun erfolgte das schriftliche Verfahren. Der CFC, der den Angreifer selbst mit einer Geldstrafe belegte, hat das Urteil bereits angenommen. Man stimme mit der Feststellung und Bewertung des Sportgerichts in vollem Umfang überein, teilte der Drittligist mit.

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