30. April 2021 / 15:46 Uhr

Nach Nazi-Vergleich: Bericht über internes Schreiben von DFB-Präsident Keller an die Mitarbeiter

Nach Nazi-Vergleich: Bericht über internes Schreiben von DFB-Präsident Keller an die Mitarbeiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Präsident Fritz Keller soll sich nach seiner verbalen Entgleisung in einem internen Schreiben an die DFB-Mitarbeiter gewandt haben.
DFB-Präsident Fritz Keller soll sich nach seiner verbalen Entgleisung in einem internen Schreiben an die DFB-Mitarbeiter gewandt haben. © IMAGO/Martin Hoffmann
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DFB-Präsident Fritz Keller steht nach seinen Nazi-Vergleich gegenüber seinem Vize Rainer Koch massiv in der Kritik. Vor dem Treffen mit den Landesverbänden wendet sich Keller laut "Bild" mit einem internen Schreiben an die DFB-Mitarbeiter - und nimmt auch zu seiner Entgleisung Stellung. 

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Der DFB-Präsident bezieht intern Stellung. Fritz Keller hat nach seiner schlimmen Nazi-Entgleisung ein Schreiben im DFB-Intranet veröffentlicht. Das berichtet die Bild. Keller nimmt dort aber nicht nur Bezug auf seine verbale Entgleisung, sondern auch auf den Machtkampf beim Deutschen Fußballbund. Keller hatte seinen Vizepräsidenten Rainer Koch kürzlich mit Roland Freisler, einem Nazi-Richter, verglichen. Der DFB bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Publikation Kellers, ohne näher auf die Inhalte einzugehen.

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In dem von Bild zitierten Schreiben tun Keller seine Worte leid. "Ich habe zuletzt durch meine dumme, unbedachte und beleidigende Aussage" zu dem schlechten Bild des Verbandes beigetragen, heißt es vom DFB-Präsidenten. "Seien Sie versichert: Seit Tagen lässt es mir keine Ruhe, der Frage auf den Grund zu kommen, wie ich mich zu einer solchen Entgleisung habe hinreißen lassen. Meine eigenen Überzeugungen, Werte und die Geschichte meiner Familie stehen absolut im Widerspruch zu diesem unsäglichen Vergleich."

Für seine Wortwahl gegenüber Koch hagelte es massive Kritik für Keller und Forderungen nach seinem Rücktritt. Den wünscht sich auch Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann, der bei Sky sagte, dass Keller "nicht mehr tragbar" sei. Der DFB-Präsident schloss einen Rückzug aber bisher aus. In dem Schreiben kritisiert Keller auch den Zoff beim DFB, in dem er selbst eine große Rolle spielt. "Sie haben eine professionelle Führungsmannschaft verdient, die Werte wie Toleranz, Transparenz und Fairness lebt. Sie haben es nicht verdient, durch immer wieder neue Auseinandersetzungen in einem kleinen Kreis von Führungskräften so derart in der Ausübung Ihres Berufes gehindert zu werden." Was Keller meint: Die Verbandsspitze gilt schon länger als zerstritten. Seit Monaten liegen die Lager um Keller auf der einen Seite und Generalsekretär Friedrich Curtius auf der anderen im Dauer-Streit.



Am Wochenende kommen in Potsdam die 21 Landeschefs zusammen. Das Thema ist eigentlich: Der Frust der Basis über das ständige Gezanke an der Spitze des Verbands und die Fokussierung auf Inhalte. Es wird aber auch um Kellers Entgleisung gehen. Eine persönliche Entschuldigung, die Koch dann auch annähme, steht noch aus. Bei der Tagung will Keller für einen außerordentlichen Bundestag im Sommer werben. Dort sollen die Delegierten den Machtkampf um ihn und Curtius entscheiden. "Mit der aktuellen Konstellation kann kein Präsident gut und wirkungsvoll arbeiten. Ich nicht. Und auch kein Präsident in Zukunft. Darum müssen wir auch über einen Außerordentlichen Bundestag sprechen", heißt es in dem internen Schreiben von Keller.