02. Mai 2021 / 16:20 Uhr

Nach Nazi-Vergleich: Koch nimmt Entschuldigung von DFB-Präsident Keller "entgegen"

Nach Nazi-Vergleich: Koch nimmt Entschuldigung von DFB-Präsident Keller "entgegen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (links) hat eine Entschuldigung von DFB-Präsident Fritz Keller entgegengenommen.
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (links) hat eine Entschuldigung von DFB-Präsident Fritz Keller entgegengenommen. © dpa
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Nach dem Nazi-Eklat um DFB-Präsident Fritz Keller ist es am Rande der außerordentlichen Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten in Potsdam zu einer Aussprache mit Rainer Koch gekommen. Der Vizepräsident nahm eine Entschuldigung von Keller "entgegen".

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Fritz Keller steht als DFB-Präsident massiv unter Druck: Dem 64-Jährigen wurde von den Präsidenten der Landes- und Regionalverbände während der Konferenz in Potsdam das Vertrauen entzogen, wie DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann stellvertretend am Sonntagmittag verkündete. Ein Rücktritt scheint unausweichlich. Keller war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen in Erklärungsnot geraten. Er hatte Vizepräsident Rainer Koch als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Keller hatte daraufhin Koch um Entschuldigung gebeten. Nun ist es am Rande der Konferenz zu einer Aussprache der beiden gekommen, wie der DFB am Sonntag mitteilte.

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Koch berichtete via Pressemitteilung über das Gespräch: "Fritz Keller und ich haben uns in einem ausführlichen respektvollen Gespräch ausgetauscht, in dem er mir noch einmal seine Entschuldigung übermittelt hat", teilte Koch mit. Der DFB-Vize legte mit dieser Formulierung zumindest nahe, dass er die Entschuldigung nicht angenommen habe: "Ich habe diese Entschuldigung entgegengenommen. Eine Bewertung des Sachverhalts überlasse ich den dafür zuständigen Gremien und möchte den Sachverhalt daher nicht weiter kommentieren."

Generalsekretär Friedrich Curtius und Schatzmeister Stephan Osnabrügge hatten Keller für den Nazi-Vergleich scharf kritisiert. Nach Spiegel-Informationen hat Curtius, dem von den Landes- und Regionalpräsidenten ebenfalls das Vertrauen entzogen wurde, die Verfehlung des DFB-Bosses bei der Ethikkommission des Verbandes angezeigt. Das Ethikgremium hatte zuletzt stets darauf verwiesen, sich nicht zu laufenden Verfahren zu äußern.



"Eine derartige Äußerung ist völlig inakzeptabel und macht uns fassungslos", teilte der DFB als Ergebnis der Konferenz in Potsdam mit. "Die Regional- und Landesverbände des DFB stehen für eine demokratische, tolerante und vielfältige Gesellschaft. Die Äußerung des Präsidenten ist mit den Grundsätzen und Werten der Verbände nicht vereinbar." Der DFB-Chef erbat sich nach der Konferenz Bedenkzeit.