24. Januar 2021 / 13:19 Uhr

Nach Niederlage in Mainz: Rutscht RB Leipzig jetzt ins Leistungsloch?

Nach Niederlage in Mainz: Rutscht RB Leipzig jetzt ins Leistungsloch?

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann konnte mit dem Auftritt seines Teams in Mainz alles andere als glücklich sein.
RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann konnte mit dem Auftritt seines Teams in Mainz alles andere als glücklich sein. © Matthias Hangst/Getty Images
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Gerade erst hochgelobt, und dann das: RB Leipzig verliert den Rückrundenauftakt in Mainz mit 2:3. Dabei waren die Messestädter nach dem Sieg gegen Union Berlin wieder oben auf. Doch am Samstag passte zu wenig, mangelte es auch an der Einstellung. Coach Julian Nagelsmann befürchtet den Anfang einer schwierigen Saisonphase.

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Leipzig/Mainz. Nach dem Spiel gegen den 1. FC Union Berlin lobte Trainer Julian Nagelsmann RB Leipzigs Fußballer für ihren deutlichen Schritt nach vorn. Die 2:3-Pleite zum Auftakt der Rückrunde beim 1. FSV Mainz 05 wirkte wie das Gegenteil. „Natürlich ist es immer ein kleiner Rückschritt, wenn man ein Spiel nicht gewinnt, oder sogar verliert“, kommentierte der Coach nach dem Abpfiff. Nach einer Niederlage sollte aber wieder eine Vorwärtsbewegung in der Entwicklung folgen, betonte er.

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Abwehrleistung wenig überzeugend

Ob das vielleicht schwerer wird als erhofft. Denn genauso wie eine verlorene Partie eine positive Trotzreaktion hervorrufen kann, ist auch das andere möglich: ein Leistungsloch. „Es wird kompliziert, aufgrund der vielen Spiele, die wir haben“, ahnte Nagelsmann denn auch am Samstag. In den vergangenen Monaten präsentierten sich die Roten Bullen trotz hoher Belastung weitestgehend fit. "Es spricht eigentlich nichts dafür, dass die Mannschaft müde ist", hatte der Bullen-Coach nach der am Mittwoch mit einem Sieg gegen Union Berlin abgeschlossenen Hinrunde noch resümiert.

DURCHKLICKEN: Bilder zum Spiel in Mainz

Herber Rückschlag für RB Leipzig im Titelrennen: Die Nagelsmann-Elf unterlag bei Abstiegskandidat 1. FSV Mainz 05 mit 2:3. Zur Galerie
Herber Rückschlag für RB Leipzig im Titelrennen: Die Nagelsmann-Elf unterlag bei Abstiegskandidat 1. FSV Mainz 05 mit 2:3. ©

In der Partie gegen die Mainzer zeigten die RB-Profis zunächst ein gutes Spiel, gerieten in der zweiten Halbzeit aber früh in Rückstand. Das 2:3 aus Leipziger Sicht war ein echter Wirkungstreffer, von dem sich die Messestädter nicht mehr recht erholen konnten. Zweimal waren sie zuvor in Führung gegangen, zweimal hatte sie recht zügig den Ausgleich kassiert. Die Abwehr machte keine Werbung in eigener Sache, verteidigte zwei Standardsituationen nicht ausreichend und wurde zweimal bestraft. Ex-Kapitän Willi Orban räumte nach dem Spiel ein: „Die hundertprozentige Verteidigungshaltung war in den Momenten nicht da, das können wir uns vorwerfen. Wir haben die Haltung vermissen lassen.“

Rasen verhindert Kurzpassspiel

Dabei stand einer der Defensiv-Spezialisten ganz besonders im Fokus. Erst vor wenigen Tagen hatte FC Bayerns Karl-Heinz Rummenigge explizit Interesse an Dayot Upamecano bekundet. In seinem 100. Bundesligaspiel konnte der Franzose aber wenig überzeugen. Auch im Mittelfeld klafften nach dem kurzfristigen Ausfall von Kevin Kampl (verletzte sich bei Abschlusstraining) Lücken. Kapitän Marcel Sabitzer leitete zwar mit seinem Lattenschuss das 1:0 für die Leipziger durch Tyler Adams ein, hinterließ darüber hinaus aber nicht den gewohnt soliden Eindruck.

Bereits im letzten Hinrundenspiel gegen den 1. FC Union Berlin (1:0) schien die Partie zeitweise an Sabitzer vorbeizugehen. Bei den Nullfünfern war er zwar präsenter, von seiner Top-Form aber doch ein gutes Stück entfernt. Entsprechend einsichtig zeigte sich der Kapitän nach Abpfiff: „In der zweiten Halbzeit hatten wir Phasen, in denen wir nicht konstant gut gespielt haben. So kann man nicht gewinnen.“ Einsicht, ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung.

Probleme hatte die Messestädter auch mit den Rahmenbedingungen. Der Mainzer Rasen, mehr braun als grün, verhinderte das sonst übliche Kurzpassspiel der Leipziger. „Es kommt nicht von ungefähr, dass viele der heutigen Tore nach Standardsituationen gefallen sind“, so Nagelsmann. Drei der fünf Treffer der Partie resultierten aus einem ruhenden Ball.