02. März 2022 / 09:11 Uhr

Nach Nord Stream-Aus: SSC Schwerin braucht neue Partner

Nach Nord Stream-Aus: SSC Schwerin braucht neue Partner

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Christian Hüneburg, Geschäftsführer des SSC Palmberg Schwerin.
Christian Hüneburg, Geschäftsführer des SSC Palmberg Schwerin. © Imago
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Volleyball-Bundesligist SSC Palmberg Schwerin muss eine Finanzlücke füllen. Die ist entstanden, weil der Klub seine Partnerschaft mit Nord Stream 2 auf Eis gelegt hat. Diese Saison sei gesichert, versichert Klubchef Christian Hüneburg. Für die kommende werde eine Lösung im Sponsoring gesucht. Am Mittwochabend spielt das Team vor 630 Zuschauern gegen Münster.

Christian Hüneburg nutzte die Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Münster, um seine Position zu verdeutlichen: Das Auf-Eis-Legen der Partnerschaft mit Nord Stream 2 sei richtig gewesen und alternativlos. Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine gäbe es aus Sicht des SSC Palmberg Schwerin „nur Bedauern und Mitgefühl“, betonte der Geschäftsführer. Gleichwohl muss der deutsche Volleyball-Rekordmeister mit den wirtschaftlichen Auswirkungen seiner selbst getroffenen Entscheidung klarkommen.

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„Nord Stream 2 war einer unserer größten Partner. Das ist finanziell ein herber Schlag , den wir noch nicht abgefangen haben“, erklärte der SSC-Chef am Dienstag. Zahlen mag er nicht nennen. Es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen, das die Gasleitung von Russland nach Deutschland verlegt hat, die auf absehbare Zeit nicht in Betrieb gehen wird, den Klub pro Saison mit einem sechsstelligen Betrag unterstützt hat.

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Nach dem Einmarsch russischer Truppen ins Nachbarland entschied der SSC, alle Marketing-Aktivitäten für die Gas-Pipeline einzustellen. Die Werbung des langjährigen Partners auf der Vorderseite der Trikots des Bundesliga-Teams, auf Aufstellern und Banden wurde entfernt. Auf die Frage, ob noch Geld des Sponsors an den Klub fließe, wollte sich der Verein nicht äußern. Nur so viel: Diese Saison sei finanziell abgesichert, erklärte Hüneburg. Für die kommende Spielzeit müsse sich der SSC Gedanken machen, Gespräche mit bereits aktiven und neuen Partner führen.

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Beim Heimspiel gegen Münster am Mittwochabend (Beginn 19 Uhr) wollen die Schweriner ein Zeichen setzen. Der Verein und das Team würden angesichts der russischen Aggression ihrer ethischen Verantwortung gerecht werden, betonte Cheftrainer Felix Koslowski. Man fühle sich nicht nur wegen der Vereinsfarben Gelb und Blau, die mit den Landesfarben der Ukraine identisch sind, vereint und werde gemeinsam mit den 630 zugelassenen Zuschauern der Palmberg Arena ein Zeichen der Solidarität setzen.

„Es ist ein Thema, das uns alle beschäftigt und belastet und worüber wir auch in der Halle reden“, sagte Koslowski. „Aber wir haben probiert, uns hier einen Raum zu schaffen, wo wir uns ablenken und unserer Leidenschaft nachgehen können.“ Er empfindet das als Privileg: „Erst gab es Corona, jetzt haben wir einen Krieg in Europa. Trotzdem können wir aktuell noch Volleyball spielen.“ Sein Team tritt gegen Münster in Bestbesetzung an. „Wir brauchen die Punkte“, betonte der Coach.