19. April 2021 / 20:32 Uhr

Nach öffentlicher Kritik: Lukas Benner wehrt sich gegen Aussagen seines Noch-Klubs 

Nach öffentlicher Kritik: Lukas Benner wehrt sich gegen Aussagen seines Noch-Klubs 

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Die für Barmbek-Uhlenhorst unerwartete Rückkehr von Keeper Lukas Benner zum SV Todesfelde schlägt hohe Wellen.
Die für Barmbek-Uhlenhorst unerwartete Rückkehr von Keeper Lukas Benner zum SV Todesfelde schlägt hohe Wellen. © Agentur 54°
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„Es stimmt halt einfach nicht, was da steht“, beginnt Lukas Benner das Gespräch mit dem LN-Sportbuzzer, nachdem beim Portal „Fussifreunde“ ein Interview mit BU-Trainer Jan Haimerl erschien. 

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Zur Vorgeschichte: Im Januar verlängerte Lukas Benner seinen Vertrag beim Hamburger Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst um zwei Jahre, sollte zusammen mit Jonas Marschner (kommt von Preußen Reinfeld) künftig einen Zweikampf um die Nummer Eins führen. „Ich wurde nach einer Ein-Jahres-Verlängerung gefragt und es wurde sich um mich bemüht. Da fragte ich, warum ich nur einen Ein-Jahres-Vertrag angeboten bekomme und keinen für zwei Jahre, wenn ich doch so ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein soll“, erklärt Benner gegenüber den LN. Daraufhin bot BU einen Kontrakt über die gewünschte Laufzeit an, sodass mündlich Einigung erzielt werden konnte.

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Erneute Rückkehr zur alten Liebe

Anfang April dann jedoch die überraschende Wendung: Lukas Benner kehrt zurück zu seiner alten Liebe SV Todesfelde, wo mit Benner als Herausforderer des langjährigen Stammkeepers Fabian Landvoigt geplant wird.

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Laut Barmbek-Trainer Jan Haimerl wollte Benner nur beim SV Todesfelde II spielen

BU-Coach Jan Haimerl reagierte im Gespräch mit „Fussifreunde“ mit Unverständnis und wirft Benner vor, ihm gegenüber falsche Aussagen getätigt zu haben. So soll Benner mit dem Wechselwunsch an ihn herangetreten sein, um bei Todesfelde lediglich in der 2. Herren zu kicken, weil er nicht mehr so leistungsorientiert Fußball spielen wolle und sich ohnehin nicht wohlfühle in der Mannschaft. Haimerl habe erst über die Medien erfahren, dass sich Benner der Ligamannschaft des SVT – immerhin Regionalliga-Aspirant – anschließen werde.

Lukas Benner kann sich mit dem HSV Barmbek-Uhlenhorst nicht identifizieren

Dazu Benner: „Ich fühlte mich nicht wohl bei dem Gedanken zu bleiben, da ich mit der Truppe nie warm geworden bin, mich nicht mit dem Verein identifizieren kann und ich einfach wieder Spaß haben will. Auch wenn ich in Tofe nicht direkt erster Torwart wäre, könnte ich da für die zweite Mannschaft spielen.“

Mehr Spaß beim SV Todesfelde als bei BU

Zu seinem Rückzieher sagt er: „Es ist richtig, dass ich mündlich zusagte. Deswegen tut mir die Annullierung dieser Aussage leid. Viele Mitspieler von BU können das nachvollziehen und viele sind mir nicht böse. Über den Herren Jan Haimerl möchte ich keine schlechten Worte verlieren. Er tut unheimlich viel für den Verein, den er auch wahrscheinlich über alles liebt. Aber wir reden hier immer noch vom Amateursport, der Spaß bringen soll. Und den habe ich in Barmbek nicht so, wie ich ihn in Todesfelde habe!“

Haimerl hatte auf eine Benachrichtigung aus Todesfelde gehofft

Im Gespräch mit „Fussifreunde“ ließ sich Haimerl wie folgt zitieren: „Bei allem Verständnis, das man als Trainer zeigt und oftmals aufbringen muss, aber da fühlt man sich schon ein Stück weit verarscht!“ Haimerl wisse, „dass das Wort heute nicht mehr so viel wert ist, wie es früher noch der Fall war“. Und auch der aufnehmende SV Todesfelde bekommt einen Seitenhieb: „Ich hätte mich auch gefreut, wenn sich der Verein mal gemeldet hätte (…), dann wäre es zumindest eine saubere Kommunikation.“

"Wir sind Amateursportler und müssen nicht so tun, als seien wir Profis mit millionenschweren Verträgen"

Auf LN-Nachfrage erklärt Todesfeldes Teammanager Timo Gothmann: „Ich möchte mich zu dem Wechselverlauf nicht öffentlich äußern. Wir werden uns bei Gelegenheit direkt mit BU austauschen.“ Und Benner bekräftigt: „Ich wollte wechseln und ich habe primär den Kontakt nach Todesfelde gesucht. Wir sind Amateursportler und müssen nicht so tun, als seien wir Profis mit millionenschweren Verträgen.“

Benner von den Qualitäten Jonas Marschners vollkommen überzeugt

Die im „Fussifreunde“-Artikel getätigten Aussagen seines künftigen Ex-Coaches könne Benner indes „nicht nachvollziehen“. Der angehende Berufsfeuerwehrmann betont: „Natürlich ist es eine ätzende Situation für ihn, aber mit Jonas Marschner hat er eigentlich einen jungen Keeper mit Top-Niveau, der meinen Abgang definitiv kompensieren kann. Vielleicht musste er auch einfach seine Frustration, die sich in der Pandemie aufgestaut hat, rauslassen. Das hat das Fass nun zum Überlaufen gebracht“, vermutet der 24-Jährige und legt nach: „Er wirft mir quasi mangelnde Professionalität vor, aber jammert öffentlich wie ein Kind, dem man die Schokolade weggenommen hat. Ich finde es maßlos übertrieben.“

Aussprache mit Barmbek-Uhlenhorst für den Keeper nicht ausgeschlossen

Einen irreparablen Streit wolle Benner jedoch nicht vom Zaun brechen und reicht seinem Noch-Trainer die Hand: „Ich glaube, wir haben uns beide nicht mit Ruhm bekleckert. Meinetwegen hätte es nicht so große Wellen schlagen müssen und es hätte schon gar nicht einen Schusswechsel über mediale Plattformen geben müssen. Ich glaube wir sollten nochmal durchatmen und vielleicht kann man in der nächsten Saison ja hoffentlich bei einem Bier gesittet darüber sprechen.“