02. Dezember 2019 / 16:56 Uhr

Nach packendem Finale: Kevin Schiller gewinnt die ASC Open 2019

Nach packendem Finale: Kevin Schiller gewinnt die ASC Open 2019

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kevin Schiller entscheidet die ASC Open 2019 für sich.
Kevin Schiller entscheidet die ASC Open 2019 für sich. © Säckl
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Beim größten Billardturnier Göttingens, den ASC Open, hat sich Kevin Schiller durchgesetzt. Im Halbfinale kam es zur Wiederauflage des Vorjahresfinals.

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Deutschlands Billardelite ist zu Gast in Göttingen gewesen. Zum zweiten Mal trug der ASC 46 Göttingen in seinem Billardclub die ASC Open aus. Gespielt wurde in der Disziplin 10-Ball. „Weil wir im vergangenen Jahr zehnjähriges Bestehen hatten, haben wir uns dafür entschieden, das Turnier im 10-Ball zu spielen“, sagte Anton Säckl vom ASC.

Das Teilnehmerfeld bestand aus 48 Spielern. Darunter befanden sich auch die Nummer eins und zwei der German Tour Rangliste des Billardmagazins Touch. Das Niveau der Spiele war entsprechend hoch. Auch elf ASC-Spieler waren dabei. Am weitesten kamen die ASCer Thomas Lüttich und Frank Brouwer, die im Achtelfinale ausschieden.

„Deutschland hat weltweit die besten Spieler“, sagte Säckl. Allerdings sei die Sportart noch nicht so weit, dass die Spieler davon leben können. Beim Turnier in Göttingen wurden insgesamt mehr als 4000 Euro Preisgeld ausgeschüttet. 1000 Euro davon gingen an den Sieger.

10.000 User verfolgen den Livestream

Das Turnier wurde aufgezeichnet und war im Livestream inklusive Kommentar auf dem Youtube-Kanal des ASC zu sehen. Es wurde nach Angaben von Säckl von mehr als 10.000 Zuschauern verfolgt. Im Stream waren immer wieder packende Zeitlupenaufnahmen und interessante Statistiken zu den Spielen zu sehen. Vor Ort waren nicht ganz so viele Zuschauer zu Gast. Erst zum Finale füllte sich der Raum.

Das Publikum verhielt sich den Spielern gegenüber sehr respektvoll. Während der Stöße war es ruhig, sodass die Spieler sich konzentrieren konnten. Spektakuläre oder besonders anspruchsvolle Stöße wurden stets mit Beifall belohnt. Hin und wieder waren auch leise Kommentare der Spieler zu hören. So sagte Juri Pisklov, der es bis ins Finale schaffte, nachdem er die weiße über eine andere Kugel lupfte und etwas glücklich einlochte mit einem kleinen Augenzwinkern „Trickshot“, was für Gelächter auf den Rängen sorgte.

ASC Open 2019 im Billard

ASC Open 2019 im Billard Zur Galerie
ASC Open 2019 im Billard © Säckl
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Gerade in der Endrunde wurden in den hochklassigen Spielen nur selten Fehler gemacht. Dennoch kam es vor allem in Drucksituationen hin und wieder zu Konzentrationsschwächen. Die erste große Überraschung des Turniers gab es im Achtelfinale, als die Nummer eins der Setzliste, Lars Kuckherm, mit 4:8 gegen den Außenseiter Benjamin Baier ausschied. „Ich habe nicht so viel Spaß im Spiel gehabt wie sonst“, sagte Kuckherm nach dem Spiel. Trotz der Pleite kündigte er seine Teilnahme im kommenden Jahr an.

Um 18 Uhr ging das Turnier dann in die heiße Phase. Im ersten Halbfinale standen sich die Nummer zwei der Setzliste, Sebastian Ludwig, der zuvor den Holländer Rudy van der Veen deutlich mit 9:1 bezwungen hatte, und die Nummer fünf, Kevin Schiller, der Roman Hybler mit 9:3 im Viertelfinale nach Hause geschickt hatte, gegenüber. In der Mitte des Spiels konnte sich Schiller einen Vorsprung erarbeiten, den Ludwig nicht mehr aufholen konnte. Somit zog der 20-jährige Kevin Schiller nach einem 9:5-Sieg als erster Teilnehmer ins Finale ein.

Das zweite Halbfinale ist das spannendste Spiel des Abends

Das spannendste Spiel des Abends gab es im zweiten Halbfinale zu sehen. Dort kam es zur Wiederauflage des Endspiels aus dem vergangen Jahr. Juri Pisklov, der im Viertelfinale Kuckherm-Bezwinger Benjamin Baier mit 9:4 ausgeschaltet hatte, traf erneut auf Vorjahressieger Fitim Haradinaj, der zuvor 9:5 gegen Tobias Bongers gewonnen hatte. Das Spiel war ein ständiges Auf und Ab. Zunächst schien es so, als entscheide diesmal Pisklov das Spiel für sich, ehe Haradinaj eine spektakuläre Aufholjagd startete und plötzlich mit 8:6 in Führung ging. Haradinaj hatte dann so etwas wie einen kleinen Matchball, verfehlte aber die sicher geglaubte 9. Pisklov profitierte von diesem ungewohnten Fehler, gewann die letzten drei Sätze und damit das Spiel mit 9:8.

Das sind die Regeln des 10-Ball

Beim 10-Ball müssen die Kugeln 1-10 in aufsteigender Reihenfolge angespielt werden. Sie müssen nicht zwangsläufig hintereinander gelocht werden. Zum Beispiel kann auch die 2, wenn sie gerade an der Reihe ist, gegen die 7 gestoßen werden – die 2 muss nur zwingend zuerst angespielt werden. Die 7 würde in diesem Fall in der Reihenfolge der Kugeln übersprungen werden, wenn sie an an der Reihe ist. Ziel des Spiels ist, die Kugel mit der Nummer 10 gemäß der regeln zu versenken. Es kann also theoretisch auch der Fall sein, dass ein Spieler alle Kugeln 1 bis 9 versenkt, dann die 10 verschießt, der Gegner sie versenkt und das Spiel gewinnt.

Wer keine Bande in seinem Stoß berührt, die falsche Kugel als erstes berührt oder gar den Spielball versenkt, verstößt gegen die Regeln und der Gegenspieler bekommt „Ball in Hand“. Der Gegner kann die weiße Kugel dann frei auf dem Tisch platzieren. Beim Anstoß muss die 1 zuerst getroffen werden. Außerdem muss mindestens ein Objektball fallen oder mindestens vier Objektkugeln eine oder mehrere Banden berühren. Dementsprechend wird der Anstoß meistens mit einem härteren Stoß ausgeführt.

Im Finale ging der 29 Jahre alte Juri Pisklov nach einer souveränen Anfangsphase ohne allzu große Fehler zunächst mit 6:2 in Front. Dann schlichen sich aber Ungenauigkeiten in sein Spiel ein, die Schiller allesamt eiskalt ausnutzte und sich fünf Sätze in Folge holte. Ein letztes Mal meldete sich Pisklov mit einem „An Aus“, also einem Durchmarsch, zurück und glich zum 7:7 aus. Im nächsten Satz verfehlte Pisklov aber eine wichtige 3. Schiller konnte diesen Fehler ausnutzen und sich den Satz schnappen. Nachdem Pisklov im 16. Satz erneut einen entscheidenden Ball verfehlte, kam es zum ersten Matchball für Schiller, den er ohne Probleme in der Tasche versenkte und damit das Turnier gewann.

Kontrahenten gratulieren sich zu starkem Turnier

Die beiden Kontrahenten gaben sich direkt nach dem Ende des Spiels die Hand und gratulierten sich gegenseitig zu einem starken Turnier. Obwohl Pisklov die zweite knappe Finalniederlage in Folge einstecken musste, gab er sich kurz nach dem Spiel kämpferisch: „Alle guten Dinge sind drei“, sagte der Finalist, der sich trotzdem über ein Preisgeld in Höhe von 600 Euro freuen durfte. Für sein starkes Turnier und faires Verhalten nach dem Spiel erhielt er kräftigen Beifall.

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Den kräftigsten Applaus des Abends gab es aber für den Sieger, Kevin Schiller, der den Pokal in die Luft streckte. Zunächst fand er lobende Worte für seinen Kontrahenten: „Gegen Juri ist es immer schwer zu spielen.“ Auch den ASC lobte er für ein gelungenes Turnier: „Danke an die Organisatoren. Vor allem das Streaming-Angebot möchte ich hervorheben. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.“

Von Pascal Wienecke

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