02. September 2021 / 10:31 Uhr

Nach Paderborn-Pleite: Dynamo Dresden sucht nach Stabilität in der Abwehr

Nach Paderborn-Pleite: Dynamo Dresden sucht nach Stabilität in der Abwehr

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Alexander Schmidt
Dynamo-Coach Alexander Schmidt gibt im Training gestenreich und lautstark Anweisungen an seine Mannschaft. © Jochen Leimert
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Die SG Dynamo Dresden möchte in der Länderspielpause ihre Verteidigung festigen und hat sich den FK Usti nad Labem als Testgegner eingeladen. In der Liga erwartet die Schwarz-Gelben am 12. September dann die schwere Auswärtspartie beim 1. FC Heidenheim.

Dresden. 16.000 erwartungsfrohe Fans im Stadion, brodelnde Stimmung auf den Rängen, gleich zwei dicke Daferner-Chancen – das ließ aus Sicht der Gastgeber ein Fußballfest erwarten. Doch die eiskalte Dusche, die am vergangenen Sonntag beim 0:3 gegen den SC Paderborn dann über Dynamo Dresden hereinbrach, hat Mannschaft und Anhänger des Aufsteigers jäh daran erinnert, dass die Bäume auch an der Lennéstraße nicht in den Himmel wachsen. Die drei Gegentreffer – in den ersten vier Zweitliga-Spielen der laufenden Saison hatte die SGD erst zwei kassiert – legten schonungslos offen, dass krasse Fehler in der Abwehr vom Gegner konsequent bestraft werden.

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Weil Trainer Alexander Schmidt genau weiß, dass der Klassenerhalt ohne eine stabile Defensive nicht zu schaffen ist, widmet er sein Augenmerk in der Länderspielpause vor allem der Abwehrarbeit. Die muss nach dem Ausfall von Innenverteidiger Tim Knipping (Kreuzbandriss) schnell neu organisiert, an der Abstimmung gefeilt werden.

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Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. Zur Galerie
Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. ©

Lange mit dem schmerzlichen Fehlen Knippings zu hadern, das wäre zwar verständlich, aber es würde nur davon ablenken, das entstandene Problem zu lösen. Schmidt appellierte daher schon nach der Paderborn-Pleite an die Mannschaft, sich neu zu fokussieren anstatt Knipping immer neue Tränen nachzuweinen: „Es hilft einfach nichts, wir müssen uns da sortieren und das Ganze in den Griff bekommen. Und wir werden es auch in den Griff bekommen.“

Schmidt: "Dürfen uns solche Fehler nicht erlauben"

Mut macht dem Trainer besonders der Auftritt von Sebastian Mai. Der Kapitän kam beim Stand von 0:3 ins Spiel und leistete sich keine ähnlich krassen Schnitzer wie Michael Sollbauer und Michael Akoto zuvor. Sowohl der Österreicher als auch der Deutsch-Ghanaer hatten sich individuelle Patzer geleistet, Paderborns Kai Pröger quasi Vorlagen zum 0:2 und zum 0:3 geliefert (24., 26.). Beim 0:1 war sich Sollbauer zudem mit Morris Schröter uneins gewesen, wer denn nun den losstürmenden Sven Michel übernehmen sollte (8.).

Derartige Unstimmigkeiten und leichtfertige Ballverluste in der letzten Reihe dürfen nicht mehr passieren, wenn Dynamo den insgesamt immer noch sehr guten Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Spielen nicht in den nächsten fünf Partien verspielen will. Schmidt erklärte eindringlich: „Ganz hinten dürfen wir uns solche Fehler nicht erlauben in der Liga.“ Paderborns schnelle Angreifer hätten sie clever ausgenutzt, das Fehlverhalten provoziert und davon profitiert: „Das ist nicht nur kalt, das ist eiskalt bestraft worden.“ Um wieder mehr Sicherheit zu bekommen, ein paar Dinge auszuprobieren, trainiert die Mannschaft auch ohne Punktspiel am Wochenende ganz normal.

Freitagnachmittag (14 Uhr) erwartet Dynamo zudem den FK Usti nad Labem im Walter-Tröger-Stadion in Pirna-Copitz zu einem Freundschaftsspiel. Die Tschechen sind wie Dynamo Zweitligist. Sie liegen nach sechs Spielen und sieben Punkten aber derzeit nur auf Rang zehn der Fortuna Narodni Liga.


Weiße Weste wäre Mutmacher

Während man bekannte Namen in ihrem Kader vergeblich sucht – Ex-Dynamo Simon Gollnack ist nach seiner halbjährlichen Ausleihe inzwischen nach Hoffenheim weitergezogen, Ex-Dynamo Vasil Kusej nach einem Jahr Ausleihe zum Tabellenelften der 2. Liga nach Prostejov –, steht ein prominenter Mann an der Seitenlinie: David Jarolim. Der 42-Jährige coacht die Truppe aus Aussig seit Anfang des Jahres. Fußballfreunden ist der Blondschopf noch aus der Bundesliga in Erinnerung. 1995 von Slavia Prag in den U19-Kader von Bayern München gewechselt, spielte er von 1997 bis 2000 sporadisch in der „Ersten“ der Münchner, wurde 1999 und 2000 Deutscher Meister. Danach kickte der defensive Mittelfeldspieler drei Serien für Nürnberg und dann satte neun Jahre für den Hamburger SV.

Seine Mannschaft hat in der laufenden Saison erst ein Spiel gewonnen, viermal unentschieden gespielt und eines verloren. Mit 7:7 Toren scheinen die Tschechen offensiv nicht gerade überragend zu sein. Sie setzen im Angriff auf sehr junge Leute, von denen keiner älter als 20 Jahre ist. Darunter sind mit Marvis Ogiomade, David Faleye und Kenneth Ikugar drei Nigerianer und der Italiener Alessandro Angelozzi. Man darf gespannt sein, in welcher Verfassung sich Dynamos Hintermannschaft gegen Ustis junge Stürmergarde präsentiert. Ein Dresdner Erfolg ohne Gegentor wäre als Mutmacher für das schwere Auswärtsspiel am 12. September beim 1. FC Heidenheim wünschenswert.

Die Zweitrunden-Partie im DFB-Pokal steigt am Mittwoch, den 27. Oktober, um 18.30 Uhr im Harbig-Stadion. Ransford-Yeboah Königsdörffer spielt nun anstatt für die U20 für die U21 des DFB. Die Kuntz-Truppe tritt am Donnerstag (19 Uhr) in der EM-Quali gegen San Marino und am Dienstag in Lettland an.