15. September 2021 / 14:52 Uhr

Nach Platzverweis für Wolfsburgs Brooks: "Er braucht sich nicht zu entschuldigen"

Nach Platzverweis für Wolfsburgs Brooks: "Er braucht sich nicht zu entschuldigen"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vorzeitig runter: VfL-Innenverteidiger John Anthony Brooks (r.) sah in Lille Gelb-Rot.
Vorzeitig runter: VfL-Innenverteidiger John Anthony Brooks (r.) sah in Lille Gelb-Rot. © Roland Hermstein
Anzeige

John Anthony Brooks vom VfL Wolfsburg flog beim 0:0 in Lille mit Gelb-Rot vom Platz. Seine Mitspieler sowie Trainer Mark van Bommel nahmen den Innenverteidiger in Schutz.

Er hatte seiner Mannschaft beim 0:0 in Lille einen Bärendienst erwiesen, doch nach dem VfL-Auftakt in der Champions League war John Anthony Brooks nach dessen Platzverweis niemand so richtig böse. Stattdessen gab's für den Abwehrchef des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten sowohl Rückendeckung von den Teamkollegen als auch von Trainer Mark van Bommel.

Anzeige

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Brooks Gelb gesehen, nachdem er den bulligen Lille-Stürmer Burak Yilmaz gehalten hatte und schon zuvor zweimal ermahnt worden war. Nach etwas mehr als einer Stunde dann der Platzverweis - der Wolfsburger, der bis dato keine überzeugende Vorstellung abgeliefert hatte, unterband mit der Hand auf Höhe der Mittellinie einen Konter der Gastgeber, sah dafür zu Recht Gelb-Rot und wird dem VfL in zwei Wochen gegen den FC Sevilla fehlen. "Jay braucht sich nicht zu entschuldigen, das war keine Absicht", verteidigte van Bommel seinen Schützling nach der Partie.

UEFA Champions League: OSC Lille - VfL Wolfsburg

Szene aus dem Spiel OSC Lille - VfL Wolfsburg Zur Galerie
Szene aus dem Spiel OSC Lille - VfL Wolfsburg © Roland Hermstein

Aus Sicht des Niederländers, der in seiner gesamten Spieler-Karriere 141 Gelbe und zwei Rote Karten sowie elfmal Gelb-Rot gesehen hatte und in Lille selbst verwarnt wurde ("Ich habe zu aggressiv auf eine Entscheidung des Schiedsrichters reagiert, aber das gehört auch mal dazu"), könne so etwas wie bei Brooks "mal passieren. Ich werfe ihm nichts vor. Aber er muss aufpassen, dass es nicht zu oft passiert." Um Brooks zu ersetzen, musste Maximilian Philipp raus, Sebastiaan Bornauw kam ins Spiel und dürfte Brooks auch gegen Sevilla ersetzen. Denkbar also, dass der Belgier zumindest bei der Partie bei 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) vor dem Königsklassen-Spiel schon anstelle von Brooks in der Startelf steht, um Spielpraxis zu sammeln.

Ohne Brooks hatten die VfLer in Lille ordentlich zu tun, warfen sich rein - und haben "auch für ihn gespielt", wie Maximilian Arnold sagte. "Bei Jay war es ein Reflex." Auch Maxence Lacroix nahm seinen Nebenmann bei Wölfe-TV in Schutz: "Wir sind wie Brüder, ich tue immer alles für ihn und er für mich." Und Josuha Guilavogui weiß, wie es sich anfühlt, in Lille vom Platz zu fliegen - im Dezember 2014 war ihm beim 3:0-Sieg in der Europa League dasselbe Schicksal widerfahren. "In der Kabine habe ich direkt zu ihm gesagt: ‚Mach' dir keine Gedanken, ich habe letztes Mal auch Gelb-Rot gesehen.‘“

Mit dem Platzverweis hat Brooks zwar keine Eigenwerbung betrieben, dennoch möchte der VfL den Abwehrmann, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, gern halten - jedoch nicht mehr zu den Konditionen wie jetzt. Denn als Brooks im Sommer 2017 von Hertha BSC zum VfL gewechselt war, hatten die Wolfsburger noch andere finanzielle Möglichkeiten. Manager Jörg Schmadtke hatte im Sommer Gespräche mit dem Nationalspieler angekündigt. "Wir haben mit dem Spieler mal kurz gesprochen und werden nun mit dem Berater sprechen", so der Manager. Wann wird das sein? Schmadtke: "Bis zur Winterpause sollte man das Gespräch geführt haben, um ausloten zu können, wo es hingehen kann."