09. November 2019 / 14:00 Uhr

Nach Prügelattacke auf Amateur-Schiedsrichter: Darmstadt 98 lädt rund 300 Referees ein

Nach Prügelattacke auf Amateur-Schiedsrichter: Darmstadt 98 lädt rund 300 Referees ein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der SV Darmstadt 98 startet eine starke Aktion für Schiedsrichter.
Der SV Darmstadt 98 startet eine starke Aktion für Schiedsrichter. © imago images/Jan Huebner
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Schöne Aktion von Darmstadt 98: Der Zweitligist ruft nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter in der hessischen Kreisliga zu Solidarität und Wertschätzung auf - und lädt zu einem Heimspiel ein.

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Zweitligist Darmstadt 98 hat als Zeichen der Solidarität und Wertschätzung die rund 300 Amateur-Schiedsrichter aus der südhessischen Region zum ersten Heimspiel nach der Winterpause gegen den VfL Osnabrück eingeladen. Die Lilien reagierten damit auf die Prügelattacke gegen einen 22 Jahre alten Unparteiischen, der Ende Oktober beim Kreisligaspiel FSV Münster gegen TV Semd von einem Spieler bewusstlos geschlagen worden war.

Mit der Aktion wolle man zeigen, „dass solche Ereignisse sich nicht wiederholen dürfen und es alternativlos ist, den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern in sämtlichen Spiel- und Leistungsklassen mit dem erforderlichen Respekt auch bei etwaigen Fehlentscheidungen zu begegnen“, hieß es am Samstag in einer Vereinsmitteilung der "Lilien". Zudem solle damit der überwiegend ehrenamtliche Einsatz der Unparteiischen gewürdigt werden. Die Details zum Stadionbesuch der Referees am 2. Februar (13.30 Uhr) sollen in den kommenden Wochen geklärt werden.

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Die Mannschaft des hessische Kreisliga-Klubs FSV Münster wurde nach dem Vorfall, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, mittlerweile vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet. Zudem erhielt hält der Spieler nach Angaben des Vereinsvorsitzende Hans-Peter Samoschkoff ein lebenslanges Hausverbot. Der Spieler, der den 22 Jahre alten Referee niedergeschlagen habe, habe seinen Fehler eingesehen: „Er kann sich vor Gericht entschuldigen, aber hier ist die Zeit für ihn vorbei", sagte der Funktionär zuletzt.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

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Zuvor hatte sich auch der Heimatverein des Opfers, der GSV Breitenbrunn, auf Facebook zu dem Fall geäußert. "Wir wollten nach der schrecklichen Nachricht alles ein bisschen sacken lassen, bevor wir uns zu diesem Thema äußern", hieß es. "Fakt ist, dass wir gar nicht so viel essen können, wie wir kotzen könnten."