30. September 2021 / 09:45 Uhr

Nach RB Leipzigs 1:2 gegen Brügge: Marschs Abschied vom ganz großen Wir

Nach RB Leipzigs 1:2 gegen Brügge: Marschs Abschied vom ganz großen Wir

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Trainer Jesse Marsch nach dem Spiel gegen Brügge im Gespräch mit Willi Orban.
Trainer Jesse Marsch nach dem Spiel gegen Brügge im Gespräch mit Willi Orban. © Picture Point
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Als Jesse Marsch seinen Job bei RB Leipzig antrat, waren Viele angetan: Da sprach Einer vom großen Wir, von Teamgeist, Wille, Mentalität. Doch mit dem verpatzten Saisonstart in der Bundesliga und zwei Niederlagen in der Champions League hat sich der Tonfall geändert. Eine Chronologie von "Ich liebe es" bis "Ich war überrascht, dass wir so schlecht gespielt haben".

Leipzig. Ein neues Wir-Gefühl sollte es sein. Mit diesem ur-amerikanischen Anspruch an den Team-Gedanken startete Jesse Marsch zum 1. Juli seine Mission bei RB Leipzig. Doch mit den Niederlagen der vergangenen Wochen änderte sich der Tonfall allmählich und fand seinen bisherigen Höhepunkt in der Pressekonferenz nach dem 1:2 in der Champions League gegen den FC Brügge.

6. Juli, Vorstellung als Cheftrainer: „Ich liebe es, mit jungen Spielern zu arbeiten. Ein Teil meiner Trainerarbeit ist eine gute, nahe und starke Beziehung. Das Feedback muss immer positiv sein, aber richtig. Menschlichkeit ist für mich das wichtigste.“

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13. August, Interview nach dem Pokal-Sieg in Sandhausen: „Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit den ersten Wochen. Alle – und damit meine ich nicht nur unsere Spieler – sind mit Spaß und Ehrgeiz dabei. Es ist traumhaft, mit diesen Menschen zu arbeiten.“

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15. August, nach 0:1 in Mainz: „Das ist Lehrgeld für uns. Das war heute nicht genug.“

20. August, nach 4:0 gegen Stuttgart: „Das war nur der Anfang von uns in dieser Saison. Wir müssen mutig bleiben.“

27. August, nach der Champions-League-Auslosung: „Was ich versprechen kann: Wir sind bereit, wir sind begeistert. Wir werden aggressiv spielen. Wir werden um alles kämpfen.“


29. August, nach dem 0:1 in Wolfsburg: „Unser Matchplan war vielleicht von Anfang an zu passiv.“

11. September, nach dem 1:4 gegen Bayern München: „Vielleicht ist es nicht fair, dass wir so früh solche Tests haben. Vielleicht sind wir nicht bereit für so große Herausforderungen.“

15. September, nach dem 3:6 bei ManCity: „Wir haben viel Arbeit vor uns. Es ist wichtig, stark zu bleiben.“

17. September, vor dem Spiel in Köln: „In schwierigen Momenten muss man ein bisschen mehr kämpfen, laufen und Duelle gewinnen. Ja, man kann immer etwas über die Taktik machen. Aber es ist immer auch etwas zu machen mit Wille.“

18. September, nach dem 1:1 gegen Köln: „Wir werden aus solchen Spielen viel lernen und dadurch stärker werden und unseren Rhythmus finden.“

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie in Köln

1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. Zur Galerie
1:1 in Köln: RB Leipzig erkämpft sich nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge wieder einen Punkt. ©

24. September, vor dem Spiel gegen Hertha: „Das Wichtigste ist gerade, Ergebnisse zu erzielen. Es gibt aber keine Panik in der Gruppe.“

27. September, vor dem Spiel gegen Brügge: „Ich glaube total an jeden Spieler in unserem Kader.“

28. September, nach dem 1:2 gegen Brügge: „Ich war überrascht, dass wir so schlecht gespielt haben. Wir haben bei den Gegentoren nicht alles gegeben. Wir haben uns nicht an den taktischen Plan gehalten. Wir müssen überlegen, was unsere beste Mannschaft ist. Vielleicht spielen wir mit dieser Gruppe und müssen mehr in diejenigen investieren, die verstehen, was wir wollen.“