28. August 2020 / 10:21 Uhr

Nach Reform: Keine A-Jugend-Kreisspielklassen mehr

Nach Reform: Keine A-Jugend-Kreisspielklassen mehr

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Das A-Jugendteam des FSV Luckenwalde tritt in der Brandenburgliga an. 
Das A-Jugendteam des FSV Luckenwalde tritt in der Brandenburgliga an.  © Stefan Fiebiger
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Nachwuchs: Nach einer Modusänderung gibt es keine Fußballligen mehr auf Kreisebene für die ältesten Junioren-Jahrgänge.

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Sie wollen vorbereitet sein für Spielzeiten mit wenig Mannschaften - ein Starterfeld mit Unterbesetzung soll es im A-Jugend-Bereich nicht mehr geben. „Ich bin froh, dass wir diesen Schritt gegangen sind und jetzt als Landesklasse Dahme/Fläming auch unkompliziert Teams aus anderen Kreisen aufnehmen können, wenn es nicht genug Vertretungen aus der eigenen Region gibt. Wir haben diese Reform schon versucht, im vergangenen Jahr anzuschieben“, sagt Thomas Görs, der Vorsitzende des Jugendausschusses des FK Dahme/Fläming, „damals gab es aber noch nicht genug Bereitschaft. In der neuen, am Wochenende startenden Saison haben wir zum Glück genug Teams aus dem eigenen Kreis für einen stabilen Spielbetrieb, aber wir sind nun für alle Eventualitäten besser vorbereitet.“

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Es bricht eine neue Zeitrechnung an, die mit einem veränderten Modus im A-Jugend-Spielbetrieb des Landes Brandenburg in diesem Sommer gestartet wurde. Es wird keinen klassischen Spielbetrieb mehr auf Kreisebene geben. Die Ursache: Aufgrund der geringen Anzahl an Mannschaften fand in einigen Fußballkreisen kein geregelter Ligabetrieb mehr statt. Daraufhin „nutzte man die Corona-Pause, um für die kommende Saison ein Pilotprojekt zu starten“, berichtet Matthias Reer, Vorsitzender im Jugendausschuss des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB).

In der abgelaufenen Spielzeit gab es vier verschiedene Spielklassen im Land Brandenburg. Zwei auf Kreisebene (1. Kreisklasse und Kreisliga) und ebenfalls zwei auf Landesebene (Landesklasse und Landesliga). „Zur neuen Saison verschwinden dann die Ligen auf Kreisebene. Die Mannschaften bilden dann die neuen Landesklassen. Die Mannschaften der Landesklassen rücken dementsprechend in die Landesligen hoch und die neue Brandenburgliga wird von der ehemaligen Landesliga gebildet“, erklärt Reer. Die Fußballkreise reagierten „durchweg positiv“ auf das Projekt. Die Mehrzahl der Vereine sind dem Projekt gegenüber ebenso positiv gestimmt.„Das Wichtigste ist, dass wir den Mannschaften einen geregelten Spielbetrieb bieten können. Natürlich gibt es auch Mannschaften, die jetzt weitere Fahrwege haben und dementsprechend nicht erfreut waren“, so Matthias Reer. Es gibt fortan sieben Landesklassen. Die Fußballkreise Oberhavel/Barnim und Uckermark wurden zu einer Staffel zusammengeschlossen.

Die SG Großziethen beendete die vergangene Spielzeit auf Rang eins der Kreisliga und tritt nun in der Landesklasse Dahme/Fläming an.
Die SG Großziethen beendete die vergangene Spielzeit auf Rang eins der Kreisliga und tritt nun in der Landesklasse Dahme/Fläming an. © Verein

Auch Michael Rickmann, der Trainer der ersten A-Jugendmannschaft des BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow, die in der Brandenburgliga antreten wird, sagt: „Reformen und Innovationen in unserem Sinne – daher ein klares Daumen hoch von mir. Wichtig ist, dass wir dem Mitgliederschwund und damit einhergehend dem deutlichen Minus an Mannschaften entgegenwirken.“ Leider seien die Leistungsunterschiede der Mannschaften in ihren jeweiligen Altersklassen so gravierend gewesen, so der langjährige Coach des BSC, „dass in der Vergangenheit teils hohe zweistellige Ergebnisse zu Tage kamen, die keinem der beteiligten Mannschaften – ob Sieger oder Verlierer – wirklich halfen.“

Auch in der neuen Landesklasse Dahme/Fläming spielt eine Vertretung des BSC mit. „Und nicht zu unterschätzen ist die derzeitige Pandemie-Gefahr. Mit jetziger Regelung könnte die Saison notfalls auch mit schnellen Auf- und Abstiegsturnieren zumindest zu Ende geführt werden“, sagt Michael Rickmann, „die einzigen Sorgen machen mir die teils heftigen Fahrtwege für die Kinder und Eltern, welche auch mit enormen Kosten verbunden sind. Da muss ein kleiner Verein sich schon sehr strecken. Nichtsdestotrotz stehe ich immer für Reformen ein, solange sie nach gebührlicher Zeit auch evaluiert werden.“

Mehr A-Jugendteams im FK Dahme/Fläming

Positiv im Fußball-Kreis Dahme/Fläming: Unabhängig von der Reform haben sich mehr Teams angemeldet als zuletzt. Im vergangenen Spieljahr gingen sieben Teams ins Rennen, in der am kommenden Sonnabend beginnenden Saison 2020/21 sind es neun Mannschaften aus der Fußballregion zwischen der Berliner Stadtgrenze und dem Fläming: Der SV Blau-Weiß Dahlewitz, der Zellendorfer SV, der SV Grün-Weiß Großbeeren, der SC Blau-Weiß Schenkendorf, der BSC Preußen 07 II, die SpG Königs Wusterhausen/Zernsdorf, die SpG Ruhlsdorf/Woltersdorf/Felgentreu, der FSV Admira und die SpG Mellensee/Glienick/Wünsdorf. „Und sollten es doch irgendwann zu wenig Mannschaften sein, kann dann aus den umliegenden Regionen aufgefüllt werden“, sagt Thomas Görs.