20. Februar 2022 / 21:28 Uhr

Nach Roter Karte für Berlin: RB Leipzig feiert Kantersieg bei der Hertha

Nach Roter Karte für Berlin: RB Leipzig feiert Kantersieg bei der Hertha

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
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Jubel-Traube nach dem 1:0 für RB Leipzig. Heinrichs Schuss wurde unhaltbar abgefälscht. © Getty Images
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RB Leipzig bleibt in der Bundesliga bei der Hertha weiter ohne Punktverlust. Die Roten Bullen kamen nach der Roten Karte von Berlins Marc Kempf so richtig in Fahrt und gewannen mit 6:1.

Berlin. Hertha hat Probleme. Zuvorderst: Zu wenige Punkte. Wenn man die Bezugsgrößen Zähler/Geld gegenüberstellen würde, stünde der Deutsche Meister der Jahre 1930 und 1931 noch schlechter als im wahren Leben da. Investor Lars Windhorst machte vorm Leipziger Gastspiel im Olympiastadion ein Fass (ohne Boden) auf, sprach der Hertha-Führung die Eignung ab, versprach, sich seine 375 Millionen Euro von „niemandem verbrennen zu lassen“. Er werde nicht aufgeben, der Weg ins Investoren-Glück dauere jetzt eben länger.

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Das Heimspiel gegen RB bringt weder Abkürzung noch Punkte. Die Roten Bullen spielen Klasse und Überzahl aus, gewinnen 6:1 (1:0) und springen zurück auf Champions-League-Platz vier. Benjamin Henrichs (20.), Christopher Nkunku (64./Foulelfmeter, 67.), Dani Olmo (74.), Amadou Haidara (82.) und Yussuf Poulsen (88.) treffen für den Vize-Meister. Stevan Jovitic macht das 1:1 (48.). Am Donnerstag, 18.45 Uhr, wollen die Rasenballer ihren 2022er Lauf (Sieben Spiele, fünf Siege, ein Remis, eine Niederlage) fortsetzen und in San Sebastian ins Achtelfinale der Europa League einziehen.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder vom 6:1-Kantersieg in Berlin!

RB Leipzig gewinnt am Sonntagabend mehr als deutlich mit 6:1 in Berlin und sichert sich Platz vier in der Tabelle. Zur Galerie
RB Leipzig gewinnt am Sonntagabend mehr als deutlich mit 6:1 in Berlin und sichert sich Platz vier in der Tabelle. ©

RB-Coach Domenico Tedesco nach dem 2:2 gegen San Sebastian erstmals mit einer Rotation, die diesen Namen verdient und sieben (!) Veränderungen umfasst. Willi Orban ersetzt Tyler Adams, Nordi Mukiele läuft für Lukas Klostermann auf, Benny Henrichs schlüpft in die Angeliño-Position, Amadou Haidara saugt und klopft statt Konrad Laimer, Emil Forsberg darf für Dani Olmo, Dominik Szoboszlai für Kevin Kampl und Yussuf Poulsen für André Silva ran.

Olmo mit Gala-Vorstellung

Rein ins Duell angeknockt gegen angekommen. Die Corona- und verletzungsgebeutelte Hertha haut sich in jeden Zweikampf, feiert kleinste Erfolgserlebnisse, ist darauf aus, dem Gast vor allem Zeit und Raum zu nehmen. Gerne auch den Ball. Klappt selten. RB hat die Kugel und durch Mukiele die erste Top-Chance zum 1:0 (9.). Die Angelegenheit zieht sich bis zur 20. Minute, dann schaltet Szoboszlai den Turbo und setzt Poulsen ein. Der dänische Held der Arbeit passt zu Henrichs, der mit dem rechten Fuß an Keeper Alexander Schwolow scheitert und mit dem Linken unter Mithilfe von Linus Gechter trifft. 1:0. Und sonst so? Herthas Marco Richter mäht Orban rotwürdig um. Josko Gvardiol und Domenico Tedesco sehen gelb. RB ist überlegen, aber selten zwingend. Peter Gulacsi muss in der 36. Minute erstmals eingreifen (gegen Stevan Jovitic). Und Szoboszlai hat zwei Halb-Chancen. Halbzeit. Spiel auf ein Tor. Aber: Nur 1:0.

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Wiederbeginn. Mit Klostermann für Mo Simakan und nicht für den rot-gefährdeten Gvardiol. Keine gute Idee. Der Kroate lenkt einen Jovitic-Schuss zum 1:1 ab (48.). Vorangegangen: Ein Haidara-Bock. Kurz später hat Jovitic das 2:1 auf dem Fuß. Die Roten Bullen wanken, Gulacsi verhindert gegen den sehr freischaffenden Künstler Jovitic den Rückstand. Tedesco bringt gegen die Berliner Wagenburg-Mentalität Olmo und Laimer. Olmos erste Aktion: Pass auf Nkunku, Marc Oliver Kempf foult den französischen Irrwisch, Elfmeter, Rot für Kempf. Nkunku verwandelt zum 2:1 (64.). Dann passt Olmo auf Nkunku - 3:1 (67.). Wende-Mann Olmo macht das 4:1 (74.), Haidara das 5:1 (82.) und Poulsen das 6:1 (88.).

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