19. Februar 2021 / 17:02 Uhr

Nach schwerer Knieverletzung: Askar Harjehusen und der lange Weg zurück

Nach schwerer Knieverletzung: Askar Harjehusen und der lange Weg zurück

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
AskarHarjehusen
Askar Harjehusen (r.) im Trikot des Ludwigsfelder FC – er will nach seiner Knieverletzung wieder auf den Fußballplatz zurückkehren. © Lars Sittig
Anzeige

NOFV-Oberliga Süd: Der 24 Jahre alte Kicker des Ludwigsfelder FC arbeitet an seinem Comeback und hofft, in einigen Monaten wieder auf dem Platz stehen zu können.

Anzeige

Askar Harjehusen verarbeitete die Situation mit Selbstironie, auch eine ordentliche Portion Galgenhumor spielte mit, als er ein kurzes Video ins Internet stellte: Die Filmsequenz zeigt den Defensivmann des Ludwigsfelder FC, wie er mit Krücken und einem dick bandagierten Knie durchs Bild humpelt. Der Titel des Clips, der in sozialen Netzwerken lief, war versehen mit lachenden Emojis und lautete: „Voraussichtliches Ende der Karriere, die nie so richtig angefangen hat“.

Anzeige

Das ist nun schon einige Monate her und der 24-jährige Fußballspieler arbeitet daran, dass es nicht zum vorzeitigen Ende seiner Laufbahn kommt. „Die Überlegung, aufzuhören, gab es, und ich wurde auch des Öfteren danach gefragt“, räumt er ein. „Ich habe aber für mich entschieden, dass ich wieder mit dem Fußball anfangen möchte. Ich möchte mit dem Sport nicht aufhören, den ich seit meinem 8. Lebensjahr betreibe.“

In Bildern: Das sind die wichtigsten Winter-Transfers Brandenburgs 2020/21.

Die Sportbuzzer-Wechselbörse Zur Galerie
Die Sportbuzzer-Wechselbörse ©

Die Fortsetzung soll also folgen, nur wann, ist noch offen. Harjehusen hofft, im Sommer wieder kicken zu können. Der körperliche Reparaturbedarf im lädierten Knie, das bei einem Testspiel des Oberligisten im vergangenen Sommer gegen den Brandenburgligisten SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen (2:3) im heimischen Waldstadion schwer verletzt wurde, aber ist enorm. „Es war kein Foul“, stellt er klar. „Ich denke, ein Grund für die Verletzung war, dass ich wegen der Belastung während der Saisonvorbereitung mit meinem damaligen Fitnessstand ziemlich geschafft war.“

Nach dem Schreckensmoment musste er bei einem Kniespezialisten operiert werden – Außenmeniskus-Riss und Riss des vorderen Kreuzbandes sowie Absplitterung am Kniegelenk. „Es geht langsam voran“, berichtet der rechte Verteidiger des Clubs aus der NOFV-Oberliga Süd. „Der aktuelle Stand rund fünf Monate nach der Operation sieht so aus, dass ich das Knie wieder beugen kann. Bei der Streckung fehlen aber immer noch paar Grad zur normalen Beweglichkeit. Ich muss viel für den Muskelaufbau tun, weil ich viel abgebaut habe. Ich habe im Kniegelenk, aufgrund der Mikrofrakturierung und der folglich langen Erholungszeit, Schmerzen. Die Komplikationen im Kniegelenk resultieren aus den Einbohrungen und der Knorpelglättung.“ Vor allem die Regeneration des elastischen Stützgewebes für sein rechtes Knie benötigt viel Zeit.


Im Nachwuchs bei Babelsberg 74 und Babelsberg 03

Askar Harjehusen hatte wegen seiner Verletzung und der Saisonunterbrechung wegen der weltweiten Corona-Pandemie nur wenige Einsätze für den auf Rang 14 der Staffel Süd liegenden LFC bestritten, nachdem er im vergangenen Winter nach Ludwigsfelde gewechselt war. In seiner Jugend hatte der frühere Nachwuchs-Landesauswahlspieler für den FSV Babelsberg 74, Babelsberg 03 und den 1. FC Frankfurt, wo er auch an der Sportschule trainierte, gespielt; im Männerbereich für den RSV Eintracht 1949, den 1. FC Frankfurt, Grün-Weiss Brieselang und den Werderaner FC. In seiner Vita stehen 71 Spiele in der Brandenburgliga und 14 Partien in der Oberliga – weitere Einsätze sollen folgen.

Trotz aller Widrigkeiten ist die Hoffnung, wieder zurückzukehren, genauso groß wie die Verletzung. „Es dauert wegen des Knorpelschadens rund ein Jahr bis das Kniegelenk sich erholt hat“, sagt er über den langen Weg zurück. „Für den Muskelaufbau fahre ich Fahrrad oder ich spaziere bei schönem Wetter. Ich hoffe sehr, dass ich im Sommer wieder fit bin. Wenn es gut läuft, darf ich im Mai anfangen zu joggen. Bis heute ist es für mich nicht möglich. Alles was danach ist, hängt davon ab, wie sehr ich daran arbeite und wie die Heilung verläuft.“