03. Juli 2020 / 09:55 Uhr

Nach nur sechs Jahren: JFV Havelstadt Brandenburg ist Geschichte

Nach nur sechs Jahren: JFV Havelstadt Brandenburg ist Geschichte

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Die C-Jugend des Jugend-Förder-Vereins Havelstadt wurde 2017 Landesmeister.
Die C-Jugend des Jugend-Förder-Vereins Havelstadt wurde 2017 Landesmeister. © Marcus Alert
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Kreis Havelland: Eigentlich wollten neun im Nachwuchs aktive Vereine aus der Region die Kräfte zusammen bündeln. Doch das Scheitern war letztlich vorprogrammiert.

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Der im Jahr 2014 gegründete Jugend-Förder-Verein Havelstadt Brandenburg ist Geschichte. Der Verein hat nach sechsjähriger Tätigkeit zum 30. Juni den Spielbetrieb eingestellt und diesen wieder an die verbliebenen Stammvereine übertragen. Die Hülle bleibt noch einige Monate, bis alles abgewickelt ist. Dabei geht es jedoch um keine Immobilien, sondern nur um abgetragene Trikots und etwas Trainingsmaterial.

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„In den letzten Jahren konnten alle Stammvereine wieder steigende Mitgliederzahlen vermelden und dadurch, teilweise erst perspektivisch, wieder eigene C-, B- und A-Junioren Mannschaften in den Spielbetrieb schicken. Durch diese Neuausrichtung der Stammvereine ist der JFV Havelstadt Brandenburg für einen gemeinsamen Spielbetrieb nicht mehr erforderlich“, benennt Jens-Uwe Oppenborn, zuletzt kommissarischer Vorsitzender des Vereins, den Grund der Auflösung aus seiner Sicht. Das ist aber eher nur die halbe Wahrheit. Denn ein wichtiges Ziel der Gründung war die Etablierung erfolgreicher Leistungsmannschaften. Dabei ist man gescheitert. Und nur punktuell schaffte man es zwei Mannschaften je Altersklasse auf die Beine zu stellen, um so auch dem Breitensportcharakter Rechnung zu tragen .

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Und das Scheitern war letztlich vorprogrammiert. Denn statt der neun im Nachwuchs aktiven Vereine der Region schlossen sich letztlich nur fünf zusammen. Der in die Vorbereitung eingebundene FC Stahl Brandenburg trat in letzter Minute wegen eines Mitgliedervotums nicht bei und auch Lok Brandenburg und der ESV Kirchmöser schlossen sich nicht an. Das Kräftebündeln der Großfeldmannschaften konnte so nicht wie geplant komplett erfolgen. So waren es am Ende nur der BSC Süd 05, FC Borussia Brandenburg, Empor Brandenburg, Grün-Weiß Klein Kreutz und Alemania Fohrde.

„Das Ziel, die jeweiligen Spieler in einem gemeinsamen Verein zu organisieren und damit die geburtenschwachen Jahrgänge zu überbrücken, sowie Trainer- und Platzkapazitäten besser zu nutzen, konnte erfolgreich umgesetzt werden“, schätzt hingegen Oppenborn ein. Diese Meinung wird aber längst nicht von allen geteilt. Denn sportlich hinterlässt der Jugend-Förder-Verein einen Scherbenhaufen, auch wenn anfangs einige Erfolge gefeiert werden konnten.

In der Saison 2016/17 wurden die C-Junioren Landesmeister und die A-Junioren zogen ins Landespokalfinale ein. Beim Start des Vereins brachte der BSC Süd 05 das Spielrecht für die Brandenburgliga mit ein. Für alle drei Großfeld-Altersklassen. Zuletzt konnte der JFV, nachdem sich der BSC Süd 05 vor einem Jahr aus dem Verein verabschiedet hatte, keine eigene A-Jugend mehr auf die Beine stellen und die B- und C-Jugend hatten sportlich die höchste Liga des Landes nicht halten können.

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Zuletzt beteiligten sich noch drei Vereine an dem Experiment, die nun wieder selbst aktiv werden müssen. In der kommenden Saison werden die Vereine SV Empor Brandenburg und SG Grün-Weiß Klein Kreutz mit jeweils einer C-Junioren-Mannschaft und der FC Borussia Brandenburg mit C-, B- und U18-Junioren-Mannschaften in den Spielbetrieb der Saison 2020/21 starten.

Der BSC Süd 05 hatte bereits vor einem Jahr die Notbremse gezogen und den Austritt erklärt. Allerdings gab es eine einjährige Kündigungsfrist. Verärgert war der BSC vor allem über die Abwerbung der eigenen Nachwuchstalente durch andere Vereine. Jetzt muss man die gesamte Nachwuchsarbeit wieder selbst stemmen. Und der BSC Süd 05 hat eine A-, B- und C-Jugend-Mannschaft gemeldet.

Zumindest ein kleines Vermächtnis des JFV Havelstadt bleibt aber übrig. Denn für ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Stammvereine, Sponsoren, Förderer und der Stadt steht die im Mai 2018 auf der Sportanlage Freiherr-von-Thüngen-Straße installierte Flutlichtanlage.