13. April 2021 / 16:23 Uhr

Nach seiner Vertragsverlängerung: Wolfsburgs Klinger träumt vom Bundesliga-Debüt

Nach seiner Vertragsverlängerung: Wolfsburgs Klinger träumt vom Bundesliga-Debüt

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Träumt von der Bundesliga: VfL-Torhüter Niklas Klinger.
Träumt von der Bundesliga: VfL-Torhüter Niklas Klinger. © Boris Baschin
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Niklas Klinger hat seinen Vertrag beim VfL Wolfsburg gerade erst um zwei Jahre verlängert, dabei hat er sportlich gesehen einen schweren Stand. Dennoch träumt er von seiner Bundesliga-Premiere.

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Bei den VfL-Profis ist Koen Casteels die unangefochtene Nummer 1, die U23 spielt gerade aufgrund der Corona-Krise nicht - eine schwierige Situation für Ersatzkeeper Niklas Klinger. Der 25-Jährige kommt im besten Fußballer-Alter nicht zum Zug, trainiert lediglich beim Wolfsburger Bundesligisten mit. Trotzdem, oder unter anderem auch deswegen, ist der Schlussmann froh, seinen Vertrag beim Klub kürzlich erst bis 2023 verlängert zu haben und träumt nun vom Debüt im Oberhaus.

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Lange Zeit war Klinger in der Regionalliga-Mannschaft gesetzt, doch erst stoppte ihn eine Handverletzung, dann bremste ihn Corona aus. Sein bisher letztes Pflichtspiel datiert vom 10. August 2019, vor über eineinhalb Jahren stand er für die Zweite beim 3:3 gegen den Hamburger SV II zwischen den Pfosten. Fortan gab's nur Training. "Natürlich will ich spielen. Wenn ich die Kollegen auf dem Platz sehe, vermisse ich das schon", gibt Klinger zu. "Aber die Situation ist für mich momentan nicht gegeben. Damit muss ich mich abfinden, auch wenn’s schwierig ist." Daher sei er derzeit auch "nicht rundum zufrieden. Man muss immer abwägen, was für einen selbst das Beste ist."

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Für das in seinen Augen Beste hat sich Klinger vor ein paar Tagen entschieden - für die Vertragsverlängerung beim VfL. "Die Gespräche mit dem VfL sind gut verlaufen. Es gab ein, zwei Anfragen anderer Klubs. Aber es hat sich schnell in die Wolfsburger Richtung entwickelt, weil ich hier viele Vorteile sehe und auch gern hier bleiben wollte", sagt der gebürtige Wolfsburger, der 2003 vom SV Reislingen/Neuhaus zum VfL gewechselt war (er hatte sich bei einem Talent-Tag empfehlen können) und inzwischen schon seit 18 Jahren das Trikot des Vereins trägt. "Ich bin Wolfsburger, meine Eltern und meine Freunde sind hier, ich wohne mit meiner Freundin zusammen – ich bin sehr verbunden mit der Stadt und fühle mich hier wohl", weiß Klinger seine Heimat sehr zu schätzen.

Hinzu kommen die Top-Bedingungen beim VfL, zu denen unter anderem auch Torwarttrainer Pascal Formann gehört. Er sei "ein Riesen-Trainer", wie Klinger findet. "Pascal bringt mich in jedem Training voran. Er gibt mir richtig Feuer, mit Ausruhen ist da nicht viel. Aber genau das bringt mich weiter." Zudem verstehe er sich mit seinem Torwart-Team bestens und ist auch in der Mannschaft anerkannt.

Alles Gründe, die für einen Verbleib beim VfL gesprochen haben, dabei gab's für Klinger auch andere Optionen. Allerdings keine, "bei der ich gesagt hätte, dass sie mich sportlich weiter bringt". Denn um seine Heimat zu verlassen, muss für Klinger schon alles passen. Er weiß auch: "Wenn ich woanders hingehe, bedeutet das nicht automatisch, dass ich dort 30 Pflichtspiele mache. Als Torwart hast du nicht die Möglichkeit, dich mal fünf oder zehn Minuten zu zeigen", betont der Keeper, der bis zu seinem 15. Lebensjahr für den VfL noch als Feldspieler aufgelaufen war. Gleichwohl macht Klinger keinen Hehl daraus, dass er in seiner Karriere noch weiterkommen möchte. "Es ist mein Anspruch, irgendwann Stammspieler zu sein und dann sollte es mindestens die 3. Liga sein. Das Ausland wäre aber auch interessant."

Doch beides ist nun erst mal kein Thema, er will beim VfL weiter an sich arbeiten und sich entwickeln - am liebsten mit Pflichtspielen. Dass bald wieder Normalität einkehrt und er wieder vermehrt für die U23 auflaufen kann, darauf hofft Klinger. Aber er hat noch einen weiteren Traum, nämlich "nächstes Jahr einen Bundesliga-Einsatz zu bekommen. Das wäre cool, aber realistisch gesehen wird es schwierig." Denn er ist hinter Casteels, Pavao Pervan und Nachwuchs-Torhüter Lino Kasten nur die Nummer 4 im VfL-Tor. Aber er bleibt optimistisch und träumt von der großen Fußball-Bühne: "Langfristig ist es natürlich mein Traum, beim VfL die Nummer 1 zu werden, aber leicht wird das nicht."