24. November 2021 / 19:08 Uhr

Nach Sevilla ist vor Dortmund: Für Wolfsburg-Trainer Kohfeldt geht's erst einmal nur um Ergebnisse

Nach Sevilla ist vor Dortmund: Für Wolfsburg-Trainer Kohfeldt geht's erst einmal nur um Ergebnisse

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das war nichts: Nach der Pleite in Sevilla bereiten sich Florian Kohfeldt und der VfL jetzt auf Dortmund vor.
Das war nichts: Nach der Pleite in Sevilla bereiten sich Florian Kohfeldt und der VfL jetzt auf Dortmund vor. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg hat nach einem schlechten Spiel beim 0:2 in der Champions League sofort mit der Regeneration begonnen - denn am Samstag wartet in der Liga der Heimspiel-Hit gegen Borussia Dortmund.

Es sind die heißen Wochen, in denen es Schlag auf Schlag geht, alle drei, vier Tage ein Spiel ansteht: Da ist es wichtig, keine Zeit zu verlieren, gut zu regenerieren. Und das machte der Wolfsburger Fußball-Bundesligist. Die Vorbereitung auf den Heimspiel-Knaller am Samstag (15.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund begann für die VfL-Profis an dem Ort, an dem sie am Dienstagabend beim 0:2 in der Champions League ganz schlecht ausgesehen hatten – in Sevilla. Genauer: Im 1999 erbauten Olympiastadion.

Statt nach dem Spiel direkt noch eine stressige Rückreise zu haben, blieb das Team in Andalusien. Um 11 Uhr legten die Profis mit dem Training los, bevor das Team um 13.45 Uhr wieder zurück nach Braunschweig flog. Trainer Florian Kohfeldt blickte schon wenige Minuten nach der Niederlage in der Königsklasse auf den nächsten Gegner. Er weiß: Gegen den BVB muss der VfL ganz anders auftreten als am vergangenen Samstag in den schwachen 60 Minuten in Bielefeld (2:2) und ganz anders auftreten als bei der blassen Vorstellung im Duell mit dem spanischen Top-Klub, in dem den Niedersachsen nichts gelang.

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So ähnlich war das auch schon in Bielefeld. Allerdings: „Wir haben keine Möglichkeit, bis Samstag etwas grandios Neues zu machen. Wir müssen sehen, was gegen Dortmund das ist, worauf wir uns verlassen können“, sagte Kohfeldt und erinnerte an seine erste englische Woche als VfL-Trainer. „Wir sind jedoch auch die Mannschaft, die Leverkusen, Salzburg und Augsburg geschlagen hat. Es ist jetzt nicht so, dass wir nichts haben.“ Aber: „Die Schlüssel, die wir da hatten, müssen wir schnellstmöglich wieder finden und nicht so sehr darüber nachdenken, wie wir uns weiterentwickeln.“

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Heißt: In den heißen Wochen bis Weihnachten, in denen sich der VfL in der Liga oben festbeißen will und in der Königsklasse ein Endspiel gegen Lille hat, erwartet Kohfeldt nicht zwingend glänzenden Fußball, sondern primär gute Ergebnisse. „Natürlich spiele ich gerne strukturierter hinten raus, daran werden wir auch arbeiten.“ Aber: „Wichtig ist jetzt erst mal, dass wir die größtmögliche Wahrscheinlichkeit auf Ergebnisse einfahren. Da werden wir insbesondere noch mal in die erste Woche gucken“, so der 39-Jährige.

Die erste Woche mit ihm an der Seitenlinie war vollends geglückt, sowohl in Leverkusen (2:0), gegen Salzburg (2:1) und auch gegen Augsburg (1:0) hatte es Siege gegeben. Der VfL war nach der Trennung von Mark van Bommel zurück in der Erfolgsspur – und droht jetzt wieder vom Erfolgsweg abzukommen. „Niederlagen bereiten mir immer Sorgen“, sagte Kohfeldt nach seiner ersten als VfL-Coach. Er fordert: „Wir sollten zusehen, dass wir uns leistungsmäßig stabilisieren. Dann sind wir in der Lage, regelmäßig zu punkten - egal in welchem Wettbewerb.“

Seine Idee vom Fußball sei jetzt erst einmal zweitrangig. „Ich bin jetzt nicht derjenige, der sich selber verwirklichen will. Insbesondere bis Weihnachten geht es darum, das, was da ist, zusammenzubringen“, so der Ex-Bremer. Das jedoch habe man auch gegen Sevilla und auch die ersten 60 Minuten in Bielefeld versucht. Bei der Arminia bekam der VfL dank der tollen 30 Minuten zum Schluss noch die Kurve, hätte das Spiel gar noch gewinnen können. In Sevilla wiederum passierte nach dem frühen Rückstand nichts. Das sollte in den Wochen, in denen innerhalb kürzester Zeit viele Punkte verteilt werden, Anlass zur Sorge geben. Doch Kohfeldt bleibt bei aller Enttäuschung über die letzten Rückschläge entspannt, sagt: „Dass der Trend Sorge bereitet, soweit würde ich nicht gehen."


Personell wird es am Samstag kaum anders aussehen als in Sevilla - Torwart Koen Casteels (Corona) fällt weiter aus, bei Renato Steffen (Wadenprobleme) gibt es leichte Hoffnung auf ein Comeback.