14. Mai 2021 / 12:49 Uhr

Nach sieben Jahren bei der VfB-Jugend: Kraune wird Herrentrainer in Neuhof

Nach sieben Jahren bei der VfB-Jugend: Kraune wird Herrentrainer in Neuhof

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Christian Kraune verlässt den VfB Peine nach sieben Jahren im Jugendbereich des Vereins und trainiert künftig die Herren von Blau-Weiß Neuhof bei Hildesheim.
Christian Kraune verlässt den VfB Peine nach sieben Jahren im Jugendbereich des Vereins und trainiert künftig die Herren von Blau-Weiß Neuhof bei Hildesheim. © Isabell Massel
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Mit seiner B-Jugend war Christian Kraune bei der Deutschen-Hallenmeisterschaft und schaffte den Aufstieg in die Niedersachsen-Liga. Nach sieben Jahren bei den Jugendfußballern des VfB Peine hat der 44-Jährige nun aber eine neue Aufgabe gefunden.

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„Schweren Herzens“ habe sich Christian Kraune dazu entschlossen, etwas neues auszuprobieren. Nachdem er vor sieben Jahren begonnen hatte, den 2004er-Jahrgang beim VfB zu betreuen, tritt der 44-Jährige zur kommenden Saison sein erstes Traineramt im Herrenbereich an. Er übernimmt den Bezirksligisten SV Blau-Weiß Neuhof. „Die Jungs machen einen ganz vernünftigen Eindruck“, erklärt Christian Kraune, der sein neues Team bereits in kleinen Zweiergrüppchen trainiert. „Auch um sie kennenzulernen. Und ich erhalte total positives Feedback von ihnen“, erklärt der neue Coach.

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Der Kontakt zu dem Verein aus Neuhof, das nördlich von Hildesheim liegt, war durch Kraunes früheren Co-Trainer beim VfB Peine entstanden. Tobias Grelka ist Abteilungsleiter bei den Blau-Weißen und hatte Kraune angesprochen und der sagte nach kurzer Zeit zu. Eigentlich habe er einen anderen Plan gehabt: „Ursprünglich wollte ich meinen 2004er-Jahrgang noch zu Ende bringen. Ich hatte auch mit David Lieckfeldt gesprochen, aber der will weiterhin die A-Jugend trainieren – und das ist für mich auch völlig in Ordnung“, erläutert Kraune.

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Mit seiner Mannschaft hatte er in den vergangenen sieben Jahren viel erlebt. Angefangen hatte er damals als Co-Trainer unter Jugendleiter Kiriakos Aslanidis, „damit ich da ein bisschen reinkomme. Und dafür bin ich Kiri auch sehr, sehr dankbar“, erklärt Christian Kraune, der seine größten Erfolge feierte, als die Mannschaft im B-Jugend-Alter war. Erst qualifizierte sie sich für die Deutsche Meisterschaft im Hallenfußball, bei der sie zudem nur knapp den Finaleinzug verpasste und letztlich Vierter wurde. Eineinhalb Jahre später hatte der Aufstieg in die Niedersachsen-Liga gefolgt.



„Als Erlebnis waren beides schon feine Sache“, erklärt Christian Kraune, der sich aber noch lieber an einen anderen großen Erfolg erinnert. Als jüngerer Jahrgang schaffte seine C-Jugend in der Saison 2017/18 knapp den Klassenerhalt in der Bezirksliga. „Da haben die Jungs wirklich einiges geleistet. Das haben wir auch gefeiert, als wäre es die Meisterschaft gewesen“, berichtet Kraune stolz.

Nun verabschiedet sich der 44-Jährige und ist dabei „schon ein bisschen traurig drum. Aber manchmal trennt man sich im Leben.“ Besonders schade sei es, dass er sich wegen der Corona-Pandemie nicht anständig verabschieden könne. „Aber das holen wir sicherlich noch einmal mit einem großen Grillen nach“, hofft der Coach, der den regelmäßigen Austausch mit Jugendleiter Aslanidis vermissen werde.

Auch Christoph Hasselbach, der in den vergangenen vier Jahren für den VfB Peine an der Seitenlinie gestanden hatte, ist nicht ganz zufrieden mit den Umständen während seines Abschieds. Durch Corona und den Busunfall seiner Mannschaft vor drei Jahren auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel, sei es quasi schon die dritte Saison, die er mit seinem Team nicht richtig zu Ende bringen konnte.

Eine neue Stelle trete Hasselbach erst einmal nicht an, er werde lediglich seine Arbeit als Trainer am DFB-Stützpunkt in Hildesheim fortführen. „Ich war immer gerne Trainer beim VfB Peine“, erklärt Hasselbach, der persönliche Gründe für seinen Wechsel angibt.

Kiriakos Aslanidis: „Ist nicht selbstverständlich“

Der VfB-Jugendleiter Kiriakos Aslanidis zeigt sich sehr dankbar für die Arbeit, die die beiden Coaches Christian Kraune und Christoph Hasselbach über die Jahre geleistet haben. „Dass sie das über so eine lange Dauer gemacht haben, ist nicht selbstverständlich. Diese Art Trainer, die lange bei einem Verein bleibt, stirbt langsam aus“, erklärt Aslanidis, der von einem hohen Aufwand für Trainer in den Jugend-Landesligen spricht. „Außerdem hatten beide die entsprechenden Lizenzen. Auch das ist heute schwer zu finden.“

Die Suche von externen Trainern sei derzeit nicht einfach. Viele Coaches hätten durch die Corona-Pandemie wenig mit ihren Teams arbeiten können, erklärt Aslanidis, „weshalb die meisten mit ihrer Truppe weitermachen wollen“. Der VfB Peine füllt die freigewordenen Posten nun intern auf. Die B-Jugend in der Niedersachsen-Liga werde Mehmet Yasti mit der Unterstützung von Ulf Wasl trainieren, die C-Jugend übernimmt Kiriakos Aslanidis selbst.