14. Oktober 2021 / 12:30 Uhr

Nach Sieg gegen TeBe: ZFC Meuselwitz mit neuer Energie nach Cottbus

Nach Sieg gegen TeBe: ZFC Meuselwitz mit neuer Energie nach Cottbus

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Jubel beim ZFC Meuselwitz: Sebastian Albert wird von Luca Bürger getragen.
Jubel beim ZFC Meuselwitz: Sebastian Albert wird von Luca Bürger getragen. © Mario Jahn
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Schon vor dem Einstand von David Bergner ist der ZFC Meuselwitz offenbar zurück auf dem Pfad der Tugend. Der neue Coach leitet am Donnerstag sein erstes Training und will die Mannschaft optimal auf den kommenden Gegner einstellen. 

Meuselwitz. In zwei Spielen zwei Siege – das Intermezzo von Daniel Rupf als Interims-Cheftrainer des ZFC Meuselwitz kann sich sehen lassen. Der Coach spielte seine Rolle nach dem 3:1-Erfolg gegen Tennis Borussia Berlin aber etwas herunter und sagte: „Es war auch vorher nicht alles falsch, was wir gemacht haben, wir waren meist auf Augenhöhe mit den Gegnern.“ Zur Partie in Cottbus am Sonnabend übernimmt dann der neue Übungsleiter David Bergner das Zepter.

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Im Nachholspiel am Mittwochabend aber war er noch Zuschauer und sah viel Positives. In den Zipsendorfern steckte vielleicht das entscheidende Quäntchen Energie und Glück mehr, das man für Siege braucht. Jedenfalls legte der ZFC los wie die Feuerwehr, man spürte, dass die Eckardt, Bürger und Co. den Bock sinnbildlich endlich wieder einmal umstoßen wollten. Luca Bürger versuchte sich immer wieder in gefährlichen Abschlusshandlungen, auch bei allen anderen stimmte der Einsatzwillen.

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Trotzdem ging – wieder einmal – der Gegner in Führung. Ben-Luca Moritz verschätzte sich beim Versuch, den Ball nach vorn zu spielen, der Berliner Rico Gladrow nahm ihm das Leder ab und vollendete in der 21. Minute zum 0:1. „Das hat uns diesmal aber nicht zurückgeworfen“, stellte Sebastian Albert fest. Er war es, der drei Minuten nach dem Tor einen Freistoß fulminant zum Ausgleich ins Angel schmetterte. Der Treffer hat das Zeug zum „Tor des Monats“. Die Berliner zeigten sich davon allerdings wie zuvor umgekehrt die Gastgeber unbeeindruckt, so dass sich das Geschehen dank zweier tatendurstiger Teams als unterhaltsamer Kick fortsetzte. Nach prima Spielzug über rechts hatte Bürger sogar das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte aber an TB-Torwart Karl Albers.

"Schlachtfest" verhindern

Florian Hansch machte es nach Wiederanpfiff besser, verwertete eine Flanke (50.) und Felix Müller legte nach Eckball per Kopf zum 3:1 nach (56.). Damit waren die Berliner noch längst nicht geschlagen, doch die Meuselwitzer verteidigten aufopferungsvoll, setzten noch kleine Nadelstiche und brachten so den Vorsprung unter den Augen ihres neuen Trainers David Bergner, der am Donnerstag zum ersten Mal das Training leitet, ins Ziel.

„Meuselwitz hat sich den Sieg verdient“, befand Bergners ehemaliger Mannschaftskamerad bei Union Berlin und heutiger TB-Trainer Markus Zschiesche. „Ich will meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, wir mussten heute den strapaziösen Wochen zuvor Tribut zollen.“ Daniel Rupf, der seit gestern wieder „nur“ noch Co-Trainer ist, sagte: „Es war klar, dass wir TB nicht an die Wand spielen. Endlich haben wir aber aus der Vielzahl an Chancen etwas gemacht. Die Mannschaft hat sich das verdient.“

Ausgleichsschütze Albert blickte schon voraus: „Wir müssen weiter hart trainieren und solche Fehler wie vorm 0:1 abstellen. Es ist wichtig, dass unser Selbstbewusstsein zurückkommt. In Cottbus haben wir nichts zu verlieren.“ Denn beim Tabellenachten ist der ZFC am Sonnabend, 13 Uhr, natürlich Außenseiter. So ein „Schlachtfest“ wie es der FC Eilenburg jüngst im Stadion der Freundschaft mit dem 0:9 zuließ, sollten die Meuselwitzer im ersten Spiel unterm neuen Coach jedoch auf keinen Fall gestatten. Wenn sie wieder mit dem Elan vom Mittwoch an die Aufgabe gehen, besteht selbst beim Ex-Bundesligisten Energie Cottbus diesbezüglich wohl auch keine Gefahr.