18. März 2019 / 10:34 Uhr

Nach Sieg im Spitzenspiel: TSV Okel steht Kopf

Nach Sieg im Spitzenspiel: TSV Okel steht Kopf

Thorin Mentrup
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Freude musste raus: Okels Kai-Uwe Quast freut sich nach dem Abpfiff einer denkwürdigen Partie gegen den TSV Weyhe-Lahausen.
Die Freude musste raus: Okels Kai-Uwe Quast freut sich nach dem Abpfiff einer denkwürdigen Partie gegen den TSV Weyhe-Lahausen. © Thorin Mentrup
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Kreisligist gewinnt irren Schlagabtausch gegen den TSV Weyhe-Lahausen mit 5:4 und klettert auf einen Aufstiegsrang

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Einen Grashalm hatte Okels Rico Volkmann noch im strahlenden Gesicht, als er von den letzten Momenten des Kreisliga-Topspiels zwischen seinem TSV und dem TSV Weyhe-Lahausen erzählte: "Der Pass war weltklasse, einfach überragend", sagte er und blickte in Richtung von Manuel Hopp. Genau der hatte wenige Minuten zuvor einen langen Diagonalball genau in den Fuß des spielenden Co-Trainers geschlagen und damit das verrückte Ende einer denkwürdigen Partie eingeleitet: Denn Volkmann nahm das Leder gekonnt herunter und beförderte es aus halbrechter Position an Lahausens Schlussmann Felix Eichhorn vorbei zum 5:4 (1:1)-Siegtor seines Teams. Die Gastgeber zogen damit an den Gästen vorbei auf Rang zwei – einen Aufstiegsplatz.

Die Bezirksliga war nach der Partie allerdings allenfalls eine Randnotiz. Zu sehr hatten die 90 Minuten die Beteiligten mitgenommen durch ein emotionales Wechselbad der Gefühle. Schließlich waren die Okeler eigentlich lange Zeit obenauf, kassierten dann mehrere Nackenschläge und lagen Mitte der zweiten Hälfte mit 2:4 hinten. Lahausen schien dem Sieg entgegenzusteuern, ehe die Partie in der Schlussphase noch einmal kippte.

Zum Sinnbild für den Willen der Gastgeber wurde Jörn Kastens. Nicht nur dank seiner Tore zum 1:0 und zum 2:2, sondern weil er den unbedingten Einsatz verkörperte, mit dem sich die Okeler für den Sieg aufbäumten. Von Krämpfen geplagt, musste er kurz vor Schluss den Platz verlassen. "Nicht nur Jörn, sondern alle Jungs sind ans Limit gegangen. Ich habe immer an sie geglaubt, aber vor allem haben sie auch immer an sich geglaubt. Ich bin stolz", strahlte Okels Coach Lutz Schröder. So viel, eigentlich alles, habe er im Fußball schon erlebt, aber vergessen werde er dieses Spiel auch nicht. "Das sind Momente, an die man sich erinnert. Nicht nur ich, sondern auch die Jungs."

Vergessen dürften die Lahauser die Partie ebenfalls nicht so schnell. "Das tut schon weh", sagte Trainer Friedhelm Famulla. Er war am Schluss, als der Druck der Gastgeber immer mehr zunahm, aus seiner Coachingzone in Richtung des eigenen Tores gegangen, um seinem Team etwas Sicherheit zu verleihen, doch es half nichts. "Ein 4:4 wäre das passende Ergebnis gewesen", fand der Coach und fügte an: "Okel hat alles richtig gemacht, dass sie das Spiel durchgezogen haben." Seine Mannschaft habe auf dem schwer bespielbaren Untergrund ihre spielerischen Möglichkeiten nicht ausschöpfen können.

Das schien Lahausen, das durch Tobias Marquardt den ersten guten Abschluss verzeichnete, zumindest etwas zu beschäftigen. Okel war nach Kastens' erstem Streich besser in der Partie gekommen und hätte höher führen können. "Aber Lahausens Felix Eichhorn hat super gehalten", fand Schröder lobende Worte für des Gegners Schlussmann, der sich oft auszeichnete. So waren es die Gäste, die in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs durch Marquardt per Foulelfmeter ausglichen. "Die Jungs haben sich gut in das Spiel hineingearbeitet und dagegengehalten", war Famulla mit der Einstellung seiner Elf zufrieden.

Noch mehr Fahrt nahm die auch verbal sehr intensiv geführte Partie nach dem Seitenwechsel auf. Nun ging es Schlag auf Schlag: Tarek Azeldin brachte die im Abschluss sehr konzentrierten Lahauser in Front (48.), Kastens glich nur wenige Minuten später aus (53.). Noch schneller jedoch die Antwort der Gäste: Dominik Jacobi köpfte das 2:3 (54.), Marquardt baute den Vorsprung auf zwei Tore aus (58.). "Es war ein Spiel, in dem man sich nie sicher sein konnte", wusste Famulla, dass Okel noch längst nicht aus dem Spiel war. Er sollte Recht behalten. "Wir haben das Selbstvertrauen und den Glauben an uns selbst, uns von solchen Nackenschlägen nicht unterkriegen zu lassen", sagte Volkmann, der nach Vorarbeit Marvin Zwieblers mit seinem Flugkopfball die Aufholjagd einläutete (69.). "Eigentlich hatten wir die beiden ganz gut im Griff, aber man kann sie nicht die ganze Zeit aus dem Spiel nehmen", erkannte Famulla die Klasse des Duos an. Doch Okel ist nicht nur Volkmann und Zwiebler: Den Ausgleich fabrizierten Hasan Sabehaioun per Flanke und der wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Alexander Kühn per Kopf (84.).

Wäre es bei diesem Resultat geblieben, wären die Zuschauer aus beiden Lagern wohl durchaus zufrieden nach Hause gefahren. Doch Okel, lautstark angetrieben von den Anhängern, wollte mehr. "Wir haben Lahausen ins Grübeln gebracht", nannte Schröder einen wichtigen Aspekt für den Erfolg. Kühn, dessen Schuss Eichhorn klasse parierte (88.), und Manic Alms, dessen Kopfball aus kurzer Distanz das Tor verfehlte (89.), hätten die Gastgeber bereits den Sieg bescheren können. So aber war dieser entscheidende Treffer, nach dem Okel Kopf stand, gegen tief enttäuschte Lahauser Volkmann vorbehalten (90.+2). Der Torschütze zeigte sich aber nicht nur auf dem Platz in bestechender Form, sondern fand auch die richtigen Worte für den Nachmittag aus Okeler Sicht: "Für solche Tage spielt man Fußball."

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