18. Oktober 2020 / 11:37 Uhr

Nach Sieg in Auerbach: Chemie Leipzigs Coach Jagatic ärgert sich über Chancenverwertung

Nach Sieg in Auerbach: Chemie Leipzigs Coach Jagatic ärgert sich über Chancenverwertung

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
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Für Chemie-Trainer Miroslav Jagatic war es eine Partie auf Augenhöhe, in der seine Mannschaft es verpasst hat, den Sack eher zuzumachen. © Christian Donner
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Nachdem 2:0-Sieg gegen Auerbach steht Chemie Leipzig auf Platz drei der Regionalliga-Tabelle. Im Spiel hatte sich die Mannschaft von Trainer Jagatic das Leben selber schwer gemacht, denn die Chemiker ließen zu viele Chancen liegen. Nichtsdestotrotz spielen die Grün-Weißen bisher eine sehr starke Saison, womit niemand im Vorfeld gerechnet hat. Aber man erinnert in Leutzsch auch daran, dass das klare Ziel der Klassenerhalt ist.

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Leipzig. Für Chemie-Trainer Miroslav Jagatic war es eine Premiere am Samstag, in Auerbach ohne Schnee an der Seitenlinie zu stehen. Dafür war es gewohnt unangenehm - kalt mit konstantem Nieselregen. Die Nebelschwaden hingen an den Bergen rings um das VfB-Stadion. Schwaden von Glühwein zogen von der Tribüne in Richtung Spielfeld.

Florian Kirstein, der nach zwei Toren im Pokalspiel gegen Reichenbach am vergangenen Sonntag erstmals in der Startelf bei einem Regionalliga-Spiel in dieser Saison stand, war nach seinem Einsatz über 75 Minuten „komplett zufrieden“ wie er nach dem Spiel dem SPORTBUZZER bescheinigte.

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Die BSG Chemie Leipzig konnte sich mit 2:0 beim VfB Auerbach durchsetzen. Die Tore erzielten Stephane Mvibudulu und Alexander Bury. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig konnte sich mit 2:0 beim VfB Auerbach durchsetzen. Die Tore erzielten Stephane Mvibudulu und Alexander Bury. ©

„Es war das erwartete Spiel, von Anfang an war es kampfbetont auf dem typischen Platz in Auerbach“, so Kirstein und bilanzierte für die 90 Minuten „einen verdienten Sieg.“ Dem konnte sich Kapitän Stefan Karau nur anschließen. Auch wenn er in Anbetracht der Torchancen in der ersten Halbzeit bemerkte: „Wir hätten den Sack eher zumachen müssen.“

Lob für den "Fleiß der Trainer"

Co-Trainer Christian Sobottka stand in der Halbzeitpause länger mit Miroslav Jagatic zusammen, denn der Vorsprung von einem Tor nach 45 Minuten war im Anblick der Auerbacher Offensive und der vergebenen eigenen Möglichkeiten kein Polster für die zweite Halbzeit. „Wir stellten auf 5er-Kette um, damit das Zentrum sicherer wird.“

Er bemängelte, dass das Spiel eher entschieden gewesen wäre, wenn die Chancenausbeute größer gewesen wäre. Dafür sieht er „noch ein paar Reserven“ in der Mannschaft. Die Frage, ob Chemie die Überraschungsmannschaft der Liga sei wie einige Medien immer wieder betonen, antworte er gewohnt unaufgeregt: „Die Mannschaft setzt die erarbeiteten Prinzipien gut um.“

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Erst kurz vor Schluss machte Bury mit seinem Treffer den Deckel drauf. © Christian Donner Photography

Sportdirektor Andy Müller-Papra wünscht sich mehr „Selbstverständlichkeit vor dem Tor“ in Anbetracht der zahlreichen Torchancen. Überrascht ist er wiederum, dass die Mannschaft so weit oben in der Tabelle steht – nach dem Spiel am Samstag auf Platz 3 - weil damit sicherlich niemand gerechnet hat. Aber Müller-Papra vergisst dabei nicht zu betonen, dass es den Leutzschern um den Klassenerhalt geht und möglichst schnell die Punkte dafür zu sammeln. Er verweist aber auch auf den „Fleiß der Trainer“.

Chemie in der Breite gut aufgestellt

Miroslav Jagatic beurteilte das Spiel als ein „Spiel auf Augenhöhe“ und ärgerte sich etwas, dass die Mannschaft „den Sack nicht eher zumacht.“ Immerhin fiel das entscheidende zweite Tor durch Alexander Bury erst in der 89. Minute.

VfB-Trainer Sven Köhler sieht gerade darin eine Qualität von der BSG. Sie ist seiner Meinung „sehr gut in der Breite aufgestellt.“ Er verwies dabei auf die Leistung von Bury und Mvibudulu. Seiner Elf beschied er „zu viele kleine Fehler in dem hochinteressanten Regionalligaspiel.“

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