24. Mai 2021 / 19:15 Uhr

Nach wichtigem Sieg in Frankfurt: VfL-Coach Lerch tadelt Zweikampfverhalten

Nach wichtigem Sieg in Frankfurt: VfL-Coach Lerch tadelt Zweikampfverhalten

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 23.05.2021, xcex, GER, Frankfurt am Main, Deutsche-Bank Park, Frauenfussball, 1. Bundesliga, DIE LIGA, FLYERALARM Frauen-Bundesliga, Saison 2020/2021, Spieltag 21, SGE, VfL, Eintracht Frankfurt Frauen - VfL Wolfsburg Frauen, Torjubel VfL Wolfsburg, Jubel, Freude, Emotionen, Goal celebration DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video *** 23 05 2021, xcex, GER, Frankfurt am Main, Deutsche Bank Park, Frauenfussball, 1 Bundesliga, DIE LIGA, FLYERALARM Frauen Bundesliga, Saison 2020 2021, Spieltag 21, SGE, VfL, Eintracht Frankfurt Frauen VfL Wolfsburg Frauen, Torjubel VfL Wolfsburg, Jubel, Freude, Emotionen, Goal celebration DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video
Letzte Chance gewahrt: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg freuten sich nach dem 3:2 in Frankfurt. © Imoga Images
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Hausaufgaben gemacht, jetzt gegen den gleichen Gegner noch einmal - im Pokalfinale. Und dann ein letztes Mal Fernduell um die Meisterschaft 2021. Nach dem Sieg der VfL-Fußballerinnen bei Eintracht Frankfurt tadelt Coach Stephan Lerch das Zweikampfverhalten, sein Nachfolger kommt als niederländischer Meister. 

Die Entscheidung über die deutsche Meisterschaft im Frauenfußball wird in zwei Wochen am letzten Spieltag fallen. Verfolger VfL Wolfsburg gewann am Pfingstsonntag mit 3:2 bei Eintracht Frankfurt, auch Tabellenführer Bayern siegte in Leverkusen. Beide Mannschaften trennen weiterhin zwei Zähler. Damit der VfL die Schale doch noch gewinnt, müssten die Münchnerinnen in zwei Wochen im Saison-Finale gegen Eintracht Frankfurt verlieren und der VfL gegen Werder Bremen gewinnen. Bei einem Unentschieden der Bayern und einem Sieg der Niedersächsinnen, hätten die Bayern den Titel wegen des deutlich besseren Torverhältnisses sicher. Ist eine Bayern-Niederlage gegen Frankfurt realistisch? VfL-Verteidigerin Joelle Wedemeyer ist sich sicher: "Ja! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt." Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch sprach von gemachten Hausaufgaben. "Wir haben uns vorgenommen, in der Liga die vergangenen zwei Spiele zu gewinnen, um da zu sein, falls die Bayern noch mal etwas liegen lassen, was sie jetzt nicht getan haben", so der 36-Jährige.

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Die Zielsetzung in München hingegen ist klar - nach 2016 möchten die Bayern endlich wieder Meister werden. "Jetzt kann uns nichts mehr stoppen, wir wollen einfach Meister werden", kündigte Bayerns Top-Torjägerin Lea Schüller an. Auch Abwehrchefin Marina Hegering schloss sich dem an und versprach, dass man gegen Eintracht voll auf Sieg spielen wird: "Es ist ein letzter Schritt, aber es ist ein Riesenschritt. Das wird sicherlich nicht leicht. Jetzt heißt es am letzten Spieltag alles oder nichts."

Mehr zu den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg

In Frankfurt legte der VfL einen Blitzstart hin, machte es zum Ende hin aber unnötig spannend. "Man muss schon sagen, dass das zwei verschiedene Halbzeiten waren. In der ersten Halbzeit haben wir es wirklich richtig gut gemacht und haben Frankfurt immer wieder vor Probleme gestellt, die Räume gut bespielt", so Lerch, der findet: "Wir hätten das ein oder andere Tor noch nachlegen müssen, dann wäre es vielleicht ruhiger gewesen. In der Defensive waren wir kompakt und sehr griffig, sodass Frankfurt keine wirkliche Torchance hatte." Wolfsburgs zweite Halbzeit schmeckte ihm nicht: "Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Frankfurt hat eine gute Reaktion gezeigt und hat uns mehr gepresst. Nach dem Anschlusstreffer mussten wir uns ein bisschen schütteln." Was hat dem VfL in den zweiten 45 Minuten gefehlt? Lerch: "Die Genauigkeit mit dem Ball, die Präzision. In der Defensive war das Zweikampfverhalten ein Thema, die Gegentore hätten verhindert werden können. So blieb es spannend, auch wenn wir einen Elfmeter hätten kriegen müssen."

Auch Wedemeyer resümierte: "Wir hatten zum Schluss die Abstände nicht mehr und konnten uns die Bälle nicht mehr festmachen, waren dann nicht aggressiv genug und haben uns auskontern lassen." Und da, so die gebürtige Braunschweigerin, "müssen wir an uns arbeiten. Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit das Spiel total unter Kontrolle, im zweiten Durchgang haben wir es ein bisschen hergegeben. Dass wir hier mit einem Sieg nach Hause fahren, ist sehr wichtig." Was man aus dem Liga-Duell mit ins DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht am 30. Mai nehmen kann? "Pokal ist immer etwas ganz anderes. Ich bin mir sicher, dass das ein anderes Spiel wird. Vielleicht wird es auch wieder eng, aber wir können da mit viel Selbstbewusstsein hinfahren. Die Uhren sind auf Null gestellt, wir müssen alles raushauen."

Stroot und Stolze feiern Meisterschaft

Tommy Stroot, angehender Trainer bei Wolfsburgs Frauen und VfL-Leihgabe Anna-Lena Stolze feierten vergangenen Sonntag mit Twente Enschede die Meisterschaft in den Niederlanden! Es ist der insgesamt siebte Liga-Triumph Twente. Offensivspielerin Stolze erzielte beim 1:0 gegen ADO Den Haag in der 88. Minute den Siegtreffer, in der Tabelle kann Twente von PSV Eindhoven nun nicht mehr eingeholt werden. In den Play-Offs brillierten Stroot und seine Mannschaft mit vier Siegen und einem Unentschieden in fünf Spielen. Stolze, die vertraglich noch bis 2023 an die Niedersächsinnen gebunden ist, zählt in der Eredivise mit zehn Saisontoren mit zu den torgefährlichsten Spielerinnen.