17. August 2021 / 14:15 Uhr

Nach Spielabbruch bei Wermsdorf gegen Oschatz: Saisonstart endet vor Gericht

Nach Spielabbruch bei Wermsdorf gegen Oschatz: Saisonstart endet vor Gericht

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Wermsdorf
Wermsdorfs Ben Dechert behauptet den Ball gegen zwei Oschatzer Verteidiger. © Jennifer Kirpal
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Der Auftakt zur Fußball-Nordsachsenliga am vergangenen Wochenende hatte es wahrhaft in sich. Das Derby zwischen Wermsdorf und Oschatz wurde beim Stand von 6:1 nach 80 Minuten abgebrochen, nachdem die Gäste geschlossen den Platz verließen. Das ist nun ein Fall fürs Sportgericht.

Wermsdorf. Eigentlich war am Sonnabend alles angerichtet für einen schönen Fußball-Nachmittag. Auf dem Platz an der Sachsendorfer Straße stand die Nordsachsenliga-Partie zwischen dem FSV Blau-Weiß Wermsdorf und den Gästen vom FSV Oschatz auf dem Programm. In den letzten Spielen gegeneinander waren die Blau-Weißen meist als Sieger vom Platz gegangen und auch diesmal der Favorit.

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"Wermsdorfer wissen schon warum"

So war es nicht verwunderlich, dass es nach 73 Minuten bereits 6:0 für die Gastgeber stand, die zuletzt im Sachsenpokal eine starke Leistung abgeliefert hatten – auch wenn die Partie gegen Chemnitz vor einer Woche mit 0:3 verloren ging. André Kamm, bei den Hubertusburgern für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erklärte nach dem Spiel: „Wir hatten sehr schönes Wetter, es war keine Härte im Spiel und die Zuschauer hatten sicher viel Freude am Spiel.“

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Nur einer nicht, denn nach ersten Erkenntnissen von Volkmar Beier, dem Spielausschussvorsitzenden des Nordsächsischen Fußballverbandes (NFV), wurde wohl ein Spieler der Oschatzer von einem Zuschauer möglicherweise attackiert und/oder auch beleidigt. „Wir als Verband sind unmittelbar nach dem Spielabbruch von drei Seiten darüber informiert worden. Der Schiedsrichter wird einen Sonderbericht erstellen, der bis Montag vorliegen sollte. Der ist dann die Grundlage für das Sportgerichtsverfahren.“


Fakt ist, dass die Oschatzer kurz nach dem verwandelten Elfmeter zum 1:6 durch Kacper Artur Kordyka (76. Minute) geschlossen den Platz verließen und Schiedsrichter Denny Werner die Partie nur noch abbrechen konnte. „Die Wermsdorfer wissen schon warum“, sagte der Oschatzer Trainer Steffen Wiesner auf Anfrage. „Den Rest muss jetzt unser Vorstand klären.“

Teilerfolg für Aufsteiger Spröda

Am Sonntag stand derweil nach 90 Minuten ein mühsam erkämpftes 2:2-Unentschieden von Wacker Dahlen beim SV Spröda zu Buche. Dabei waren die Gäste – immerhin einer der Meisterschaftsanwärter in der Nordsachsenliga – von der Papierform her der Favorit. Auch der letzte Testspielsieg (8:2 bei der SG Canitz) ließ nicht vermuten, dass die Elf von Trainer Thomas Patommel beim Aufsteiger in Schwierigkeiten kommen könnte.

„Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht richtig da“, berichtet Wacker-Mannschaftsleiter Christoph Wahrig. Gleich gar nicht da war der Chefcoach, der in seinem wohlverdienten Urlaub weilt und auch am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen die Reserve vom FSV Krostitz noch fehlen wird. „Spröda hat uns auch ein wenig überrascht und ging zunächst bissiger in die Zweikämpfe“, erzählt Wahrig weiter.

Schon nach 240 Sekunden musste Wacker-Keeper Chris Föllner das erste Mal den Ball aus seinem Gehäuse holen, nachdem Felix Pietzsch für Spröda getroffen hatte. Als Pietzsch quasi mit dem Halbzeitpfiff auf 2:0 erhöhte, waren die Heimfans erst einmal begeistert.

Krostitz II mit Fehlstart

Christoph Wahrig: „In der zweiten Halbzeit war es dann ein Spiel auf ein Tor, aber wir sind an unserer Chancenverwertung gescheitert.“ So gelang Christian Seidel 22 Minuten vor dem Abpfiff zunächst der 1:2-Anschlusstreffer, bevor Justin Dintiu mit dem 2:2-Ausgleich (84. Minute) der Wacker-Elf immerhin einen Punkt sicherte. Er hatte an diesem Tag offenbar etwas zu wenig Zielwasser getrunken, denn in der ersten Hälfte traf der Dahlener nur die Latte und in der zweiten Halbzeit kam noch ein Pfostenschuss dazu.

Doch auch Marcus Gensel, Christian Seidel und Robert Weber vergaben in den zweiten 45 Minuten gute Torchancen. Da war Ronny Stürmer schon nicht mehr dabei. „Er hat von seinem Gegenspieler eins draufbekommen auf das Sprunggelenk“, berichtet Wahrig. „Und als er am Boden lag und der Schiedsrichter weiterspielen ließ, haben wir das zweite Gegentor kassiert.“ Somit steht Wacker Dahlen nach dem ersten Spieltag hinter fünf siegreichen Mannschaften gemeinsam mit Spröda auf Tabellenplatz sechs. Immerhin vor Wermsdorf und Oschatz, die nach dem Spielabbruch am Sonnabend erstmal beide bei null stehen.

Am kommenden Sonntag ab 15 Uhr gibt dann der FSV Krostitz II seine Visitenkarte im Dahlener Heidestadion ab. Die Gäste erlebten am Sonntag mit der 0:4-Heimschlappe gegen den SV Süptitz einen kompletten Fehlstart. „Wir müssen gegen Krostitz unser Spiel durchbekommen. Das Ziel sind drei Punkte“, erklärt der Dahlener Mannschaftsleiter. Ob Ronny Stürmer dann wieder voll einsatzfähig ist, wird sich im Verlauf der Trainingswoche zeigen.