23. März 2022 / 17:11 Uhr

Nach Spielabbruch wegen Becherwurf: Anwalt des VfL Bochum will Wiederholungsspiel erwirken

Nach Spielabbruch wegen Becherwurf: Anwalt des VfL Bochum will Wiederholungsspiel erwirken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schiedsrichter-Assistent Christian Gittelmann (2.v.r.) wird nach dem Becherwurf von Schiedsrichter Benjamin Cortus vom Rasen begleitet.
Schiedsrichter-Assistent Christian Gittelmann (2.v.r.) wird nach dem Becherwurf von Schiedsrichter Benjamin Cortus vom Rasen begleitet. © IMAGO/Sven Simon
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Ein Becherwurf aus den Zuschauerrängen auf Linienrichter Christian Gittelmann sorgte am Freitagabend für einen Abbruch des Bundesliga-Spiels zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach beim Stand von 0:2 für die Gastgeber. Der Anwalt der Bochumer fordert via "Bild" nun ein Wiederholungsspiel.

Der VfL Bochum will nach dem Becherwurf-Skandal im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach offenbar vor Gericht ein Wiederholungsspiel beantragen. Das erklärte Bochums Anwalt Horst Kletke am Mittwoch. "Der Straftäter hat völlig legal sein Getränk gekauft und der Verein dadurch kein Verschulden an der Straftat. Deshalb muss das Spiel wiederholt werden", sagte der Jurist gegenüber der Bild.

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Kletke berief sich auf Paragraph 18 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB, der im vierten Abschnitt vorschreibt: "Wird ein Bundesligaspiel ohne Verschulden beider Mannschaften vorzeitig abgebrochen, so ist es an demselben Ort zu wiederholen." Ein Bochumer Verschulden läge laut Kletke nur vor, wenn der Täter den Becher ins Stadion geschmuggelt hätte und die VfL-Sicherheitsleute ihn übersehen hätten. Via dpa ergänzte Kletke später: "Wir verurteilen den Becherwurf, das ist eine massive Straftat, da gibt es nichts schönzureden, das ist verurteilungswürdig, das ist unerträglich", sagte Kletke. "Aber wenn ein Straftäter einen Becher wirft, dann trifft den VfL Bochum keine Schuld."

In der 68. Minute des Spiels gegen Bochum war Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann von einem Getränkebecher am Kopf getroffen worden, der von einer Tribüne mit hauptsächlich Bochumer Fans geworfen wurde. Schiedsrichter Benjamin Cortus unterbrach daraufhin sofort die Partie. Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:0 (0:0) für Gladbach. Ein Tatverdächtiger wurde mittlerweile identifiziert.

Das Sportgericht des DFB wird sich mit dem Fall befassen. In einem vergleichbaren Fall war 2011 die Partie FC St. Pauli gegen den FC Schalke 04 beim Stand von 2:0 für die Gäste abgebrochen worden, nachdem Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner ebenfalls von einem Becher getroffen worden war. Das Spiel wurde 2:0 für Schalke gewertet, St. Pauli musste die erste Partie der Zweitliga-Saison 2011/12 mindestens 50 Kilometer außerhalb Hamburgs austragen.

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