17. März 2019 / 16:02 Uhr

Nach Spielabsage am Morgen: Ärger zwischen Hannover 96 und dem VfB Lübeck

Nach Spielabsage am Morgen: Ärger zwischen Hannover 96 und dem VfB Lübeck

Jürgen Rönnau und Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gero Gerewitz, Sport, Sülfeld, Stadtmeisterschaft, Platz gesperrt, Wasser, 26072017
Der Platz von Hannover 96 war am Samstag nicht bespielbar - die Partie gegen den VfB Lübeck wurde abgesagt. © Gero Gerewitz
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Eine Spielabsage von Hannover 96 II ist dem VfB Lübeck besonders bitter aufgestoßen. Erst drei Stunden vor Anpfiff wurde die Partie abgesagt - die Mannschaft war bereits in Hannover vor Ort, zwei Fanbusse unterwegs. Als VfB-Coach Landerl sich selbst von den Platzverhältnissen überzeugen wollte, wurde ihm der Zutritt verweigert und mit einer Anzeige gedroht. 96 beteuert, das Spiel pünktlich und korrekt abgesagt zu haben.

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Die Spielabsage der 96-Reserve gegen den VfB Lübeck sorgte am Samstag für reichlich Ärger auf Seiten der Gäste. Denn: Hannover 96 hatte das Regionalligaspiel um 9.44 Uhr via E-Mail wenige Stunden vor dem Anpfiff (13 Uhr) abgesagt. "Es gab zu keiner Zeit einen Hinweis aus Hannover, dass das Spiel in irgendeiner Form gefährdet sein könnte", sagt VfB-Vorstand Möller. "Kontaktaufnahmen und explizite Nachfragen am Freitag zum Platzzustand blieben unbeantwortet."

"Für Unterstellungen, die Partie sei grundlos abgesagt worden, haben wir kein Verständnis"

96 nahm am Sonntag Stellung zu den Vorwürfen der Lübecker. "Für Spekulationen und Unterstellungen, die Partie sei grundlos abgesagt worden, haben wir kein Verständnis", heißt es in einer Pressemitteilung. Der Platz sei nicht bespielbar gewesen, und der Verband durch Hannover 96 korrekt und pünktlich informiert worden. Weil das Wetter am Freitag besser als vorhergesagt war, hatte 96 am Freitagabend die Hoffnung, die Partie doch noch durchführen zu können. "Deshalb gab es zu diesem Zeitpunkt keine Absage. Durch den einsetzenden Regen am Morgen des Spieltags wurde der Platz unbespielbar", erklärte der Verein.

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Vorzeitige Anreise: Tarnat kann Ärger verstehen

Besonders bitter für die Lübecker: Der VfB war schon einen Tag vorher, am Freitag, nach Hannover gereist. Zu dem waren zwei Fanbusse unterwegs und mussten kurzerhand wenige Kilometer vor Hannover wieder umdrehen. "Ich erwarte von Hannover 96 einen Vorschlag zur Erstattung der entstandenen Kosten", ließ Möller wütend die 96-Verantwortlichen schriftlich wissen. Auch beim zuständigen Verband, dem NFV, intervenierte Möller umgehend - und erhielt die Antwort, der Verband habe da keine Handhabe.

"Ich kann den Ärger unserer Gäste verstehen wegen der vorzeitigen Anreise. Aber auch wir hätten gern gespielt. Wir haben nicht willkürlich abgesagt, der Zustand des Platzes hat eine Austragung der Partie einfach nicht hergeben. Ich selbst war bereits früh morgens auf der Anlage", sagte 96-Akademie-Leiter Michael Tarnat.

"Man hat mich abgewiesen wie einen Kriminellen"

Die Lübecker, die bereits vor Ort waren, wollten es aber genauer wissen. Trainer Rolf Landerl, der als Fußballlehrer freien Eintritt zu jedem Pflichtspiel in Deutschland hat, versuchte Zutritt zum Gelände zu bekommen, um sich selbst einen Eindruck von der Platzbeschaffenheit zu machen. Ordner verhinderten dies aber. "Man hat mich abgewiesen wie einen Kriminellen", beschwert sich der Coach. "Man hat mir mit Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht - das ist unglaublich, eines Vereins wie Hannover 96 absolut unwürdig."

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Tarnat über Landerl: "Ich empfehle ihm aber Zurückhaltung"

Zu den Vorwürfen des Lübecker Trainers wollte sich Tarnat nicht äußern. "Ich empfehle ihm aber Zurückhaltung", sagte der Ex-96-Profi. So musste der VfB unverrichteter Dinge wieder die Heimreise antreten. "Irgendwann wird das Spiel ja nachgeholt - dann werden wir besonders motiviert sein", sagte Landerl.