29. Mai 2018 / 07:27 Uhr

Nach Takuma Asano und Kevin Wimmer: Nie mehr teure England-Profis zu Hannover 96

Nach Takuma Asano und Kevin Wimmer: Nie mehr teure England-Profis zu Hannover 96

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
96-Neuzugang Kevin Wimmer (links) im Zweikampf mit Tottenhams Dele Alli.
96-Neuzugang Kevin Wimmer (links) im Zweikampf mit Tottenhams Dele Alli. © Getty Images
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Kevin Wimmer und Takuma Asano kommen von der Insel, doch Spieler aus der Premier League sind zu teuer für Hannover 96. Clubchef Martin Kind will in Zukunft den Fokus mehr auf andere Märkte legen.

Den Doppelpack von der Insel hat 96 schon. Manager Horst Heldt holte in Takuma Asano und Kevin Wimmer zwei aus England für die neue Saison. Offensivspieler Asano wechselt auf Leihbasis von Arsenal London zu 96, Verteidiger Wimmer kommt von Stoke City – erstmal ebenfalls auf Leihbasis, allerdings hat 96 eine Kaufoption über 12 Millionen Euro. Wenn es nach Clubchef Martin Kind geht, wird es zu einem Insel-Hattrick von Heldt nicht mehr kommen. „Ich würde empfehlen, künftig eher auf anderen Märkten aktiv zu sein“, sagte Kind.

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Sommer 2019: Dennis Aogo (vereinslos -> Hannover 96) ©

​Wimmer-Kauf utopisch

Der Grund für Kinds Zurückhaltung bei Spielern von der Insel liegt auf der Hand: Die Premier League hat die Preise für Spieler verdorben. Bestes Beispiel ist Wimmer. Der Deal zog sich in die Länge. Ein Kauf wäre für 96 utopisch gewesen. Wimmer war erst im Sommer 2017 für 22 Millionen Euro von Tottenham zu Stoke gewechselt. So viel gab 96 im vergangenen Sommer für Jonathas, Ihlas Bebou, Julian Korb und Michael Esser zusammen aus.

Und auch wenn man sich mit Stoke auf eine Leihe für ein Jahr geeinigt hat – die auch stolze 1,5 Millionen Euro kostet –, war der Transfer nur realisierbar, weil Wimmer Gehaltseinbußen hinnahm. Rund vier Millionen Euro soll er pro Saison verdient haben. Für 96 und die Rückkehr in die Bundesliga macht er Abstriche und verzichtet auf rund 50 Prozent. Um nach dem Jahr Leihe wirklich die Kaufoption für 12 Millionen zu ziehen, müsste Wimmer herausragende Leistungen auf den Platz bringen. Sonst ist er schlicht und einfach zu teuer für Hannover 96.

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Ihlas Bebou: 8,5 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim (2019) © imago:
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Heldt braucht eine gute Spürnase

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich 96 mit Verstärkungen aus der milliardenschweren Premier League zurückgehalten. Stürmer Mame Diouf und Abwehrspieler Johan Djourou bilden da eine Ausnahme. Diouf kam von Manchester United und funktionierte bei 96, verließ den Verein dann aber und wechselte ablösefrei zu Stoke. Djourou, der von Arsenal kam, wollte 96 behalten, der Verteidiger hatte aber andere Pläne und wollte lieber nach Hamburg.

Klar ist natürlich auch: Nicht nur der englische Markt ist völlig überhitzt. Auch in Spanien, Frankreich oder Italien dürfte es für 96 schwer mit kostengünstigen Verstärkungen werden. Die Weltmeisterschaft wird dann auch noch ihren Teil dazu beitragen, dass die Preise auf dem Markt noch weiter in die Höhe schnellen. Heldt braucht eine gute Spürnase.

Gegen Verkäufe auf die Insel dürfte Kind aber sicher nichts einzuwenden haben: Der bis heute teuerste Verkauf der 96-Geschichte ging nach England: Joselu wechselte 2015 für 8 Millionen zu – natürlich – Stoke City.