14. Juni 2021 / 17:46 Uhr

Nach Verlängerung: FSV Oschatz holt 3:2-Sieg gegen Schildau

Nach Verlängerung: FSV Oschatz holt 3:2-Sieg gegen Schildau

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Denis Baranowski (links, hier in einem früheren Spiel) steht mit seiner Elf im Halbfinale.
Denis Baranowski (links, hier in einem früheren Spiel) steht mit seiner Elf im Halbfinale. © Gerhard Schlechte
Anzeige

Wird es 2021 was? Nachdem der FSV Oschatz dem Kreispokal für diese Saison eigentlich schon den Rücken gekehrt hat, haben die Mannen von Trainer Wiesner nun die Chance auf den großen Wurf.

Schildau/Oschatz. Als ob der 3:2-Pokalsieg des FSV Oschatz in der Verlängerung beim TSV 1862 Schildau nach Monaten ohne Training nicht schon hart genug war. Jetzt wartet am Sonnabend das Halbfinale gegen Pokalverteidiger FSV Blau-Weiß Wermsdorf. Die aktuellen Wetterprognosen: um oder über 30 Grad. Deutschland – und auch der Osten – steuert auf eine Sahara-Hitze zu, im Süden der Republik werden bis zu 40 Grad erwartet. Steffen Wiesner, der Coach des FSV Oschatz, hatte das schon gleich nach dem Sieg in Schildau im Blick. „Wir wollen nächsten Sonnabend erst 17.30 oder 18 Uhr spielen, wenn Wermsdorf einverstanden ist“, sagt Wiesner. „Dann ist Derbyzeit und wir freuen uns auf diese Partie – obwohl wir eigentlich gar nicht mehr im Pokal spielen wollten diese Saison.“

Anzeige

„Alle waren kaputt“

Zum Glück hat sich der FSV das noch überlegt und hat nun seit langer Zeit die Chance, den Kreispokal nach Oschatz zu holen. „Ich glaube, der FSV hat den Kreispokal noch nie gewonnen. Aber wenn wir an die Leistung in Schildau anknüpfen und genauso kämpfen, dann haben wir auch im Halbfinale gegen Wermsdorf eine Chance“, so Wiesner. Das wird auf dem heimischen Kunstrasenplatz steigen, weil der Rasenplatz nach wie vor nicht für Fußballspiele geeignet ist. „Der ist noch in Arbeit“, erklärt der Coach. Und Verletzungen aufgrund von Löchern im Rasen wünschen sich weder der FSV noch die Gästeteams.

Mehr zum Fußball

Doch was hat sich nun zugetragen letzten Sonntag auf dem Fußballplatz des TSV 1862 Schildau? „Die ersten 25 Minuten sind wir ziemlich geschwommen“, sagt Wiesner auf der Rückfahrt nach Oschatz. Doch in der 22. Minute brachte Andreas Frenkel die Gäste dann doch in Führung. Schildau wurde danach so richtig munter und ging durch einen Doppelschlag von Benjamin Elschner (34.) und Kapitän David Elbe (36.) seinerseits mit 2:1 in Führung, bevor Johannes Runge zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff zum 2:2 ausgleichen konnte. Auf den nächsten Treffer mussten die 86 Zuschauer dann über eine Stunde warten. Peter Gärtner war es, der Oschatz mit seinem 3:2 in der Schlussminute der Verlängerung erlöste. „Die letzten 30 Minuten waren nur noch ein Hauen und Stechen“, befindet Schildaus Coach Patrick Otto. „Alle waren kaputt und meine Spieler waren in Gedanken wohl schon beim Elfmeterschießen.“

Wiesner sieht das ähnlich. „Die meisten waren im Kopf leer und hatten keine Kraft mehr. Es war nur noch ein Hin und Her. Bis es dann ein Gewusel vor dem Schildauer Tor gab und Peter Gärtner für uns getroffen hat.“ Der Linienrichter sah nach 120 Minuten zwar eine Abseitsposition, doch da der Ball aus den Reihen der Schildauer zum Oschatzer Torschützen kam, war diese Entscheidung letztlich hinfällig. Und Gärtner heilfroh, war er doch Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Elfmeter am Schildauer Keeper Marcus Müther gescheitert. Patrick Otto, der Trainer des gastgebenden TSV 1862, war nach dem Abpfiff schon ein wenig traurig. „Das ist schon bitter für uns und auch für mich, weil es mein letztes Spiel als TSV-Trainer war“, merkt der Coach an. „Wir haben drei Kinder und mir fehlt einfach immer mehr die Zeit, um zweimal die Woche beim Training zu sein und am Wochenende bei den Spielen. In der Übergangsphase stehe ich Schildau aber noch als Co-Trainer zur Verfügung.“ Sein Nachfolger auf der Trainerbank soll schon gefunden sein, wurde aber noch nicht offiziell verkündet.

1000 Zuschauer beim Finale?

Trainer-Kollege Steffen Wiesner ist übrigens schon längst wieder topfit. Er hatte eine Corona-Infektion, aber: „Das war bei mir wie eine leichte Grippe. Ich habe keine Nachwirkungen gehabt.“ Einer seiner Spieler hat seit der Schildau-Partie allerdings schon Nachwirkungen. Allerdings nicht wegen Corona, sondern aufgrund einer Verletzung. „16 Spieler werde ich am Sonnabend schon noch zusammen haben“, erklärt der Oschatzer Coach, der auch auf keine Zugangsbeschränkungen für die FSV-Fans hofft. Denn die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Nordsachsen mittlerweile auf weit unter 20 gesunken. Die Testpflicht für Besucher ist aktuell also Geschichte.

Im zweiten Halbfinale um den Kreispokal werden sich am Wochenende übrigens der FSV Beilrode und der FV Bad Düben gegenüberstehen. Beilrode hat den LSV Mörtitz glatt mit 4:1 ausgeschaltet und die Reserve von Hartenfels Torgau ging auf eigenem Platz gleich mal mit 1:5 gegen die Dübener unter. Auch der Termin für das Pokalfinale steht inzwischen. Es soll laut dem Nordsächsischen Fußballverband (NFV) am Freitag, den 25. Juni, ab 20 Uhr im Torgauer Hafenstadion steigen. „Es gibt die Hoffnung, dass 1000 Zuschauer zugelassen werden“, teilte der NFV auf seiner Homepage mit.


FSV Oschatz: Däbritz, Mandel (84. Bojang), Naumann, Krause, Gärtner, Baranowski (46. Siegel), Pöhlmann, Frenkel, Runge, Erdmann (72. Födisch) und Janke. Tore: 0:1 Frenkel (22.), 1:1 Elschner (34.), 2:1 Elbe (36.), 2:2 Runge (43.), 2:3 Gärtner (120.). Zuschauer: 86. Schiedsrichter: Trybusch.