22. Juli 2021 / 16:00 Uhr

Nach Verletzung und Corona: Krostitzer Toni Finsterbusch feiert IDM-Comeback

Nach Verletzung und Corona: Krostitzer Toni Finsterbusch feiert IDM-Comeback

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Finsterbusch
Toni Finsterbusch freut sich endlich wieder ein IDM-Rennen absolvieren zu können. © Privat
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Eigentlich sollte das Comeback von Toni Finsterbusch in der Klasse Superbike 1000 schon vor einer Woche steigen. Doch wegen der schweren Unwetter wurde das Event auf dem Nürburgring abgesagt. Am kommenden Wochenende ist es nun soweit und der 38-Jährige fährt in Schleiz sein erstes IDM-Rennen seit zehn Monaten.

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Schleiz. Corona- und Verletzungspause sind überwunden, die Zweifel fahren aber mit: Toni Finsterbusch bestreitet an diesem Wochenende sein erstes Rennen in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) seit zehn Monaten. Die Aussichten für den Ritt in Schleiz sind dennoch eher suboptimal. „Ich habe in diesem Jahr erst zwei Tage auf dem Motorrad gesessen“, erklärt der 28-Jährige.

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"Schwierigkeiten beim Turning"

Eigentlich sollte das Comeback in der Klasse Superbike 1000 schon vor einer Woche steigen. Doch wegen der schweren Unwetter wurde die IDM auf dem Nürburgring kurzfristig abgesagt. „Eigentlich habe ich gesagt, wenn ich zurückkomme, dann nicht in Schleiz, aber jetzt komme ich da nicht drum herum“, erzählt Finsterbusch. „Ich mag die Atmosphäre, aber dort musst du das Limit deines Motorrads genau kennen, es gibt so viele schnelle Ecken ohne Auslaufzone, da willst du nicht stürzen. Sonst ist die Maschine hin.“

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Auch der jüngste Test in Hockenheim stand unter keinem guten Mond. Als Finsterbusch aus der Box seiner ersten Runde entgegenrollte, zermarterten ungewöhnliche Geräusche seinen Gehörgang. Er kehrte prompt zurück zu seinem Team – und es folgte die Diagnose Motorschaden. Teamchef Karsten Wolf brach umgehend nach München auf, um ein neues Aggregat zu besorgen. So lange teilte sich der Nordsachse mit Teamkollege Julian Puffe die zweite Maschine.

Angesichts dieser Voraussetzungen lief es „erstaunlich gut“, berichtet Finsterbusch. „Ich war um einiges schneller als im vergangenen Jahr. Gemeinsam können Julian und ich Dinge auch besser ausprobieren und unterschiedliche Ideen abfahren. Da kommt man am Renn-Wochenende sonst nicht dazu.“ Vor allem das fehlende Gefühl für das Vorderrad, Schwierigkeiten beim „Turning“ („Wir kommen einfach nicht so richtig um die Ecke.“) und die Probleme mit übermäßigem Reifenverschleiß ließen sich so bearbeiten.

Finsterbusch hält Ball flach

Und was macht eigentlich der von diversen Brüchen gequälte linke Fuß? „So weit, so gut. Bei bestimmten Bewegungen habe ich noch Schmerzen im Sprunggelenk, das wird wohl auch nicht wieder zu 100 Prozent werden. Aber für‘s Motorradfahren geht‘s.“ Es gibt eben nicht nur am Motorrad Verschleißteile. Problem des menschlichen Körpers: Er lässt sich auch mit noch so guten Ersatzteilen nicht wieder in seinen Originalzustand versetzen.

In seiner Abwesenheit vertrat Julian Puffe die Farben des Teams allein, weil auch Lucie Glöckner wegen gesundheitlicher Probleme seit Saisonbeginn fehlt (unter anderem laboriert sie an den Nachwirkungen einer Corona-Erkrankung). Puffe machte seine Sache mit den Plätzen vier und acht in Oschersleben sowie sieben und acht in Most und als derzeit Gesamt-Sechster durchaus gut. „In Oschersleben hat Julian zugegebenermaßen vom Wetter profitiert, das Ergebnis war besser, als er eigentlich war. Aber in Most ging es dann schon richtig voran“, analysiert Finsterbusch die jüngsten Auftritte.

Nun steht er selbst wieder in der Bringepflicht. Wobei er in Anbetracht der Umstände den Ball betont flach hält. „Selbst wenn ich Letzter werde, ist mir das relativ egal. Ich muss einfach versuchen, in den Rhythmus zu kommen und Kilometer zu sammeln.“ Passend zum Start der Spiele in Tokio fährt offenbar der olympische Gedanke mit. Im Gegensatz zu Olympia sind bei der IDM aber wieder Zuschauer an der Strecke zugelassen. „Ganz cool“, findet das Finsterbusch. Und womöglich stellt er vor Ort dann ja fest, im Vorfeld etwas tief gestapelt zu haben.

Zeitplan: Freitag: Freies Training, Sonnabend: Qualifying 1: 9.20 Uhr bis 9.50 Uhr; Qualifying 2 14.05 bis 14.35 Uhr; Sonntag: 11.20 Uhr: Rennen 1; 15.20 Uhr: Rennen 2.