30. Juni 2020 / 21:07 Uhr

Nach verpasstem Aufstieg in Liga drei: Lok-Leipzig-Fans beschimpfen Mannschaft

Nach verpasstem Aufstieg in Liga drei: Lok-Leipzig-Fans beschimpfen Mannschaft

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Die Lok-Fans unterstützten ihr Team zunächst lautstark vom Parkplatz aus.
Die Lok-Fans unterstützten ihr Team zunächst lautstark vom Parkplatz aus. Nach dem Spiel kippte aber die Stimmung. © Privat
Anzeige

Nicht nur bei der Mannschaft war die Enttäuschung nach dem 1:1 beim SC Verl und dem damit verpassten Aufstieg groß: Auch die rund 50 mitgereisten Fans aus der Messestadt waren wenig angetan und ließen ihren Frust verbal an den Spielern aus.

Anzeige

Bielefeld. Wie angekündigt nahmen einige Fans des 1. FC Lok Leipzig die Reise nach Bielefeld auf sich, um ihre Mannschaft vor den Toren der SchücoArena im Relegationsrückspiel gegen den SC Verl zu unterstützen. Etwa 50 Leipziger versammelten sich, sangen und trommelten friedlich während der Partie, die Bielefelder Polizei musste nicht eingreifen. Die "Neue Westfälische" berichtet gar von 250 Mitgereisten. Doch die gute Stimmung kippte, als die einmalige Chance, in die dritte Liga aufzusteigen, durch das 1:1 und die Auswärtstorregelung verpasst wurde.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Lok-Rückspiel in Bielefeld

Schade! Der 1. FC Lok Leipzig erreicht beim SC Verl nur 1:1-Unentschieden (0:1) und spielt somit auch in der kommenden Saison in der Regionalliga Nordost. Zur Galerie
Schade! Der 1. FC Lok Leipzig erreicht beim SC Verl nur 1:1-Unentschieden (0:1) und spielt somit auch in der kommenden Saison in der Regionalliga Nordost. ©

Die Probstheidaer Fans pöbelten vor der Einfahrt der Arena und forderten nicht nur lautstark die Mannschaft. Kurze Zeit soll sogar der aufgestellte Zaun durchbrochen worden sein. Kurios: Aufgrund des Hygiene-Konzepts war die Lok-Kabine außerhalb des Stadions und direkt an eben jenem Tor. „Kommt raus, ihr Wichser“ war noch die harmloseste Aufforderung. Schließlich erbarmte sich Kapitän Robert Zickert und suchte als Wortführer den Dialog, der jedoch eher wie eine einseitige Beschimpfung anmutete. Das Team kam nicht. Verständlich: Aufbauend waren die Formulierungen nicht.

Mehr zum Spiel

Paul Schinke schaute am Rand zu. „Dann brauchen sie auch nicht zu kommen“, hatte der aufgelöste Spielmacher kein Verständnis. „Ich denke, wir sind alle enttäuscht. Aber bei aller Liebe: Belöffeln lassen nach so einer Saison ist ein bisschen eklig und hart. Aber so ist das eben bei Lok Leipzig.“ Lok-Präsident Thomas Löwe meinte diplomatisch: „Bei jedem drückt sich die große Enttäuschung anders aus“, und suchte wie Zickert anschließend das Gespräch mit der mittlerweile etwas kleineren und beruhigten Gruppe der Fans.