07. Januar 2021 / 21:01 Uhr

Nach Verzicht auf sein Hilfsangebot: Ex-Schalke-Boss Clemens Tönnies reagiert

Nach Verzicht auf sein Hilfsangebot: Ex-Schalke-Boss Clemens Tönnies reagiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Clemens Tönnies bedauert die Schalker Absage seines Hilfsangebots.
Clemens Tönnies bedauert die Schalker Absage seines Hilfsangebots. © 2019 Getty Images
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Der FC Schalke 04 verzichtet trotz finanziellen Engpasses auf die finanzielle Unterstützung von Ex-Klubchef Clemens Tönnies. Nun hat sich der ehemalige Boss zu Wort gemeldet - und bedauert die Entscheidung. Aufsichtsrats-Boss Jens Buchta bestätigte indes die endgültige Absage.

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Der frühere Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies bedauert den Beschluss seines Ex-Klubs, auf seine finanzielle Unterstützung zu verzichten. "Ich beuge mich der Entscheidung, obwohl ich sie natürlich bedauere", sagte der 64-Jährige am Donnerstag der Funke-Mediengruppe. Zuvor war bekannt geworden, dass der Deal nicht zustande kommt, weil die Forderung des Fleisch-Fabrikanten nach einem einstimmigen Beschluss im Aufsichtsrat des Bundesligisten nicht erfüllt wurde.

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"Ich wollte sicherstellen, dass alle geschlossen hinter dem Konzept stehen, unter allen Umständen den Klassenerhalt zu sichern", sagte Tönnies. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge waren zwei Mitglieder des Schalker Aufsichtsrates gegen die Unterstützung des einstigen Klubchefs gewesen. Zur Debatte stand, den Sponsoren-Vertrag mit der Tönnies-Firma "Böklunder" auszuweiten und vorzeitig zu verlängern. Das bestätigte der S04-Aufsichtsratsvorsitzende Jens Buchta am Donnerstagabend.

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Tönnies-Nachfolger Buchta bestätigt: Angebot trotz Mehrheit im Aufsichtsrat erloschen

Buchta bestätigte in einem Beitrag auf der Homepage des Ruhrpott-Klubs zudem, dass Tönnies sein Angebot nach dem nicht einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats endgültig zurückgezogen habe. Dass sich die Mehrheit für die Hilfen ausgesprochen habe, reichte ihm demnach nicht: "Im Übrigen haben auch die Mitglieder des Gremiums, die ihre Zustimmung nicht gegeben haben, ausdrücklich erklärt, die Entscheidung der Mehrheit mitzutragen. Leider hat dies Clemens Tönnies nicht ausgereicht", wird Buchta zitiert.

Der Aufsichtsrats-Boss verriet auch, wie es bei einer einstimmigen Zustimmung des Aufsichtsrats für die Hilfen weitergegangen wäre: "Die Aufnahme der wirtschaftlichen und inhaltlichen Verhandlungen hätte im Bereich des Vorstands gelegen. Hierzu kommt es nun jedoch nicht mehr." Tönnies selbst zeigte sich trotz des Verzichts auf sein Hilfsangebot versöhnlich: "Ich bleibe im Herzen immer Schalker", so der Ex-Boss.

Buchta: "Werden ruhig und fokussiert weiterarbeiten"

Der 64-Jährige war am 30. Juni nach mehreren Skandalen von seinen Ämtern beim FC Schalke zurückgetreten. 2019 hatte er mit als rassistisch kritisierten Äußerungen über Afrikaner für Wirbel gesorgt. Im Juni gab es nach einem Corona-Ausbruch in seiner Fleischfabrik massive Kritik an den dortigen Arbeitsbedingungen.

Der Tabellenletzte sucht im Kampf gegen den Abstieg noch Verstärkungen im Angriff und auf der Rechtsverteidiger-Position - auch ohne die Tönnies-Finanzspritze: "Der Vorstand ist weiter gefordert, geplante Maßnahmen sehr kurzfristig umzusetzen. Unsere Handlungsfähigkeit ist nicht eingeschränkt", betonte Buchta. "Wir werden ruhig und fokussiert weiterarbeiten - nur das hilft dem Klub in dieser schwierigen Situation." Die Schalker sind saisonübergreifend seit 30 Bundesliga-Spielen ohne Sieg und könnten am Samstag gegen die TSG 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr) den Negativrekord von Tasmania Berlin einstellen.