05. August 2018 / 23:27 Uhr

Nach Vorwürfen von Til Schweiger: Jetzt spricht Jan Ullrich!

Nach Vorwürfen von Til Schweiger: Jetzt spricht Jan Ullrich!

Robert Hiersemann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Archivfoto von Jan Ullrich. 
Archivfoto von Jan Ullrich.  © dpa
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Der ehemalige Radsport-Star Jan Ullrich hat mit der Bild-Zeitung ausführlich über seinen Streit auf Mallorca mit Schauspieler Til Schweiger gesprochen und gibt erstmals einen Drogenkonsum zu. "Ich mache jetzt eine Therapie", sagt er. 

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Der ehemalige deutsche Radsport-Star Jan Ullrich befindet sich nach einer Auseinandersetzung auf dem Grundstück des Schauspielers Til Schweiger und einer anschließenden Festnahme wieder auf freiem Fuß.

Ullrich war am Freitag auf Mallorca über einen Zaun auf das Grundstück seines Nachbarn Schweiger geklettert, obwohl dieser dies nicht wollte – und schließlich Anzeige erstattete.

Nun hat sich der deutsche Tour-Held von 1997 gegenüber der Bild-Zeitung ausführlich zu dem Vorfall und den anschließenden Strapazen geäußert.

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Erstmals gibt er zu, Drogen konsumiert zu haben und will sich deshalb nun behandeln lassen: "Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich jetzt eine Therapie. Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern - die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe, haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue."

Auch den Ärger mit Schweiger schildert er ausführlich: "Ich bin zu Til rüber, weil ich hörte, dass er demnächst Mallorca wieder verlässt und wollte mich verabschieden. Ich habe gerufen, es hat mich keiner gehört, da habe ich einfach das Grundstück betreten. Im Garten war auch eine Person - ein Mitarbeiter von Til -, der sich eine Zeitlang bei mir durchgefuttert und mich dann sogar bestohlen hat. Es gab Wortgefechte, auch mit Til, möglicherweise auch mal eine Berührung an der Schulter. Plötzlich sprang mich diese Person mit einem Kung-Fu-Tritt an. Ich konnte ausweichen, bin aber auf den Ellenbogen gefallen. Dann kam schon die Polizei."

Auf einmal klickten die Handschellen

Wie es nach dem Vorfall für ihn weiter ging, überraschte Ullrich sehr: "Nach Aufnahme der Aussagen fragte die Polizei mich, ob sie mich wegen meines Ellenbogens ins Krankenhaus fahren sollte. Ich sagte Ja. Ich wurde dort untersucht, auch Blut wurde entnommen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich danach wieder nach Hause gebracht werde. Doch plötzlich wurde ich in Handschellen in eine Zelle geführt."

Ullrich: "Überall Kot und Urin"

Ullrich kritisierte auch die Umstände im spanischen Gefängnis: "Ich konnte mich mit den Beamten nicht verständigen. Sie sprachen nur Spanisch, verstanden kein Englisch. Ich konnte keinen Anwalt anrufen. Ich musste alles bis auf die Hose ausziehen. In der sehr kleinen Zelle gab es nur eine Pritsche und ein Handtuch. Überall Kot und Urin auf dem Boden und an den Wänden. Ich habe Platzangst bekommen, konnte nicht schlafen. Es war eine der härtesten Prüfungen meines Lebens."