11. Juli 2021 / 19:37 Uhr

Nach Wolfsburger 0:3-Pleite: Sportdirektor Schäfer nimmt das Team in Schutz

Nach Wolfsburger 0:3-Pleite: Sportdirektor Schäfer nimmt das Team in Schutz

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nicht zufrieden, aber mit Verständnis: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.
Nicht zufrieden, aber mit Verständnis: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. © Roland Hermstein
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Mit 0:3 unterlag der VfL Wolfsburg am Samstag Hansa Rostock in einem Testspiel. So hatte sich das auch VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer nicht vorgestellt, aber er nahm die Mannschaft in Schutz.

Es lief nicht so, wie sie es sich beim VfL Wolfsburg vorgestellt hatten: Mit 0:3 (0:1) unterlag der Fußball-Bundesligist am Samstagnachmittag vor 500 Zuschauern im AOK-Stadion im zweiten Testspiel dem Zweitliga-Aufsteiger Hansa Rostock. Anschließend gab's Kritik von Trainer Mark van Bommel, dem vor allem die zweite Hälfte nicht gefiel. Auch Sportdirektor Marcel Schäfer war mit dem Auftritt des Champions-League-Teilnehmers nicht zufrieden, nahm das Team jedoch in Schutz und verwies auf die zahlreichen Nachwuchsspieler, die mit dabei waren, sowie auf den Trainingsstand.

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Erst am 1. Juli war der VfL in die Vorbereitung gestartet, viele schweißtreibende Einheiten liegen hinter Maximilian Arnold (gegen Rostock erneut Kapitän) und Co., es gab nur einen freien Tag (am Sonntag kam ein weiterer hinzu). "Dass man in einer Vorbereitung auch mal müde ist, ist ganz normal", sagt Schäfer aus eigener Erfahrung als Profi. "Ebenso, dass der Gegner in der Vorbereitung ein Stück weit voraus ist." Und dem war im Duell mit Rostock so. Denn anders als die Wolfsburger startet Hansa schon in zwei Wochen in die neue Zweitliga-Saison. Dass die Gäste schon weiter waren, war zu spüren. Zudem bestand der VfL-Kader zur Hälfte aus Jugend-Spielern. "Das soll keine Ausrede sein, aber das sollte man mit berücksichtigen", betont Schäfer.

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Daniel Ginczek nach vergebener Kopfballchance. Zur Galerie
Daniel Ginczek nach vergebener Kopfballchance. ©

Doch gerade, wenn die Beine schwer sind, müsse man "cleverer agieren, muss den Ball schneller laufen lassen, gedanklich schneller sein", so Schäfer. Das war vor allem nach dem Seitenwechsel nicht zu sehen. "Da habe ich mich geärgert", sagte van Bommel nach dem Schlusspfiff. Die erste Hälfte fand er "nicht schlecht. Wir hatten viel Ballbesitz, hatten Torchancen und haben versucht, so zu spielen, wie ich es mir vorstelle. Da war der Einsatz noch da."

Im 4-2-3-1 mit Marvin Stefaniak auf der Zehn schickte der Niederländer die erste Elf ins Rennen. In der Pause tauschte van Bommel einmal komplett durch - doch es lief kaum noch etwas zusammen. Neben dem Einsatz fehlte van Bommel, der sich als Profi immer vollends reingehauen hatte und das "egal, wo" auch von seiner Mannschaft erwartet, auch "das Niveau". Dabei standen mit Maxence Lacroix, Paulo Otavio, Yannick Gerhardt (als Kapitän), Elvis Rexhbecaj, Maximilian Philipp und Joao Victor im zweiten Spielabschnitt gleich sechs gestandene Profis auf dem Rasen. "Die jungen Spieler haben Vollgas gegeben, ihnen kann man keinen Vorwurf machen. Aber von den Jungs, die Bundesliga spielen, erwarte ich mehr", so van Bommel deutlich, auch wenn es nicht leicht sei, wenn nicht alle Spieler dabei sind. Er kündigte aber an: "Wir werden das offen und ehrlich ansprechen und nicht rumeiern."

Da schloss sich Schäfer an: "Ich finde, dass wir das eine oder andere haben vermissen lassen, was wir uns vorgenommen hatten." Vor allem "von den erfahreneren Spielern, die in den letzten Tagen auch hart gearbeitet haben, wünsche ich mir ein Stück weit, dass sie die jungen Spieler führen. Das hat ein bisschen gefehlt. Deswegen sind wir nicht so zufrieden, aber das Ergebnis ist grundsätzlich eher zweitrangig." Das hatte van Bommel vor den Testspielen auch betont, sagt aber auch: "0:3 ist viel. Ich sage nicht, das kann mal passieren. Wir arbeiten daran." Der VfL gab in der zweiten Hälfte bis auf einen Versuch von Joao Victor (der Ball ging neben den Kasten) nicht einen Torschuss ab. Schäfer: "Man hat gesehen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, aber das ist kein Problem."

Erfreulich allerdings: Renato Steffen (nach Bandverletzung) und Koen Casteels (nach operativem Eingriff) feierten ihr Comeback. "Wir freuen uns über jeden, der zurückkommt", so Schäfer, der sich auch über die Rückkehr der EM-Fahrer Wout Weghorst, Josip Brekalo, Pavao Pervan, Xaver Schlager, Kevin Mbabu und Admir Mehmedi freut - alle sollen zum Trainingslager in Bad Waltersdorf (18. bis 24. Juli) dabei sein.