29. Juni 2021 / 19:22 Uhr

Nach Zwangpause: Segler fiebern Warnemünder Woche entgegen

Nach Zwangpause: Segler fiebern Warnemünder Woche entgegen

Rene Warning
Ostsee-Zeitung
Sie gehören traditionell zum Programm der Warnemünder Woche: die Laser-Segler, die auch in diesem Jahr um den Europa Cup wetteifern.
Sie gehören traditionell zum Programm der Warnemünder Woche: die Laser-Segler, die auch in diesem Jahr um den Europa Cup wetteifern. © Pepe Hartmann/Archiv
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Über 900 Sportler aus 18 Nationen wetteifern auf dem Wasser um die besten Plätze in 13 Bootsklassen. Höhepunkt ist die EM im Contender.

Endlich wieder spektakuläre Duelle auf dem Wasser, geschickte Wendemanöver, taktische Meisterleistungen, Kämpfe um Rekorde und gegen Wetterkapriolen: Nach fast zwei Jahren Pause startet am Freitag die 83. Warnemünder Woche. Über 900 Segler aus 18 Nationen wetteifern in zehn Tagen um die besten Plätze bei den insgesamt 13 Regatten.

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Wettfahrtleiter Peter Ramcke, der diese Funktion seit 2016 ausübt, ist nach pandemiebedingter Pause im vergangenen Jahr enthusiastisch. „Die Segler und auch ich brennen darauf, endlich wieder aufs Wasser zu kommen. Das hat uns allen enorm gefehlt. Aber nun können wir endlich den Fuß von der Bremse nehmen und aufs Gaspedal drücken“, jubelt der Segelexperte bei der Pressekonferenz am Dienstag im Hotel Ringelnatz in Warnemünde.

Besonders freut sich der Sportdirektor über die Europameisterschaft in der Contender-Klasse. „Mit Jan ,Backe‘ von der Bank hat uns unter anderem der Weltmeister von 2005 zugesagt. Das ist eine große Wertschätzung für die Warnemünder Woche und das Segelrevier vor der Ostseeküste“, verdeutlicht Ramcke. Neben von der Bank und dem Weltmeister im OK-Dinghy von 2018, André Budzien aus Schwerin, segeln weitere 86 Sportler um die Goldmedaille.

Um die zweite Europameisterschaft in der Klasse First Seascape 18 streiten sich 19 Trios in den als besonders schnell segelnden Booten.

Neben den kontinentalen Titelkämpfen finden auch in diesem Jahr wieder mehrere Internationale Deutsche Meisterschaften und Ranglisten-Wettfahrten statt (siehe Infokasten). Dazu gehören unter anderem die beliebten Europacups der Laser, bei denen über 100 Jugendliche an den Start gehen werden.

Nicht fehlen darf die Langstreckenregatta „Rund Bornholm“. Die Segelfans dürften sich noch gut an 2019 erinnern, als Steuermann Oliver Schmidt-Rybandt mit seiner Crew auf der „Ospa“ mit der Fabelzeit von 24 Stunden und 54 Minuten einen Fabelrekord aufstellte. „Das war ein sensationelles Erlebnis“, blickt Schmidt-Rybandt zurück. „Allerdings“, schränkt der Offshore-Segler ein, „halte ich auch den Rekord für die langsamste Umrundung. Das ist schon ein paar Jahre her. Ich kam erst nach der Siegerehrung an“, erzählte der Segler mit einem Schmunzeln.


Grund genug für Rostocks Oberbürgermeister und Schirmherren der Warnemünder Woche, Claus-Ruhe Madsen, dem Ostseestädter ein unmoralisches Angebot zu machen. „Wir können uns gerne für einen neuen Rekordversuch für die langsamste Segeltour verabreden“, flachste der Däne. Für ihn ist es die erste Warnemünder Woche als Stadtoberhaupt. „Ich finde es genial, dass endlich so etwas wie Normalität einkehrt. Die Sportler haben es sich einfach verdient, wieder aufs Wasser zu können, sich zu begegnen, ihr Hobby auf höchstem Niveau bestreiten zu können“, sagte der Sportfan.

Dabei hätten es laut Ralf Bergel vom Warnemünder Segel-Club sogar noch mehr Segler sein können. So hatten sich deutlich mehr als die 13 Klassenverantwortlichen für das maritime Event bei den Organisatoren gemeldet. „Wir hätten wohl bis zu 1300 Meldungen erhalten. Allerdings wird an der Mittelmole noch gebaut, dazu kommen das Olympische Segelturnier und pandemiebedingte Einschränkungen“, erklärt der neue Vorsitzende der Warnemünder Woche.

Ein umfangreiches Hygienekonzept soll einen reibungslosen Ablauf der Segelrennen gewährleisten. So können sich alle Teilnehmer täglich auf der Mittelmole testen lassen. Abstand ist auf dem Wasser ohnehin gegeben.

Allerdings musste das Programm an Land erheblich eingeschränkt werden. So fallen der Corona-Pandemie das beliebte Waschzuberrennen oder die Beachhandballtage zum Opfer. „Dennoch konnten wir ein schönes Programm auf die Beine stellen“, sagt Bergel.