28. Januar 2021 / 13:26 Uhr

Nach zwölf Bundesliga-Jahren: Wolfsburgs Top-Torschützin macht Schluss!

Nach zwölf Bundesliga-Jahren: Wolfsburgs Top-Torschützin macht Schluss!

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zwölf Bundesliga-Jahre: Zsanett Jakabfi in ihrer ersten und in ihrer letzten Saison.
Zwölf Bundesliga-Jahre: Zsanett Jakabfi in ihrer ersten und in ihrer letzten Saison. © Boris Baschin
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Aktuell ist sie die erfolgreichste Bundesliga-Torjägerin des VfL Wolfsburg, am Saisonende macht sie Schluss: Zsanett Jakabfi, seit zwölf Jahren für den Double-Sieger am Ball, beendet ihre Karriere.

Ein VfL-Urgestein hört auf: Zsanett Jakabfi wird nach Ablauf der aktuellen Saison ihre Karriere beenden. Bereits zu Beginn der Winterpause gab die Ungarin ihr Karriere-Ende in der Nationalmannschaft bekannt, im Sommer wird die 30-Jährige auch auf Vereinsebene ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen. „Es war keine leichte Entscheidung. Es war ein Prozess, der lange Zeit in mir gereift ist. Ich habe einfach das Gefühl, dass es an der Zeit ist, meine Karriere zu beenden“, erklärt Jakabfi. Die Offensivspielerin kam im Sommer 2009 aus ihrer Heimat vom MTK Budapest FC nach Wolfsburg und fügte sich privat wie sportlich schnell in die Mannschaft ein, lernte Deutsch und schloss beim VfL Wolfsburg neben dem Trainings- und Spielbetrieb eine Ausbildung zur Bürokauffrau ab.

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Jakabfi wird im Juni auf eine einzigartige Karriere voller Erfolge und Titel zurückblicken können. So gewann sie zwischen 2009 und 2020 insgesamt sechsmal die deutsche Meisterschaft, wurde siebenmal DFB-Pokalsiegerin und triumphierte zweimal in der Champions League. „Es gab so viele Highlights während meiner Zeit hier. Sowohl privat mit den Mädels, als auch auf der sportlichen Ebene. Ich habe hier so tolle Freunde gefunden – und wir haben alles gewonnen. Der Champions-League-Sieg 2013 in London ist eine meiner schönsten Erinnerungen. Aber auch alle weiteren Titel, das sind Erinnerungen, die ich noch verarbeiten muss“, so Jakabfi.

Die Marktwerte der VfL-Fußballerinnen.

Analog zu den Marktwerten auf transfermarkt.de veröffentlicht soccerdonna.de seit Januar 2021 Marktwerte für den Frauenfußball. Zur Galerie
Analog zu den Marktwerten auf transfermarkt.de veröffentlicht soccerdonna.de seit Januar 2021 Marktwerte für den Frauenfußball. ©

Aufhören wenn es am schönsten ist? Jakabfi ist derzeit Wolfsburgs Top-Torschützin und zumindest den Zahlen nach ist die Ungarin, die zu Saisonbeginn nicht unbedingt als Stammspielerin eingeplant war, in der Form ihres Leben. Ihren Saison-Spitzenwert in Sachen Toren hat sie bereits geknackt, ihr bisheriger Höchstwert aus der Spielzeit 2015/2016 lag bei 13 Toren in 31 Partien. In der laufenden Saison traf sie in wettbewerbsübergreifend 15 Spielen bereits stolze 15 Mal. Dass sie aktuell so weit oben in der Torschützinnen-Liste steht, sei natürlich „schön, und ich freue mich, dass ich meiner Mannschaft etwas zurückgeben und helfen kann". Umso überraschender traf die Entscheidung die VfL-Verantwortlichen.

Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen: „Zsanetts Entscheidung, ihre Karriere nach Ablauf dieser Saison zu beenden, kam für uns schon etwas überraschend. Aber ich habe allergrößten Respekt davor, dass sie diese Entscheidung so frühzeitig getroffen hat. Sie kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken, in der sie sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt und maßgeblichen Anteil an unseren großen Erfolgen hat. Sie hat in ihren zwölf Jahren beim VfL eine unglaubliche Entwicklung durchlebt, in der man sich immer auf und neben dem Platz zu 100 Prozent auf sie verlassen konnte. Wir werden sie nicht nur sportlich, sondern vor allem auch wegen ihrer bescheidenen und herzlichen Art schmerzlich vermissen. Für ihre Zukunft wünschen wir ihr nur das Beste, und gemeinsam werden wir alles dafür tun, ihre letzte Saison erfolgreich abzuschließen.“

Für den Double-Gewinner ist es nach Ingrid Engen und Fridolina Rolfö, die beide ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängern werden, bereits der dritte feststehende Abgang. Bei Anna Blässe, Lara Dickenmann, Lena Goeßling und Friederike Abt stehen die Entscheidungen noch aus. Mit Abt würde der Verein gerne verlängern, doch ob die Torfrau sich dem Konkurrenzkampf mit Almuth Schult und Katarzyna Kiedrzynek langfristig stellen möchte, ist nicht klar.